RB 0811 Legenden des Radsports Greg LeMond Imago

Legenden des Radsport: Greg LeMond

Greg LeMond im Porträt

1983 durchbrach Greg LeMond die Hegemonie der Europäer bei der Straßen-WM. Drei Jahre später sorgte der Amerikaner auch bei der Tour de France für eine Premiere.

Der Lohn für die Plackerei blieb nicht aus: Nachdem LeMond 1989 nach einem wahren Rennkrimi in Paris dem Top-Favoriten und Lokalmatador Laurent Fignon mit nur acht Sekunden das Gelbe Trikot weggeschnappt hatte, erhöhte sich sein Jahreseinkommen auf das Zehnfache. Mit geschätzten 3,5 Millionen Euro pro Jahr wurde Greg LeMond ab 1990 auf einen Schlag der erste Großverdiener im internationalen Radsport. Das renommierte US-Magazin „Sports Illustrated“ wählte ihn prompt zum Sportler des Jahres und listete den Amerikaner in den Top 50 der Moneymaker im Sport. Die französische Sportzeitung L’Equipe ging noch einen Schritt weiter und erklärte LeMond im Winter 1989/90 – weit vor Boris Becker – zum „Champion aller Champions“. Dabei schien für den ehrgeizigen Kalifornier zwei Jahre zuvor der frühe Abschied vom Leistungssport unausweichlich: Sein Schwager hatte ihm bei einem Jagdunfall versehentlich eine volle Ladung Blei verpasst.

Auslaufmodell

LeMonds damaliges Team PDM aus Holland reklamierte die Folgeschäden seiner Verletzungen und bot dem „kaputten Greg“ quasi als Zeichen des guten Willens einen drastisch reduzierten Auslaufvertrag an. Kaum war diese Nachricht in der Rennszene durchgesickert, meldete sich prompt François Lambert vom kleinen ADR-Team. Der ruhmsüchtige Besitzer einer Autovermietung aus Brügge, der über Jahre ohne Führerschein durchs Land tourte und es sonst mit der Buchhaltung auch nicht allzu genau nahm, schaltete schnell und bot dem Ex-Weltmeister und Tour-Sieger eine neue Chance. LeMond fühlte sich geschmeichelt und war auch sonst überzeugt, dass ihn der clevere Sportdirektor José De Cauwer vorsichtig wieder an die Weltspitze führen könnte. Insider vermuteten eher, dass es Lambert bei der Verpflichtung LeMonds nur um den Namen und die Ausstrahlung des damals erst 28-jährigen Goldjungen aus den Staaten ging.

LeMond zieht durch

Da der Deal wie ein grandioser Schachzug interpretiert werden sollte, versprach Lambert LeMond bei weiteren Tour- und WM-Erfolgen großzügige Prämien. Wohl kalkulierend, dass der US-Crack nie mehr zu solch exorbitanten Leistungen fähig wäre. Peu à peu gelang es De Cauwer jedoch, LeMond wieder auf Top-Niveau zu bringen. Während des Giro ’89, den LeMond im Vorfeld der nahenden Grande Boucle bestritt, wollte er in den Dolomiten noch vorzeitig die Bremsen ziehen. „Weitermachen Greg! Deine Top-Form kommt erst noch“, so der geduldige Teamchef.

Teure Versprechen

Mit Triathlonlenker, einem Novum im Radsport, und einer aerodynamischeren Sitzposition sorgte LeMond beim finalen Zeitfahren in Paris für die wohl spektakulärste Entscheidung, die es je bei einer Tour de France gegeben hat. Die glückselige Freude bei ADR-Boss Lambert legte sich bald, als LeMond wenige Wochen danach auch noch Weltmeister wurde. Ein Teil der von Lambert versprochenen Prämien wurde LeMond später portionsweise in Dollarscheinen, ohne Belege in Tüten verpackt, überreicht. Noch am selben Abend seines gelungenen Comebacks in Paris 1989 erhielt LeMond vom französischen Kindermoden-Fabrikanten Z ab der neuen Saison ein Millionenangebot über drei Jahre. Lambert dagegen verstarb, zermürbt von den nachfolgenden Zerwürfnissen und Pleiten, 2004, nur 66 Jahre alt.

Greg LeMond: Daten & Fakten

- Geboren am 16. Juni 1961 in Lakewood/Kalifornien gewann mit 18 Jahren die Junioren-WM.
- LeMond war von 1981–1994 Profi.
- Er wurde 2 -mal Straßen-Weltmeister und gewann 3-mal die Tour de France.
- 1983 gewann er zudem als erster Nichteuropäer den Weltcup.
- Noch heute tragen Rennräder und Fitnessgeräte seinen Namen.

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