Teil des
RB Race across America www.raceacrossamerica.org
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Race Across America, Race Around Ireland, Race Across The Alps, Race Around Austria, Race Around Slovenia, Tortour - die längsten Radrennen der Welt

Die wichtigsten Ultra-Langstreckenrennen für Rennradfahrer - Infos und Termine für 2012

Das Race Across America gilt als härtestes Radrennen der Welt. Neben der 4.800 Kilometer langen USA-Durchquerung gibt es aber auch noch andere wichtige Rennen der Ultra-Kategorie. RoadBIKE liefert die Fakten zu den Rennen und nennt die Termine für 2012.

Race Across America

  • Termin: 12. – 16. Juni 2012
  • Start: Oceanside
  • Ziel: Annapolis
  • Länge: 4.812 Kilometer (3000 Meilen)
  • Höhenmeter: 30.000
  • Startmöglichkeiten: Solo, 2er-, 4er- und 8er-Teams
  • Startgeld: Zwischen 2.895 und 14.995 $ (je nach Meldedatum und Kategorie)
  • www.raceacrossamerica.org

Race Around Ireland

  • Termin: 9. September 2012
  • Start/Ziel: Navan
  • Länge: 2.172 Kilometer
  • Höhenmeter: 22.000
  • Startmöglichkeiten: Solo, 4er- und 8er-Teams
  • Startgeld: Zwischen 500 und 2.950 Euro (je nach Meldedatum und Kategorie)
  • www.racearoundireland.com

Race Across The Alps

  • Termin: 22. Juni 2012
  • Start/Ziel: Nauders
  • Länge: 532 Kilometer
  • Höhenmeter: 14.532
  • Startmöglichkeiten: Solo
  • Startgeld: 400 Euro
  • www.raceacrossthealps.at

Race Around Austria

  • Termin: 14. und 15. August 2012
  • Start/Ziel: St. Georgen im Attergau
  • Länge: 2.200 Kilometer
  • Höhenmeter: 28.000
  • Startmöglichkeiten: Solo, 2er-, 4er-Teams
  • Startgeld: Zwischen 600 und 1.150 Euro (je nach Meldedatum und Kategorie)
  • www.racearoundaustria.at

Race Around Slovenia

  • Termin: 12. Mai 2012
  • Start/Ziel: Postojna
  • Länge: 1.139
  • Höhenmeter: 15.000
  • Startmöglichkeiten: Solo oder 2er-Team
  • Startgeld: Zwischen 400 und 800 Euro (je nach Meldedatum und Kategorie)
  • www.dos-extreme.si

Tortour

  • Termin: 16. August 2012
  • Start/Ziel: Neuhausen
  • Länge: 1.000 Kilometer
  • Höhenmeter: 13.000
  • Startmöglichkeiten: Solo, 2er-, 4er-Teams
  • Startgeld: Zwischen 940 und 2.050 CHF
  • www.tortour.ch

Interview mit Race-Across-America-Sieger Christoph Strasser

RoadBIKE: Christoph, du fährst Rennen, die mehrere Tausend Kilometer lang sind. Ab wann wird Radfahren für dich zur Herausforderung?
Christoph Strasser: Ich denke, das geht bei 24h-Rennen und Veranstaltungen mit wirklich anspruchsvollen Strecken los. Entscheidend ist, dass eine komplette Nacht dabei ist. Dann kann man wirklich von Langstrecken-Radfahren sprechen.

RoadBIKE: Das RAAM bezeichnet sich selbst als härtestes Radrennen der Welt, dasselbe wird aber auch immer wieder von der Tour de France behauptet. Wie würdest du deine Leistungen im Vergleich mit denen eines Tour-Siegers einordnen? Könntet ihr eure Arbeitsplätze tauschen?
Christoph Strasser: Ich sage es mal so: Bei einer Flach-Etappe der Tour könnte ich sicher schon mitrollen und würde vielleicht auch beim Einzelzeitfahren eine ganz gute Figur machen. Aber in den Bergen hätte ich gegen die Spezialisten keine Chance. Dafür bin ich mit meinen fast 80 Kilo zu schwer. Ob Cadel Evans mit dem Schlafmangel umgehen könnte und die mentale Stärke hätte, das RAAM zu überstehen, weiß ich nicht. Man kann die Rennen einfach nicht miteinander vergleichen: Die Tour ist sicher die körperlich größere Herausforderung, das RAAM wird durch den Schlafentzug unglaublich schwer.

RoadBIKE: Worauf kommt es denn an? Wie wird man vom Jedermann zum Ultra-Sportler?
Christoph Strasser: Die Basis ist natürlich die körperliche Ausdauer. Man muss schon fit sein, wenn man bei einem Langstreckenrennen das Ziel erreichen will, aber das geht recht schnell, wenn man viel Rad fährt. Ich sitze in der Vorbereitung auf das RAAM 25 bis 30 Stunden pro Woche auf dem Rad. Schaffen kann das rein körperlich eigentlich jeder. Wenn es aber darum geht, vorne dabei zu sein, sind mentale Stärke, ein gutes Team und Renn-Erfahrung extrem wichtig.

RoadBIKE: Es gibt Fahrer, die behaupten, es käme zu 98 Prozent auf den Kopf an. Der Körper würde nur zwei Prozent ausmachen. Kannst du das unterschreiben?
Christoph Strasser: Nein. Wenn man es in Zahlen ausdrücken will, dann würde ich sagen: Es sind ein Drittel Fitness, ein Drittel mentale Stärke und ein Drittel Team-Arbeit. Die Bedeutung der Betreuer wird leider oft vergessen, aber ohne ein funktionierendes Team hat man keine Chance. In den ersten 24 Stunden entscheidet noch der Körper, ob man an der Spitze bleibt. Danach werden Dinge wie Schlafpausen, Ernährung und medizinische Versorgung bei Verletzungen und drohenden Krankheiten immer wichtiger, und hier kommt die Mannschaft ins Spiel.

RoadBIKE: Du hast bereits 2009 einen RAAM-Versuch unternommen, musstest jedoch aufgrund einer Lungenkrankheit aussteigen. Wie hast du dein Scheitern damals empfunden. War es eine Niederlage oder eine Erfahrung, die dich weitergebracht hat?
Christoph Strasser: Die ersten Monate waren wirklich hart, weil wir keinen offensichtlichen Fehler gemacht haben. Ich hatte Angst, dass mein Körper vielleicht nicht in der Lage sein könnte, solche Belastungen auszuhalten und mich die Anstrengungen in der dünnen Luft der Rocky Mountains krank machen. Aber dann haben wir gezielte Tests gemacht und am Ende konnten wir sagen: Es war ganz einfach Pech.

RoadBIKE: Und das hat geholfen?
Christoph Strasser: Ja, denn ich habe das, was ich mache, schon in Frage gestellt – schließlich geht es auch um viel Geld. Ich musste mich in den USA im Krankenhaus behandeln lassen, was mich rund 10 000 Euro gekostet hat. Deshalb habe ich mich auch entschlossen, 2010 nicht beim RAAM zu starten. Ich hatte einfach noch nicht wieder den richtigen Schwung und die Finanzierung wäre schwierig geworden. Stattdessen habe ich an kleineren Rennen in Europa teilgenommen und dabei ein paar gute Platzierungen eingefahren. Ich bin 2. beim Race Around Slovenia geworden und habe den Glocknerman gewonnen. Das hat mein Selbstvertrauen zurück gebracht und mich motiviert, es 2011 wieder zu versuchen.

RoadBIKE: Mit der gleichen Taktik wie 2009?
Christoph Strasser: Fast. Ich habe im Vorfeld etwas weniger intensiv trainiert, um meinen Körper nicht schon geschwächt ins Rennen zu schicken, und wir haben statt der Mojave-Wüste die Pässe besichtigt, die 2009 der Knackpunkt waren. Außerdem habe ich mit Rainer Hochgatterer einen neuen Arzt, der auch die Funktion des Team-Chefs übernommen hat.

RoadBIKE: Wie muss man sich die Zusammensetzung und die Aufgabenverteilung in einem RAAM-Team vorstellen?
Christoph Strasser: Das kommt darauf an, welche Ziele man verfolgt. Um das Rennen professionell anzugehen, braucht man in etwa 11 Begleiter. Bei mir waren das mein Physio-Therapeut, ein Mechaniker, zwei Betreuer, die sich um das Wohnmobil und die Verpflegung gekümmert haben, ein weiterer Fahrer, eine vierköpfige Mediencrew, mein Mentaltrainer und mein Arzt, der gleichzeitig auch das Team geleitet hat.

RoadBIKE: Du bist nicht der Boss?
Christoph Strasser: Auf keinen Fall. Ab einem bestimmten Zeitpunkt des Rennens kann man aufgrund des Schlafmangels nicht mehr klar denken. Dann muss man sich unterordnen können und auf die Entscheidungen der Leute vertrauen, die man um sich hat. Deshalb ist die Teamleitung auch beim Arzt am besten aufgehoben. Er kennt meinen Körper und weiß genau, wann es Zeit ist, eine Pause zu machen.

RoadBIKE: Wie läuft so eine Pause ab?
Christoph Strasser: Es gibt einen groben Zeitplan, und je nach Rennsituation wird entschieden, ob, wo und wann ich vom Rad steige. Danach läuft eigentlich alles gleichzeitig: Das Rad übergebe ich sofort meinem Mechaniker, der einen kompletten Check macht. Ich gehe ins Wohnmobil, wo schon etwas zu Essen für mich bereit steht. Dort wische ich mich mit einem feuchten Handtuch ab, weil Duschen während des Rennens leider ausfallen muss. Danach wird der gesamte Sitzbereich gründlich gereinigt und desinfiziert, damit sich nichts entzündet. Das findet aber schon im Liegen statt, und während ich massiert werde und mein Arzt etwas Blut abnimmt, um meine Werte zu checken, hilft mir mein Mentaltrainer dabei, zu entspannen. Er redet mich praktisch in den Schlaf, und wenn ich dann eingeschlafen bin, beobachtet er meine Augenbewegungen. So kann er feststellen, wann meine Tiefschlafphase beendet ist, und es Zeit wird, wieder aufzustehen. Alles in allem dauert das Ganze rund 90 Minuten, und während der acht Tage, die das RAAM dauert, komme ich auf rund acht Stunden Schlaf.

RoadBIKE: Und das reicht, um wieder fit zu werden?
Christoph Strasser: Einigermaßen. Bei den Schlafpausen geht es aber ohnehin nur darum, im Kopf zu regenerieren. Die körperliche Leistungsfähigkeit nimmt während des Rennens nicht dramatisch ab. Viel schwieriger ist es, mental fit zu bleiben.

RoadBIKE: Wie schaffst du es, dich über eine so lange Zeit zu motivieren? Woran denkst du, wenn du auf dem Rad sitzt?
Christoph Strasser: Ich versuche, mich von meiner Crew ablenken zu lassen und denke im Idealfall an nichts. Ich rede über Funk mit den Betreuern oder höre einfach nur bei ihren Gesprächen zu. Das hilft dem Gehirn, wach zu bleiben. Ansonsten kommt besonders in der Nacht, wenn das Auto hinter mir fährt und den Weg ausleuchtet, die Musikanlage zum Einsatz.

RoadBIKE: Ihr habt Musik auf der Strecke?
Christoph Strasser: Wir haben eine richtige Radio-Show, die sich meine Betreuer für mich ausdenken. Über Boxen am Auto gibt es abwechselnd Musik und vorgelesene Texte. Sachen, die mich motivieren, oder auch mal was Lustiges. Das können Rennberichte aus dem Internet sein, Zeitungs-Artikel aus der Heimat oder auch Facebook- und Gästebuch-Einträge von meiner Homepage. Mir hilft das unheimlich, wenn ich merke, dass es Leute gibt, die mitfiebern und das Rennen im Internet verfolgen. Außerdem war mir so nicht eine Minute langweilig.

RoadBIKE: Arbeitest du auch mit irgendwelchen Psychotricks?
Christoph Strasser: Ich habe mir schon im Vorfeld immer wieder vorgestellt, wie es sein wird, über die Ziellinie zu fahren. Wie sieht es dort aus? Was werde ich fühlen? Das alles habe ich aufgeschrieben und so verinnerlicht, als hätte ich es tatsächlich erlebt. Diese positiven Gedanken helfen dabei, Krisen zu bewältigen, denn schließlich ist man überzeugt davon, dass man das Ziel schon mal erreicht hat. Dass dies nur Einbildung ist, macht für das, was dann im Körper an positiven Effekten abläuft, keinen großen Unterschied. Ansonsten sind Zwischenziele extrem wichtig. Wer die ganze Zeit daran denkt, dass das Ziel noch Tausende Kilometer weit weg ist, wird es sehr schwer haben. Ich teile mir deshalb die Strecke in ganz viele kleine Abschnitte auf und fahre einfach bis zur nächsten Pause, bis zum nächsten Gipfel, oder auch bis zum nächsten Mal Zähneputzen. Völlig egal, Hauptsache, man ist abgelenkt.

RoadBIKE: Und wie hat es sich angefühlt, dann tatsächlich als Sieger ins Ziel zu fahren?
Christoph Strasser: Ganz ehrlich: Ich habe mich schrecklich gefühlt. Die letzten Kilometer waren extrem schwierig, weil der Kopf ständig gesagt hat: „Du bist da“, aber in Wahrheit waren noch 80 Kilometer zu fahren. Ich war sauer auf alle: Auf die Rennleitung, auf mein Team – ich wollte sogar noch aussteigen, weil ich mental nicht mehr konnte. Ich habe mich dann irgendwie ins Ziel geschleppt. Große Freude konnte ich aber nicht empfinden.

RoadBIKE: Keine Siegesfeier?
Christoph Strasser: Nicht wirklich. Es war mitten in der Nacht, und außer den Organisatoren, ein paar Leuten, die zufällig vor Ort waren und meinem Team hat niemand auf mich gewartet. Aber das gehört auch irgendwie zu Langstreckenrennen dazu. Viel ärgerlicher fand ich, dass kein Restaurant mehr geöffnet hatte. Ich hatte unglaublichen Appetit auf ein schönes Steak, aber es war nichts zu machen. Am Ende sind wir zu Mc Donald’s gegangen, und ich bin mit meinem Burger in der Hand eingeschlafen.

RoadBIKE: Wie geht es jetzt für dich weiter?
Christoph Strasser: Ich habe nach wie vor Spaß am Radfahren und kann mir beruflich nichts Schöneres für mich vorstellen. Deshalb werde ich 2012 versuchen, meinen RAAM-Titel zu verteidigen.

RoadBIKE: Aber kannst du dabei nicht nur verlieren?
Christoph Strasser: Das Risiko besteht natürlich, aber ich glaube, dass man bei einem solch langen Rennen immer Kleinigkeiten verbessern kann. Und wenn uns das gelingt, bin ich überzeugt, dass ich zeitmäßig noch einen drauflegen kann.

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