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Trainingsphysiologie – Der Blick in den Körper

Rennrad-Fitness-Special, Teil 1 Trainingsphysiologie – Der Blick in den Körper

Ein Blick ins Innere des Körpers verrät, wie Training funktioniert und worauf es ankommt, damit Radsportler ausdauernd schnell fahren können.

Was passiert eigentlich, wenn ein Radsportler trainiert? Oder anders gefragt: Welche „Systeme“ muss er trainieren, um schneller zu fahren? Die Antwort ist komplex. Vereinfacht: Damit ein Muskel kontrahieren kann, braucht er Energie, der Träger dieser „Power“ ist ATP (Adenosintriphos­phat). Der Organismus kann ATP auf unterschiedlichen Wegen bilden, doch beim klassischen Radsport interessiert vor allem das sogenannte aerobe System: Es sorgt dafür, dass der Sportler ausdauernd – und ausdauernd schnell – fahren kann. Es ist sozusagen der Motor der sportlichen Leistung.

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Der Gegenspieler zum aeroben System ist das an­ae­robe, das für Sprinter im Straßenradsport nicht unwichtig, für Sprinter auf der Bahn extrem wichtig ist und sich durch einen vergleichsweise höheren Kohlenhydratstoffwechsel (Glykolyse) auszeichnet. Doch zurück zum ATP: Es wird aerob in den Mitochondrien gebildet, kleinen Zellkraftwerken in der Muskulatur und den Organen. Je mehr ATP – und je länger – der menschliche Organismus diesen Treibstoff des Lebens produzieren kann, desto ausdauernder ist er. Abhängig ist die ATP-Produktion von drei Parametern: der Menge des in den Zellen ankommenden Sauerstoffs, der Anzahl sowie der „Leistung“ der Mitochondrien.

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Wer hart trainiert sollte regelmäßig zum Arzt gehen und sich durchchecken lassen.

Und was ist mit Kohlenhydraten und Fetten? Das aerobe System wird durch sie „gefüttert“ – je nach Intensität mal mit mehr oder weniger von dem einen oder anderen. Fett sollte allerdings als Treibstoff bevorzugt und seine Verstoffwechselung bevorzugt trainiert werden, da es praktisch unbegrenzt vorhanden ist. Über Umwege und unter Zuhilfenahme von Sauerstoff verwandelt sich Fett in den Mitochondrien zu ATP.
Wollen Sportler ausdauernder werden – also ihr aerobes System verbessern –, können sie die Leistung ihrer Mitochondrien tunen – durch einen Reiz und die darauffolgende Adaption. Dies sorgt zum einen dafür, dass sich die Mitochondrien teilen, platt gesagt werden dabei aus einer Zelle zwei; zum anderen dafür, dass die Zelle besser arbeitet.

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Hobbyfahrer und Profi im Vergleich

Der Output der Mitochondrien lässt sich an einem ganz entscheidenden Parameter ablesen – der maximalen Sauerstoffaufnahme (VO2max). Diese entscheidet darüber, wie weit wir letztendlich „kommen“. Trainieren lässt sich diese maximale Sauerstoffaufnahme und damit verbunden das Potenzial der Mitochondrien auf zwei gänzlich unterschiedlichen Wegen: zum einen sehr niedrig intensiv über einen langen Zeitraum mit hohen Umfängen – beim Low Intensity Training (LIT). Oder auch intensiv oder sogar hochintensiv – beim sogenannten High Intensity Interval Training (HIIT). Beide Methoden eint der hohe Sauerstoffumsatz – entweder über die Dauer oder die Intensität.

Wer nun allerdings glaubt, sich nur mit hoch intensiven Intervalleinheiten auf einen Radmarathon vorbereiten zu können, da er so die VO2max verbessert, hat sich leider getäuscht. Denn nur über die Fettstoffwechseleinheiten in der LIT-Methode lernt der Organismus, „in Aktion“ das Fett besser aus dem Gewebe zu ziehen – sprich zu oxidieren – und besser im Mitochondrium anzuliefern.

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