RB 0112 Legenden des Radsports Danny Clark Imago

Legenden des Radsport: Danny Clark

Danny Clark im Porträt

Danny Clark lebt! Und er gibt noch immer mächtig Gas – auch heute, viele Jahre nach Beendigung seiner Profi-Karriere.

Zugegeben: Der Übergang ins „normale Leben“ kostete den überaus erfolgreichen Bahnradfahrer eine Menge Zeit. Eine Reihe von privaten und steuerlichen Problemen sowie fehlende Orientierung hatten dem einst so umjubelten Superstar des Ovals nach Karriereende mächtig zugesetzt.
Doch die Liebe brachte Clark wieder auf Kurs: Während eines Urlaubs in seiner australischen Heimat lernte er die 15 Jahre jüngere Italienerin Sabrina kennen. Die beiden Liebenden waren sich schnell einig und heirateten 2004 – am Valentinstag. Seine zweite Ehe verschaffte dem Australier so viel Auftrieb, dass er inzwischen wieder munter in die Pedale tritt.
Allerdings: Alternative Möglichkeiten boten sich für Danny Clark ohnehin kaum. Denn außer sehr schnell Rennen zu fahren, hat „Dannyboy“ nicht viel gelernt. Spätere Versuche als Derny-Schrittmacher oder Bahn-Coach endeten jeweils, bevor sie richtig begonnen hatten. Auch als Country-Sänger – die Musik ist eine große Leidenschaft Clarks – hatte er nicht wirklich viel Erfolg.

Sieg um Sieg

Doch der ehemalige Seriensieger, der unter den Kollegen kaum Freunde hat(te), will heute wie damals weiter nur eins: Erster sein. Dafür trainiert der berühmte Tasmanier momentan sogar noch mehr als zu seiner aktiven Zeit als Renn-Profi. Seine Gegner in der Mastersklasse und bei hochkarätigen Gran Fondos in Italien, dem Sommerdomizil von Danny Clark und seiner Frau Sabrina, können einem da beinahe schon leid tun. Denn überall, wo er startet, sahnt Clark ab.
Dass dabei nicht immer alles rundläuft, erlebte er jüngst, als er während einer Trainingstour mit einem Auto kollidierte und anschließend seinem geliebten Sport für eine Weile nicht nachgehen konnte.

Lehrjahre in Gent

Doch schon während seiner Profi-Karriere lief für Clark nicht immer alles glatt. Speziell die ersten Jahre in Europa waren hart: Der Australier hauste in einer angestaubten Wohnung unweit des Bahnhofsviertels von Gent in Belgien. Es gab kein warmes Wasser und nur eine Toilette für 20 Familien.
Angereist war Clark 1972 mit einem One-Way-Ticket nach Europa, um sich den Rennmanagern zu empfehlen. Seine Referenzen: Olympia-Silber im 1000-m- Zeitfahren 1972 in München sowie der Sieg mit Frank Atkins beim Sechstagerennen in Sydney. Angetrieben wurde der junge Australier vom zweifachen Olympiasieger von 1952, Russell Mockridge. Dieser gewann 3 Jahre später zusammen mit Syd Patterson und Reg Arnold das renommierte Sechstagerennen von Paris.

Ganz nach oben

Doch Clark musste bis 1976 warten, ehe er sein Talent für die hoch dotierten Bahnrennen beweisen konnte: Mit Landsmann Donald Allan startete er richtig durch. Nach 15 Sixdays-Siegen flog Allan zurück nach Down Under. Clark überzeugte die Organisatoren, ihn nun mit dem starken Briten Anthony Doyle fahren zu lassen. Innerhalb weniger Jahre errang das neue Traumpaar 19 Siege. Hätten die Veranstalter, allen voran der um seinen eigenen Rekord bangende Patrick Sercu, Clark und Doyle nicht getrennt, wären sie das erfolgreichste Duo aller Zeiten geworden.
Nach weiteren Erfolgen bei Welt- und Europameisterschaften in Steher- und Dernyrennen, im Madison, Keirin und Omnium, gilt Clark heute als der kompletteste Bahnfahrer überhaupt. Kollegen wie Bernard Hinault vertreten gar die Ansicht, dass der schnelle Australier auch als Klassiker- oder Tour-Etappenjäger für Furore gesorgt hätte.

Danny Clark: Daten & Fakten

- Der am 30. 08. 1951 in Launceston geborene Australier gewann als Amateur je eine Silbermedaille bei den Commonwealth Games 1970 und den Olympischen Spielen 1972.
- Als Profi wurde er insgesamt 13-mal Europa- und 4-mal Weltmeister.
- Mit 74 Siegen in 235 Rennen belegt er in der ewigen Bestenliste der Sechstagefahrer den 2. Rang.

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