RB 0111 Legenden des Radsports Albert Zweifel Roth/Augenklick

Legenden des Radsport: Albert Zweifel

Albert Zweifel im Porträt

Im Januar 1976 schrieb Albert Zweifel Radsportgeschichte. Als erster Schweizer überhaupt wurde er Cross-Weltmeister. Doch seinen vielleicht größten Triumph feierte er 10 Jahre danach – während der berüchtigten Schlammschlacht im belgischen Lembeek, als er, quasi im Laufen, seinen fünften und letzten Weltmeister-Titel bei den Profis holte.

Fragt man einen Sportler nach seinem schönsten Sieg, ist dies oft der erste WM-Titel. Und auch für Albert Zweifel wurde ein Traum wahr, als er 1976 in Chazay-d’Azuerges Weltmeister wurde. Die Vorherrschaft der belgischen Supermänner, angeführt von Erik De Vlaeminck und dessen Bruder Roger, war beendet, und es war Zweifel, der fortan die Rennszene dominierte. Allerdings sollte es nur 4 Jahre dauern, bis die alten Kräfteverhältnisse wieder hergestellt waren. Mit Roland Liboton beherrschte ab 1980 wieder ein belgischer Überflieger die internationale Querfeldeinszene. Zweifels große Zeit schien vorbei zu sein – bis zur legendären WM von 1986.

Comeback in Belgien

Ausgerechnet in der Heimat seiner größten Konkurrenten revanchierte sich der Oldtimer unter den Cross-Fahrern – auf einem Terrain, das sich nicht einmal für einen Waldlauf eignen würde. Viele Experten waren sich einig, dass dies Zweifels größter Erfolg war. Weil er gegen die versammelte Welt-Elite errungen wurde – unter Bedingungen, die sogar die Härtesten verzweifeln ließen. Wochenlanger Regen und plötzlicher Hagel hatten den WM-Parcours dermaßen aufgeweicht, dass die Sportler bis zu den Waden im Schlamm versanken und die Verantwortlichen über eine kurzfristige Absage des Profi-Championats nachdachten. Klaus-Peter Thaler drohte trotz seiner Favoritenstellung mit Streik, und als sich die Veranstalter schließlich doch zur Durchführung entschlossen, stand der deutsche Titelverteidiger tatsächlich nicht am Start. Zu viel hatte die kleine Brabanter Gemeinde bereits investiert, um den Zuschlag für die Ausrichtung der Cross-WM zu erhalten und die Konkurrenz aus Asper auszustechen. Die Live-Übertragung im Fernsehen war fest eingeplant und Sponsoringverträge waren unterschrieben. Also trieb man die Profis fast auf den schlammigen Bauernacker. Nach den Rennen der Amateure und Junioren konnte nur noch ein kleines Stück des Kurses wirklich befahren werden. Auf dem Rest mussten die Teilnehmer, die bereits nach 300 Metern aussahen wie Dschungelkämpfer, das Rad schultern und versuchen, beim Laufen nicht im Dreck steckenzubleiben.
So bot die WM in Lembeek Bilder aus der Urzeit des Cross-Sports, just in einer Phase, in der die UCI die Querfeldeinrennen modernisieren wollte. Der Mehrzahl der Zuschauer war dies jedoch vollkommen egal: Bis zur letzten Sekunde feuerten sie die total verdreckten Kombattanten an, allen voran Albert Zweifel, dessen couragierter Einsatz für Begeisterung sorgte.

Gut zu Fuß

Der Sieg, den der Schweizer dank seiner herausragenden Lauffähigkeiten gegenüber Pascal Richard und Hennie Stamsnijder errang, brachte ihm später viel Respekt und Anerkennung ein. Doch Albert Zweifel war viel mehr als nur ein „Läufer“. Auch als Straßenfahrer konnte er auf sich aufmerksam machen – hauptsächlich mit seinen Teilnahmen an großen Rundfahrten. 1974 startete er beim Giro d’Italia, 1977 bei der Luxemburg-Rundfahrt, und 1981 war er sogar bei der Tour de France dabei. Die besten Ergebnisse gab’s für ihn jedoch bei der Tour de Suisse, wo es zwischen 1973 und 1988 zu mehreren Top-Ten-Platzierungen reichte.

Albert Zweifel: Daten & Fakten

- Zweifel wurde am 07. 06. 1949 in Rüti nahe Zürich geboren.
- Er gewann insgesamt 10 Medaillen bei Querfeldein-Meisterschaften für Profis, darunter 5-mal die Goldene (1976, ’77, ’78, ’79 und ’86).
- Albert Zweifel wurde 9-mal Schweizer Cross-Meister und ist mit 16 Starts (1973–1988) bis heute Rekordteilnehmer bei der Tour de Suisse.

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