Profis Hausrunden Privat

Die Hausrunden der Radprofis

Heimspiel - die Trainingsrunde der Profis

Wo trainieren die deutschen Fahrer am liebsten? Acht Profis stellen hier ihre schönsten Trainingsrunden in Deutschland vor.

Simon Geschke – Achterbahnfahrt

Los geht’s bei meiner Lieblingstour gleich mit dem längsten der drei Anstiege – dem Schauinsland. An Freiburgs Hausberg schraube ich mich gern in Intervallen hoch; oben belohnt einen dann der Ausblick. Danach geht es auf einer schönen Abfahrt nach Schönau, ehe die Tour wieder bergauf auf der Fuchswaldstraße in Richtung Hochkopf führt. Die Fuchswaldstraße ist ein kleines Sträßchen mit wenig Verkehr, das im Sommer auch schön im Schatten liegt. Weiter verläuft die Tour, die ich oft gemeinsam mit anderen in Freiburg lebenden Profis unternehme, dann am Hang entlang.

Es ist ein Achterbahnprofil – ein ständiges Rauf und Runter, immer mit bester Aussicht. Manchmal sogar bis zu den Alpen. Drittes "bergiges" Highlight der Tour ist die Straße Richtung Hochblauen aus dem Kandertal. Danach "laufe" ich in Badenweiler ein und stoppe oft bei der CTS-Velostation am Kurgebäude. Der gut sortierte Radladen von Ex-Profi Felix Odebrecht ist auch bekannt für sehr guten Kaffee und den hausgemachten Kuchen. Zurück verläuft die Tour hauptsächlich flach. Lediglich ein paar Weinberge kurz vor Freiburg und noch zwei kurze Anstiege kurz vor meiner Haustür zwingen mich noch mal kurz aus dem Sattel.

Route: Freiburg Schauinsland Muggenbrunn Todtnau Schlechtnau Schönau Herrenschwand Holz Wembach Blauen Tegernau Birkenbuck Badenweiler Freiburg

Distanz: 140 km, Höhenmeter: 3300 m

Simon Geschke: Der gebürtige Berliner lebt schon seit vielen Jahren in Freiburg. Hier findet der CCC-Profi perfekte Trainingsbedingungen vor.

Mehr zum Thema:
Länge 138,98 km
Dauer 8:55 Std
Schwierigkeitsgrad Schwer
Höhenunterschied 3432 Meter
Höhenmeter absteigend 3432 Meter
Tiefster Punkt 282 m ü. M.
Höchster Punkt m ü. M.

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Profis Hausrunden
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Jonas Koch – Kletterpartie

Meine Lieblingstrainingsstrecke startet in meiner Heimatstadt Rottweil, der ältesten Stadt Baden-Württembergs. Von dort geht es über Eschachtal nach Dunningen. In meiner Nachwuchszeit bin ich hier auf und ab gefahren, deshalb habe ich immer gute Erinnerungen an diesen Streckenabschnitt. Von Dunningen aus kommt der Schwarzwald immer näher. Dementsprechend wichtig ist es, sich ein wenig im Tal einrollen zu können, um die ersten Climbs im Schwarzwald ins Visier zu nehmen. Von Schramberg startet dann auch der erste Berg. Meine Bestzeit hoch zum "Moosenmättle" steht bei 22:27 Minuten. Bis jetzt reicht sie noch aus, um den KOM auf Strava zu halten. Ein guter Berg zum Reinkommen, viele Rollerstücke gepaart mit kurzen steilen Stücken mit insgesamt 400 Höhenmetern.

Dann fahre ich auf einer schmalen Straße hinunter nach Halbmeil, ein kleines Dorf im Kinzigtal. Es folgt eine kurze Flachpassage, bevor es links weg Richtung Sankt Roman geht. Hier startet der nächste Anstieg, bis hoch auf 730 Meter. Diesen Anstieg mag ich besonders, da die Straße kaum befahren ist und an heißen Sommertagen gut im Schatten liegt. Der kleine Bach, der oft neben der Strecke verläuft, macht den Anstieg fürs Auge erträglicher. Die Abfahrt führt dann runter nach Schiltach. Am Hansgrohe-Headquarter vorbei geht die Route nach Schenkenzell. Hier wartet mit dem "Brandsteig Climb" der letzte Anstieg. Hier kann ich noch mal alles rausholen, denn mit 9 Prozent auf 3,6 Kilometer bietet er die beste Möglichkeit, sich aus der Komfortzone zu bewegen. Auf der Höhe angekommen, geht es dann relativ flach etwa 30 Kilometer zurück nach Rottweil. Perfekt, um noch mal ein wenig die Beine auf flachem Terrain zu trainieren oder aber um einfach ruhig nach Hause zu rollen.

Ich mag diese Strecke besonders, da sie über viele kleine, nur wenig befahrene Straßen führt. Typisch für den Schwarzwald, der viele solcher Sträßchen bereithält. Mit knapp 95 Kilometern ist es die perfekte Distanz, um von mir zu Hause eine solide harte Trainingseinheit durchzuführen. Drei Anstiege auf 42 Kilometern mit knapp 1600 Höhenmetern – das bietet einem die perfekte Möglichkeit, um an seinen Berg-Skills zu arbeiten.

Route: Rottweil Schramberg Lauterbach Halbmeil Sankt Roman Vor Heubach Schiltach Rötenberg Seedorf Herren­zimmern Rottweil

Distanz: 95 KM, Höhenmeter: 1600 m

Jonas Koch: Der 26 Jahre alte CCC-Profi stammt aus Rottweil und bestritt 2019 mit der Vuelta a España seine erste Grand Tour.

Mehr zum Thema:
Länge 96,08 km
Dauer 5:44 Std
Schwierigkeitsgrad Schwer
Höhenunterschied 1822 Meter
Höhenmeter absteigend 1822 Meter
Tiefster Punkt 607 m ü. M.
Höchster Punkt m ü. M.

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Marcus Burghardt – Seefahrt

Von meinem Heimatort Samerberg in Oberbayern führen die ersten 20 Kilometer bergab nach Bernau am Chiemsee. Die folgenden 30 Kilometer kurble ich über kleinere Straßen via Grassau und Bernhaupten nach Traunstein. Dabei habe ich immer das wunderschöne Alpenpanorama im Blick. Kurz hinter Traunstein fahre ich dann parallel zum Seeufer des Chiemsees bis nach Gstadt. Ein Highlight auf dieser Seeumfahrung: das prunkvolle Schloss Herrenchiemsee auf der Herreninsel. In Gstadt drehe ich dann ab und pedaliere über Breitbrunn nach Weisham. Weiter geht es am Wasser entlang – erst direkt zwischen Schlosssee und Langenburger See und dann später noch am Ufer des Simssee. Ab dort geht es tendenziell bergauf. Hinter Achenmühle beginnt der drei Kilometer lange Anstieg zum Ziel in Samerberg. Auf der Runde begleiten mich manchmal mein Teamchef Ralph Denk oder mein Kumpel Björn Kircheisen, der Nordische Kombinierer.

Route: Samerberg Frasdorf Aschau Bernau am Chiemsee Grassau Bernhaupten Traunstein Seebruck Gstadt Weisham Bad Endorf Achenmühle Samerberg

Distanz: 104 KM, Höhenmeter: 1020 m

Marcus Burghardt: Der aus Chemnitz stammende BORA-hansgrohe-Profi ist vor vielen Jahren der Liebe wegen nach Bayern gezogen.

Mehr zum Thema:
Länge 87,93 km
Dauer 4:39 Std
Schwierigkeitsgrad Schwer
Höhenunterschied 1700 Meter
Höhenmeter absteigend 1702 Meter
Tiefster Punkt 454 m ü. M.
Höchster Punkt m ü. M.

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Max Kanter – Erzgebirgsrunde

Kurz nach dem Start in Dresden-Bannewitz schon der erste Lohn – der Panoramablick über Dresden. Das "Elbflorenz" noch vor dem geistigen Auge, beginnt mit dem ersten Berg bei Hausdorf der Einstieg in die Erzgebirgsrunde. In Folge klettere ich immer wieder über kleinere Anstiege, bis ich an der Talsperre in Gottleuba angekommen bin. Zeit, die Augen schweifen zu lassen und die Beine zu lockern, denn es kommt noch "Größeres". Nach zwei kürzeren Bergen beziehungsweise steileren Rampen folgt der Anstieg nach Altenberg, bekannt durch seine weltberühmte Bobbahn. Mit 7,8 Kilometer Länge und einer durchschnittlichen Steigung von 4 Prozent eher ein Rollerberg. Hier oben, auf 900 Metern, habe ich den höchsten Punkt der Tour erreicht und schwinge mich in die lange Abfahrt in Richtung Dippoldiswalde. Von dort fahre ich weiter nach Paulsdorf, entlang an einem See. Noch ein allerletzter kleiner Anstieg und die Ausfahrt endet, wo sie begann – in Bannewitz.

Route: Dresden-Bannewitz Kreischa Hausdorf Schlottwitz Liebstadt Lauenstein Altenberg Dippoldiswalde Somsdorf Dresden-Bannewitz

Distanz: 112 KM Höhenmeter: 1660 m

Max Kanter: Der 22-jährige Profi aus dem deutschen WorldTour-Team Sunweb zählt zu den Sprint­hoffnungen in Deutschland.