RB Miriam Mandt Ironman Lanzarote Am Strand Martin Böckelmann
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RoadBIKE beim Ironman Lanzarote: So bereitet sich unsere Redakteurin vor

Auf dem Weg zu meinem härtesten Rennen

RoadBIKE-Redakteurin Miriam Mandt hat sich viel vorgenommen: Im Mai stellt sie sich dem Ironman Lanzarote – einem der härtesten Triathlons überhaupt. Auf RoadBIKE.de berichtet sie über das Rennen und ihre Vorbereitungen, vom Kampf gegen den Sturm und den inneren Schweinehund, von eiskaltem Wintertraining und stundenlangem Indoor-Cycling.

Video: Nach dem Rennen - Miriam Mandt über den Ironman Lanzarote

Nachdem ich mich nach meiner Zwangspause (Kiefer- und Jochbein-Bruch bei den Vattenfall Cyclassics im Herbst) lange genug ausruhen musste, bin ich hoch motiviert im Oktober in die neue Saison gestartet.

Mein Entschluss, beim Ironman Lanzarote zu starten, war kein ganz freiwilliger, denn ich hatte schlicht zu lange gewartet und die anderen großen Ironman hatten ihre Anmeldelisten längst geschlossen. Nach 2005 und 2007 wollte ich nicht wieder zur Quelle Challenge nach Roth und da der Ironman Klagenfurt auch aus ausschied - meine Schwester und ihr Freund gehen dort an den Start - blieb mir fast keine andere Wahl als die Kanaren-Insel. Ich war im Februar 2005 bereits dort zum Trainingslager. Damals habe ich die harten Anstiege, den ewigen Wind und die schlechten Straßen gehasst. Aber wie es eben ist: Der Mensch unterliegt dem natürlichen Vergessen.

Neu am 21. Februar 2008: Endlich Wochenende - Wintertraining mit tiefgefrorener Nase.

Tagesziel: Dem Sturm widerstehen – erstes Training auf Lanzarote

Video: Nach dem Rennen - Miriam Mandt über den Ironman Lanzarote

Ich habe versucht, mir die Ironman-Radstrecke einzuprägen, denn es ist im Wettkampf immer eine große Hilfe, wenn man sich an etwas erinnern kann. Leider konnten wir die große Schleife rund um die Insel nicht an einem Stück fahren, das hätte unseren damaligen Leistungsstand überschritten.

Auch der Wind war im Herbst besonders stark: Am Mirador del Rio fürchtete ich, von einer Böe über die Klippen ins Meer geweht zu werden und klammerte mich an einem Mäuerchen fest. Der Wind gepaart mit einer Mini-Straße, die stets am steilen Abhang entlang führt, das war zu viel für mich.

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Martin Böckelmann
Pause am Straßenrand: Sie still hielt der Wind nicht immer.

Miriam Mandt beim Ironman Lanzarote

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Auch wenn es komisch klingt: Ich hatte wirklich große Angst und kann nur hoffen, dass sich beim Wettkampf im Mai dort ein paar Zuschauer am Abgrund postieren werden und mir den Blick in den Abgrund versperren.

Rennradfahren auf Lanzarote – nicht mit Zeitfahrlenker

Video: Nach dem Rennen - Miriam Mandt über den Ironman Lanzarote

Die Autofahrer, meist Touristen in kleinen Mietwagen, nehmen in der Regel Rücksicht und die Ironman-Radstrecke wurde bereits größtenteils mit neuem Asphalt versehen.

Eines ist mir aber auch klar geworden: Auf Lanzarote werde ich – anders als in Roth – nicht mit einem Zeitfahrrad starten. Die Strecken, auf denen ich auf dem Zeitfahrlenker liegen könnte, sind einfach zu kurz. Dazu noch der böige Seitenwind - da sind Hochprofil-Felgen ein echtes Wagnis. Mit meinem Focus Izalco Ltd komme ich gut zurecht, vielleicht werde ich mir noch einen Auflieger montieren.

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Martin Böckelmann
Sand von der Seite: Lanzarote ist eine extrem trockene Insel.

Miriam Mandt beim Ironman Lanzarote

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Rad-Training im Winter: So bereite ich mich vor

Video: Nach dem Rennen - Miriam Mandt über den Ironman Lanzarote

Nach der Arbeit gehe ich zum Indoor-Cycling und bin inzwischen von dieser Art des Krafttrainings auf dem Rad überzeugt. Ich halte mich meistens nicht (so ganz) an die Programme, die der Instruktor vorgibt, sondern fahre meinen eigenen Stiefel. Da kann es schon mal vorkommen, dass ich zwei Stunden nur bergauf fahre. Ich sehe einfach keinen Sinn darin, mit 120 Umdrehungen und Null Widerstand einen Berg hochzufahren, wie es oft verlangt wird. Wo gibt es in der Realität schon Berge mit Minus-Steigung?

Eigentlich kann ich beim Indoor-Cycling gut entspannen, und wenn es mir gelingt, den Kopf völlig auszuschalten, halte ich es auch 3 Stunden auf dem Rad aus. Trotzdem bin ich jedes Jahr froh, wenn der Frühling kommt, denn irgendwann gehen mir die immergleichen Gesichter und der Mief im Studio schon auf die Nerven.

Viele Trainer bezweifeln den Trainingseffekt von Indoor-Cycling, aber ich sehe das inzwischen anders: Natürlich kann man beim Indoor-Cycling - was die Ausdauer angeht - keinen Blumentopf gewinnen, aber die Kraftzuwächse sind enorm. Anfang Dezember bin ich traditionell wieder den Siebengebirgsmarathon mit meiner Schwester gelaufen: Es lief recht gut, war zum Glück auch nicht so kalt. Davor hatte ich extra längere Laufeinheiten eingelegt, was aber in letzter Zeit zugunsten des Rad-Trainings zurückstehen musste.

Wie die meisten Menschen trainiere auch ich immer das am intensivsten, was ich am besten kann. Ich weiß, dass das ein Fehler ist, aber ich will meine Leistungen auf dem Rad weiter verbessern, beim abschließenden Marathon ist für mich leider eh nichts zu holen. Das weiß ich und versuche deshalb, das Beste aus meinen Möglichkeiten zu machen.

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Martin Böckelmann
RoadBIKE-Redakteurin Miriam Mandt und RB-Autor Martin Böckelmann.

Miriam Mandt beim Ironman Lanzarote

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Outdoor-Training im Winter: Bis der Tee einfriert

Video: Nach dem Rennen - Miriam Mandt über den Ironman Lanzarote

Ich bin auf schmalen Rennradreifen über Straßen mit geschlossener Schneedecke gefahren und die Mountainbiker haben ungläubig geguckt.

Meine große Schwachstelle bei Kälte sind meine Füße, sie haben mich schon auf so mancher Tour zum Heulen gebracht. Inzwischen habe ich für mich die einzige Möglichkeit gefunden: Ich verwende Einmal-Thermosohlen, die ich in die Radschuhe lege. Das ist zwar nicht billig, aber für mich im Winter der einzige Weg!

Natürlich sind die Runden im Winter eher kürzer und manchmal ist es schon komisch, wenn ich fürs Anziehen der vielen Schichten länger brauche als für die eigentliche Ausfahrt. Wenn ich dann endlich in meiner Kluft stecke, kann ich keinen Moment länger warten, sonst droht ein Erstickungsanfall oder ein Hitzschlag.

RB Miriam Mandt Ironman Lanzarote Landschaft
Martin Böckelmann
Wüste auf Lanzarote: Besser als Rennrad auf Schnee?

Miriam Mandt beim Ironman Lanzarote

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Heißkalte Radrunden: Ist der Frühling da?

Video: Nach dem Rennen - Miriam Mandt über den Ironman Lanzarote

Am Sonntag bin ich nach Tübingen und über Weil im Schönbuch wieder nach Leonberg gefahren. Unterwegs habe ich einen jungen Radler vom Radverein Öschelbronn getroffen, das Gespräch hat mich etwas vom Kampf gegen den Wind abgelenkt. Zwar war die Sonne herrlich, aber in den tiefen Tälern stand noch die Kälte – wenig angenehm, denn ich war nass geschwitzt. Ich achte deshalb immer darauf, nicht zu früh loszufahren.

Mit meiner Leistung auf dem Rad bin ich recht zufrieden, nur wenn ich im Anschluss noch laufen soll (Koppeltraining), überkommt mich das nackte Grauen. Dann fühle ich mich, als wären meine Beine falsch eingehängt und jede Oma mit Nordic Walking Stöcken würde mich überholen.

Es gibt also noch viel zu tun …

RB Miriam Mandt Ironman Lanzarote Windmühle
Martin Böckelmann
Bis zu diesem Zwischenstopp auf Lanzarote ist es noch ein Stückchen ...

Miriam Mandt beim Ironman Lanzarote

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Miriam Mandt - der Steckbrief

Geburtsjahr: 1978
Wohnort: Leonberg
Größe: 1,75 Meter
Gewicht: 67 Kilogramm
Sport: Laufen seit 2001, Radfahren seit 2003, Triathlon seit 2004 (Ironman Austria Klagenfurt)
Lieblingsdiziplin: Radfahren
Rad: Izalco LTD
Erfolge 2007: Sieg beim Sachsenman Classic, 3. Platz Highlander Classic 2007, 15. schnellste Radzeit (mit Profis) Quelle Challenge Roth, 6. Platz Einzelzeitfahren Deutschland-Tour in Fürth, 4. Platz AK, 14. Platz Gesamt „Rund um den Henninger Turm“ 2007

Lieblings-Wettkampf: Quelle Challenge Roth, Sachsenman
Lieblings-Anstieg: Solarer Berg
Horror-Anstieg: Auf meiner Hausrunde im Renninger Industriegebiet kurz vor dem Ziel
Lieblings-Trainingsrunde: Von Leonberg über Pforzheim und Schömberg in den Nordschwarzwald
Meine größte Schwäche: Ungeduld, Perfektions-Wahn, Übertraining

So sieht für mich ein perfekter Tag aus: Früh aufstehen - die Sonne scheint schon ins Zimmer, nach einem leckeren Frühstück mit meinem Freund ab aufs Rad und kurbeln, bis ich keine Lust mehr habe. Danach Sonnenbaden und Kuchenessen auf der Terrasse. Abends zum Schwimmbad joggen und ein paar Bahnen zur Entspannung ziehen. Nach dem Abendessen müde, aber glücklich ins Bett fallen und vom nächsten Wettkampf träumen.

Video: Nach dem Rennen - Miriam Mandt über den Ironman Lanzarote

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Martin Böckelmann
Miriam Mandt: immer on the road.