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Die schönsten Rennrad-Touren in den Vogesen

Alle Infos zur Rennrad-Region Vogesen

Die "Schwarzwald-Schwester" geizt auf ihren Touren nicht mit Höhenmetern. Sonnige Herbsttage sind die schönste Rennrad-Zeit im Elsass.

Lage: Die Vogesen sind ein Mittelgebirge im Osten Frankreichs, etwa auf der Höhe von Freiburg. Der höchste Berg ist der Grand Ballon (1424 m), hierzulande auch als „Großer Belchen“ bekannt. Die Rheinebene trennt die Vogesen vom geologisch eng verwandten deutschen Nachbarn, dem Schwarzwald.

Charakter: Das Breuschtal teilt die Vogesen in Nord- und Südvogesen. Während in den Nordvogesen tafelartige Formen überwiegen, prägen in den Südvogesen Wälder – mit mehr Laubbäumen als im Schwarzwald – unter wenig bewachsenen Rundkuppen das Landschaftsbild. Herausfordernde Anstiege machen die Vogesen zum top Ziel für Kletterfans. Zu den Highlights gehören der Col de la Schlucht (1138 m) sowie die Route des Crêtes, die als ehemalige Militärversorgungsstraße über den Gebirgskamm verläuft.

Beste Reisezeit: vom Mai bis in den Oktober.

Anreise: Mit dem Auto von Freiburg via B 31 und D 415 bis Colmar.

Zug: über Karlsruhe und Straßburg nach Colmar.

Einkehr: Schöne Pausen am Kanal: Bistro „La Krutenau“, 1, Rue de la Poisson, Colmar, Tel. 0033/(0)389/411880. Generell: „Crémant“ testen, den Elsass-Champagner.

Karte: Falk Urlaubskarte Elsass–Vogesen, 1:150000, 6,50 Euro.

Infos: Elsass Tourismus, www.tourisme-alsace.com, Tel. 0033/(0)389/247350.

Touren

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Vogesen-Reportage: Schwarzwald à la francaise

Wo bist du gewesen? In den Vogesen! Rennradfahrer, die so antworten können, dürfen sich glücklich schätzen. Denn das geologische Spiegelbild des Schwarzwalds im äußersten Osten Frankreichs bietet mehr als Rotwein und Münsterkäse ...

Es gibt Tage, die entschädigen für alles: Für Stress im Büro, Ärger mit der Freundin oder einen verregneten Sommer, der die persönliche Kilometerbilanz auf ein Jahrhunderttief sinken lässt. Für Rennradfahrer sehen solche Tage folgendermaßen aus: „Kurz-kurz“ bei strahlendem Herbstsonnenschein.

Auf gut asphaltierten Straßen ohne nervige Automassen durch abwechslungsreiche Landschaften sausen. Und Ruhe: Das Surren der Kette wird von nichts weiter unterbrochen als von den Geräuschen der Natur. Der heutige Tag verspricht, ein solcher zu werden.

Ich sitze vor einem kleinen Café in der Grand Rue in Ribeauvillé und genieße die Morgensonne. Glücklicherweise nicht allein: Hinter ihrem großen Café au Lait strahlt mich Annette an, meine Partnerin für die heutige Ausfahrt durch die Vogesen.

Als Mitglied des Scott Contessa Teams und erfahrener Alpencross-Tour-Guide ist sie über die Grenzen ihrer Heimat im Schwarzwald bekannt – mir wird sie, so vermute ich schon jetzt, aufgrund ihres Trainingsvorsprungs als die „Grande Dame der Bergwertungen“ in Erinnerung bleiben.

„L’addition, s’il vous plaît“, ruft sie, noch mit der Tasse in der Hand, und ist schon halb in den Pedalen. Seit wir am frühen Morgen ins Auto gestiegen sind, ist Annette voller Tatendrang – und das bisschen Schulfranzösisch, das bei mir noch hängen geblieben ist, lässt keine Zweifel: Jetzt geht’s richtig los.

Als Tour-Guide weiß meine charmante Begleiterin natürlich, was einen guten Rennrad-Tag zu einem perfekten werden lässt. Vorhin im Café hat sie mir auf der ausgebreiteten Karte unsere Route im Detail erklärt, hat mich über Anstiege, Abfahrten und Ausblicke informiert – jetzt sehe ich sie schon in der ersten Ausfahrt des Kreisverkehrs in Richtung Sainte-Marie-aux-Mines verschwinden ...

Nur einige hundert Meter vom Ortszentrum Ribeauvillés entfernt präsentiert sich die Landschaft vogesentypisch: Rechts unterhalb der sanft ansteigenden Straße liegt das malerische Örtchen, weit oben am Hang thronen zwei Burgen. Dazwischen liegen Weinberge, durchzogen von dem geschlängelten schwarzen Band, das uns den Tag über begleiten wird.

Eine Einrollphase gönnt Annette uns nicht: Nur sieben Kilometer vom Start entfernt machen die Vogesen ernst. Die Stille des dichten Walds wird vom Rauschen des Bluts in meinen Ohren verdrängt, als das GPS-Gerät für einige Meter 16 Prozent Steigung anzeigt. Überflüssig zu erwähnen, dass bereits dieser Stich mich weitaus härter trifft als meine Partnerin.

Doch dieses Steilstück soll das einzige bleiben, das mich so richtig aus dem Rhythmus bringt. Die noch folgenden 110 Kilometer unserer Tour durch die Departements Haut-Rhin und Vosges versprechen zwar, mit rund 2400 Höhenmetern ein Kletterkurs zu sein, jedoch sind die meisten Anstiege moderat und auch die Abfahrten nicht übermäßig steil. Aber dafür richtig lang!

Während ich mich noch über die erste Passhöhe des Tages freue, schießt Annette schon an der Tafel des Col Haut de Ribeauvillé (742 m) vorbei. Im Nu befinden wir uns im direkten Sinkflug auf das Silbertal – so genannt, weil das Edelmetall hier über Jahrzehnte abgebaut wurde. Rechts öffnet sich erstmals der Blick auf die Höhenzüge der Vogesen, und in mir wächst die Freude am Moment, am Leben, am Rennradfahren.

„Hangabtriebskraft“, rufe ich Annette durch den pfeifenden Fahrtwind zu, als ich an ihr vorbeizische. Ich weiß, mein Glück wird nicht von Dauer sein – aber es fühlt sich gut an, klein geduckt unter dem Wind durch die Serpentinen gen Tal zu stürmen!

In Sainte-Marie-aux-Mines halten wir uns links in Richtung Le Bonhomme und passieren die zu einem Info-Museum ausgebaute ehemalige Silbermine Tellure. Annette steht aber offensichtlich mehr auf Gold: „Silber ist nichts für mich“, wirft sie mir lachend über die Schulter zu. „Das kannst du dir bei der nächsten Bergwertung wieder abholen!“

Doch den Col de Bagenelles (905 m) überlasse ich ihr nicht ohne Weiteres. Die moderate Steigung kommt mir entgegen, und das Panorama beflügelt – ebenso wie der Umstand, dass sich auch diese Passstraße weitestgehend verkehrsfrei präsentiert. Ganze zwei Autos und ein Motorrad ziehen vorbei – und mich mit. Die Bergpunkte für die Skistation auf der Passhöhe gehen auf mein Konto. Na immerhin!

Die nun folgende Abfahrt bietet alles, was das Rennradler-Herz begehrt: Enge Serpentinen im oberen und ein langes Flachstück im unteren Teil. Bestens gelaunt erreichen wir Le Bonhomme, wo wir rechts abbiegen und uns zum Col du Bonhomme (949 m) aufmachen. Dort entscheiden wir uns gegen eine Einkehr in einem der Lokale, wenngleich ein Blick auf die Karte eine breite Auswahl zu vernünftigen Preisen offenbart.

Doch der Griff zum Riegel liegt näher, denn links abbiegend erwartet uns das nächste Highlight: Die legendäre Route des Crêtes, einst Grenzstraße und während des Ersten Weltkriegs wichtige Versorgungsroute der Franzosen.

Entlang des Hauptkamms der Vogesen schlängelt sich diese Straße auf 77 Kilometern – zumeist westlich des Grates – leicht wellig gen Süden, wobei sich zwischen 950 und 1250 Meter über Meereshöhe vortrefflich Gas geben lässt. Flach bergauf und mit Highspeed bergab! In diesem Rausch brauchen wir nicht lange, bis wir die rund 19 Kilometer zum Col de la Schlucht (1139 m) eingefahren haben.

Seit 1931 war diese Passhöhe 9-mal Austragungsort einer Bergetappe der Tour de France, erzählt mir Annette, während wir erneut die Energiespeicher auffüllen – diesmal im Restaurant.

Auch wenn der Großteil der zu fahrenden Höhenmeter bereits bewältigt ist: Einige Kilometer liegen noch vor uns. Wir pausieren deshalb nur kurz, verlassen die Route des Crêtes und rollen gemütlich die 12 (!) Kilometer lange Abfahrt nach Soultzeren hinab, von wo aus es mit Blick aufs schöne Münstertal wieder links zurück in Richtung Ribeauvillé geht.

„Das Dessert hättest du besser weglassen sollen“, höre ich Annette noch rufen, ehe sie den Col du Wettstein (882 m) erstürmt. Oben genießt sie das Panorama, bis ich, die gute elsässische Küche verfluchend, ebenfalls ankomme. Zum Glück geht es von hier aus nur noch rund 200 Höhenmeter aufwärts, ehe wir via Trois Epis das 750 Meter tiefer gelegene beschauliche Ammerschwihr erreichen.

In dieser Gemeinde des Elsass leben in Relation zur Gesamtbevölkerung die meis­ten Winzer, klärt mich Annette auf. Das überrascht nicht: Schon seit Kilometern begleiten uns nicht enden wollende Reben. Und das zieht sich, auf der „Route des Vins d’Alsace“, bis zum Startpunkt unserer Tour so weiter. Vor allem Weißweine wie Riesling und Muskat gedeihen hier prächtig.

Der Kellner im Café in Ribeauvillé ist noch der gleiche wie heute Morgen, und auch die Sonne strahlt noch immer auf die Grand Rue. Auf einem Dach nebenan klappert ein Storchenpaar. Ich erkläre Annette zur Tagessiegerin, und dann bestellen wir Café au Lait mit Blaubeerkuchen und sind uns einig: Es gibt Tage, die entschädigen einfach für alles ...

Vogesen – die schönsten Rennrad-Impressionen

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