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Zwift: 10 Tipps für erfolgreiche Rennen

ROADBIKE-Ratgeber Top 10: Die besten Tipps für Zwift-Rennen

Lust auf einen kleinen Wettkampf? Einen kleinen Adrenalin-Kick? Mal die Form überprüfen? Dank der Online-Plattform Zwift ist all das quasi rund um die Uhr, sommers wie winters, möglich. Ohne Reiseaufwand oder -kosten, einfach auf die Rolle und los geht's! Doch die Online-Rennen sind nicht ohne Tücken, deshalb hat die ROADBIKE-Redaktion 10 Tipps gesammelt.

So spannend und abwechslungsreich es auch sein mag, die unterschiedlichen Welten von Zwift für sich alleine oder in kleinen Gruppen zu erkunden, ab und zu muss eine kleine Spritze an Zusatzmotivation einfach sein. Wie in der Welt draußen sind Events wie RTFs und Jedermannrennen das Salz in der Suppe.

Die gute Nachricht: Quasi rund um die Uhr kann man sich auf Zwift verschiedenen Gruppen anschließen, und auch Zwift selbst sorgt regelmäßig mit Events wie der Tour de Zwift, der Tour of Watopia oder auch der HauteRoute Watopia für Herausforderungen für jedes Leistungslevel. Natürlich gibt es bei diesen Indoor-Events einige Besonderheiten, aber vieles spiegelt ziemlich genau die Realität draußen wider. Umso besser, wenn ihr nicht jeden Fehler selbst machen müsst. Deshalb gibt es hier unsere Tipps für ein erfolgreiches Event!

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  1. Richtige Events aussuchen: Nicht jedes Event auf Zwift ist auch ein Rennen. Manche sind vielmehr als echte Gruppenfahrten ausgelegt, bei der alle gemeinsam fahren sollen. Da ist es natürlich nervig, wenn jemand ständig nach vorne rausprescht und die Gruppe sprengen möchte. Manchmal sind die Events auch so angelegt, dass von Zwift die Leistung automatisch angeglichen wird und einfach niemand schneller fahren kann – und auch hinten niemand rausfällt. Generell sind – wie draußen auch – die Anweisungen des Guides bzw. des Gruppenleaders zu beachten.
  2. Richtiges Leistungslevel aussuchen: Auf Zwift werden die Fahrer und Events in der Regel in verschiedene Leistungsklassen eingeteilt, je nach Watt/kg. Die Spanne reicht von A bis E und teilt sich folgendermaßen auf: A > 4 W/kg, B 3,9 – 3,2 W/kg, C 3,1 bis 2,5 W/kg, D < 2,4 W/kg. Die Klasse E ist offen für alle. Im Zweifel sollten Sie sich euch wie bei Gruppenfahrten draußen für die langsamere Gruppe entscheiden. Denn es ist natürlich wesentlich leichter und angenehmer, sich ein bisschen zu zügeln als mit Puls am Anschlag mühsam am Ende der Gruppe herzuhecheln. Haben Sie ein paar Events absolviert, können Sie sich deutlich besser einschätzen und finden sicherer die passende Gruppe. Wichtig: Bei manchen Events wie beispielsweise der Tour de Zwift oder der Tour of Watopia bezeichnen die Buchstaben verschiedene Streckenlängen und NICHT die Leistungsklassen. Und ein letzter Punkt: Die Fairness gebietet, dass Sie natürlich ihr realistisches Gewicht angeben. Alles andere wäre virtuelles Doping!
  3. Die Rennen: Rennen auf Zwift fahren sich verblüffend ähnlich wie Jedermannrennen/Events draußen: Nach dem Start sortiert sich das Feld in die jeweiligen Leistungsklassen, die starken Fahrer drängen nach vorne, die schwächeren sammeln sich eher hinten. Vorteil auf Zwift: Es gibt keine Sturzgefahr, wenn andere mit Highspeed nach vorne durch das große Feld wollen, das klappt automatisch. Bei Outdoor-Events ist es folglich von Vorteil, sich nach dem eigenen Leistungsvermögen in die Startaufstellung zu sortieren. Sprich: Wer eher auf "Ankommen" fährt, sollte vielleicht nicht in der ersten Reihe stehen. Und wer unbedingt auf Sieg fahren will, sollte vielleicht nicht erst kurz vor knapp am Start ankommen und ganz hinten stehen. Online lässt sich da noch ein bisschen korrigieren.
  4. Rechtzeitig da sein: Wer regelmäßig auf Zwift fährt, weiß: Das Programm kann immer mal beim Start hängenbleiben oder der Login funktioniert nicht so schnell wie sonst. Manchmal kommt auch ein notwendiges Update zur Unzeit und das Programm muss neu gestartet werden. Deshalb sollte man rechtzeitig sein Equipment aufbauen und vorbereiten, idealerweise auch gleich Zwift starten. Es macht ja nichts, wenn der Avatar noch ein paar Minuten am Straßenrand steht oder man sich ein paar Minuten länger warmfährt. Hauptsache, man ist schon einmal online. Das ist auf jeden Fall besser als im Stress noch schnell alles aufbauen zu müssen.
  5. Equipment bereitlegen: Rennen auf Zwift sind eine schweißtreibende Angelegenheit, deshalb sollten Sie vor dem Start alles wichtige parat haben, vor allem genug zu trinken und ein Handtuch – oder auch zwei. Ventilator&Co. sollten ebenfalls bereit sein. Es nervt einfach (und kostet Positionen im Feld), wenn man zwischendurch vom Rad muss, weil man irgendwas vergessen hat.
  6. Materialwahl: Klar, die Unterschiede sind nicht gewaltig, aber warum auf einen Vorteil verzichten? Im Gegensatz zur Welt draußen, lassen sich Räder und Ausrüstung auf Zwift mit Schweiß alias der InGame-Währung "Drops" bezahlen. Wer viel auf Zwift fährt, kann sich so schnell einen ordentlichen Fuhrpark zusammenstellen. Rechtzeitig vor dem Event solltet ihr euch deshalb Gedanken machen, welches Setup den größten Vorteil verspricht. Heißt: Bei einem bergigen Event solltet ihr eher auf Leichtbau-Rahmen und -Laufräder setzen, gibt es wenige Höhenmeter solltet ihr die Aero-Vorteile möglichst ausnutzen.

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  7. Was gleich ist: Vom Start weg wird in der Regel Vollgas gefahren und wer eine Platzierung im vorderen Feld anstrebt, sollte versuchen, so gut es geht mitzugehen. Spätestens dann sollte Sie sich auch darüber im Klaren sein, was Sie beim Event erreichen wollen: Einfach nur entspannt mitfahren oder sich komplett auspowern? Ein Vorteil bei Zwift ist: Man sieht immer, an welcher Position (so grob) man im Rennen ist. Also in der Regel, wie viele Fahrer noch von hinten kommen können, oder ob man selbst schon das Schlusslicht ist (ist man aber irgendwie nie). Genauso wichtig: Wer mit einer smarten Rolle oder einem Powermeter fährt, sieht seine Leistung und kann so einigermaßen abschätzen, wie das Tempo gerade ist – und ob eine klitzekleine Chance besteht, das Tempo über die Dauer des Rennens durchzuhalten. Die sind ja immerhin bei Zwift selten viel länger als eine Stunde. Motto: "Kurz und schmerzhaft".
  8. Gruppenspringen: Wie im echten Leben lassen sich auf Zwift in der richtigen Gruppe wertvolle Körner sparen. Eine drinnen wie draußen ratsame Strategie ist es, am Anfang des Rennens eher am oberen Rand des Leistungsniveaus unterwegs zu sein, bis man eine Gruppe gefunden hat, deren Tempo man längerfristig mitgehen und ein bisschen rausnehmen kann. Meistens lassen auch die anderen nach den ersten 10/15 Minuten etwas nach, wenn sich das Feld etwas sortiert hat. Die Erfahrung lehrt: Es ist besser (und am Ende schneller), vielleicht ein-zwei km/h langsamer zu fahren und etwas durchzuschnaufen, als krampfhaft zu versuchen, immer zur nächsten Gruppe nach vorne zu fahren. Meistens hängen sich dann die anderen in den Windschatten und ziehen dann – hat man sich ans Ende der vorderen Gruppe rangekämpft – mühelos vorbei. Und merke: Der Abstand zur Gruppe vorne (ist auf Zwift ja sekundengenau angegeben) kann noch so gering sein, aber schon 10 bis 15 Sekunden aufzuholen, kann ganz schön an die Substanz gehen und wertvolle Körner verbrauchen – eben wie im echten Leben auch. Ebenfalls gelernt: Fährt man zur vorderen Gruppe auf, sollte man nicht zu früh rausnehmen, also nicht gleich wenn die Lücke zum letzten Fahrer geschlossen wurde. Besser ist es den Schwung zu nutzen, um zumindest ins "gesicherte Mittelfeld" der Gruppe zu fahren. Denn sonst passiert es oft, dass eben jeder letzte Fahrer die Lücke aufreißen lässt und man ganz schnell wieder von der Gruppe, an die man sich mühevoll rangekämpft hat, schon wieder abgehängt wird und das Spiel von vorne losgeht.
  9. Lücken schließen: Es passiert in echten Rennen und auch auf Zwift: Eine kurze Kuppe, eine Kurve oder was auch immer: Kurzfristig wird vorne in der Gruppe das Tempo angezogen. Wer da nicht auf Zack ist, blickt schnell ins Leere, wenn eine Lücke vor einem aufgeht. Auch wenn es manchmal schmerzhaft ist: Es ist mit Blick auf die Position im Feld besser, einmal kurz in den tiefroten Bereich zu gehen, um die Lücke wieder schnell zu schließen. Sonst ist man schnell als Einzelkämpfer unterwegs und verliert viel Zeit – und wirklich leichter ist es auch nicht. Angelehnt an das berühmte Greg Lemond-Zitat: "It doesn’t gets easier, you just go faster.” Gruppen halten ist auf Zwift aber gefühlt kniffliger als im echten Leben, weil man eben weder spürt noch hört, ob vorne Gas geben wird und es eine Verzögerung beim Rollentrainer gibt, wenn man antritt. Sprich: Wenn die Lücke aufgeht und man dann erst reintritt, kann es schon zu spät sein. Deshalb besser nicht am Ende der Gruppe rumgondeln, sondern eher in der Mitte (nach Möglichkeit natürlich). Wer sich auf Zwift auskennt, kennt natürlich auch diese kleinen Hügel an denen das Tempo gern mal hochgeht und kann entsprechend agieren statt zu reagieren.
  10. Am Berg: Wie auch draußen trennt sich auch auf Zwift bergauf die Spreu vom Weizen. Kann man auf kurzen Anstiegen noch kurz tief gehen, um die Gruppe zu halten, sollten Sie spätestens bei den großen Bergen (Epic Kom, Alpe du Zwift, etc.) rechtzeitig auf "Ihr" Tempo umschwenken und Gruppe Gruppe sein lassen. Lieber ein konstantes Tempo fahren, dass Sie bis zur Passhöhe durchhalten können, als am Anfang überpacen und am Ende gnadenlos eingehen – da verliert man deutlich mehr Zeit. Oben angekommen, sollten Sie dann aber wieder schauen, dass Sie eine gute Gruppe für die Abfahrt und anschließende Flachstücke erwischen.

Mit diesen Tipps sollten Sie für Ihr nächstes Rennen gerüstet sein. Und das Gute: Falls es mal wider erwartet doch nicht so läuft wie erhofft: Das nächste Rennen ist nie weit entfernt. In diesem Sinne: Viel Spaß und Ride On!

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