Eric Gutglück

Stoneman Miriquidi Road - 300 km durchs Erzgebirge

Focus Paralane im Härtetest Stoneman Miriquidi Road - 300 km durchs Erzgebirge

2020 ist das Jahr der langen Touren. ROADBIKE-Redakteur Eric Gutglück nimmt am 23. August bei "Dein Ride" die Schlussetappe der Deutschland Tour unter die Räder. Nur sechs Tage später geht es zum Stoneman Miriquidi Road ins Erzgebirge.

300 Kilometer. 5400 Höhenmeter. An einem Tag. Das sind die knallharten Fakten zum Stoneman Miriquidi Road. Und Fakt ist auch: noch nie bin ich mehr als 3600 Höhenmeter an einem Tag gefahren, schon gar nicht auf so einer langen Tour. Realistisch betrachtet wird es wohl eine Fahrt mit über zwölf Stunden im Sattel werden. Für mich ist das Neuland. 300 Kilometer habe ich bereits einmal absolviert, allerdings im Flachland in unter zehn Stunden. Dass diesmal noch zahlreiche Höhenmeter anstehen, macht den Stoneman Miriquidi Road für mich zu einer echten Herausforderung – und zu einer Fahrt ins Ungewisse.

Beim Stoneman gilt es, auf rund 300 Kilometern 13 Checkpoints abzufahren, darunter auch den fast 1200 Meter hohen Fichtelberg. Wer alles an einem Tag schafft, der verdient sich das goldene Abzeichen. Wer zwei Tage benötigt, erhält Silber, für die Aufteilung auf drei Tage gibt es Bronze. Natürlich muss es für mich Gold sein… Normalerweise führt die Route zur Hälfte durch die Tschechische Republik und zur anderen Hälfte durch Deutschland. Doch aufgrund der Corona-Pandemie wartet der Stoneman 2020 mit einer besonderen Strecke, der C-Edition, auf. Heißt: Die Route führt nur durch Deutschland, ist dafür aber etwas länger und schwerer als die Originalstrecke.

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Länge 306,27 km
Dauer 16:34 Std
Schwierigkeitsgrad Schwer
Höhenunterschied 5385 Meter
Höhenmeter absteigend 5381 Meter
Tiefster Punkt 815 m ü. M.
Höchster Punkt m ü. M.

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Das Rad der Wahl: Focus Paralane

Um die 12+ Stunden möglichst gut zu überstehen, werde ich die Strecke auf einem Focus Paralane in Angriff nehmen. Das Rad fällt in die Kategorie Endurance, mit einer entspannten Rahmengeometrie und großem Radstand. Bis zu 32 Millimeter breite Reifen passen in Rahmen und Gabel des Paralane. Standardmäßig sind 30er Schlappen montiert, die ich aber für den Tag X gegen klassische 25-mm-Reifen tauschen werde. Auf 30 Millimetern ist mir das Fahrgefühl und die Agilität der Reifen persönlich zu behäbig und die Straßenverhältnisse auf deutscher Seite des Erzgebirges sind meistens gut.

Eric Gutglück
Die 30-mm-Reifen werden noch gegen 25er getauscht.

Kompakt und komfortabel

Dank Shimanos 105er-Kompaktkurbel und großer Kassette lässt sich am Paralane eine Übersetzung von 34x34 ketten, optimal für jede noch so ruppige Steigung. Selbst wenn man so eine "Gleichsetzung" normalerweise kaum benötigt – auf den letzten Kilometern eines 300ers gelten andere Gesetze. Dort freut man sich über jeden Gang, den man noch zur Verfügung hat, um flüssig zu kurbeln und nicht die Berge hinaufstampfen zu müssen.

Eric Gutglück
Kompakte Kletter-Übersetzung.

Mit 50x11 lässt sich zudem in den Abfahrten und auf den flachen Abschnitten noch einigermaßen gut Tempo machen – wobei es von letzteren beim Stoneman nicht allzu viele gibt und auf denen man sich strategisch betrachtet auf einer langen Klettertour eh schonen sollte.

Focus Paralane 8.8

6 Bilder

Einziger Nachteil des Paralane: Ich bin mit 1,96 Metern recht groß und brauche daher eine entsprechende Rahmengröße. Mit zehn Kilogramm (inkl. Pedale) ist das Paralane in Größe XXL (61er Sitzrohrlänge) für die zahlreichen Anstiege relativ schwer. In den Alpen würde ich wohl eher zu einem leichteren Kletterrad greifen, doch die Berge beim Stoneman sind selten extrem steil und gerade nach über 200 Kilometern – so mein Kalkül – bringt ein schmerzfreier Rücken mehr Leistung und Geschwindigkeit, als ein sportlich-optimierter Renner. Wobei ich fairerweise sagen muss: Die Fahrzeit spielt für mich fast keine Rolle, Ankommen lautet das oberste Ziel. In Vorbereitung auf den Stoneman bin ich bereits einige lange und schwere Touren gefahren. Höhepunkt war eine 200-Kilometer-Tour mit über 3000 Höhenmetern.

Nur sechs Tage vor dem großen Tag steht ein letzter Formtest bei der Deutschland Tour an. Im Rahmen von "Dein Ride" fahre ich am 23. August die Abschlussetappe der ins kommende Jahr verschobenen Rundfahrt. 155 Kilometer mit 2100 Höhenmetern von Erlangen nach Nürnberg sind die perfekte Generalprobe für Mensch und Maschine. Dann sollte auch der Stoneman Miriquidi Road gut zu schaffen sein.

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