RB 2019 Trainerlehrgang Trainer C Porträts Bjoern Haenssler
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Trainerausbildung im Radsport

Gut ausgebildete Trainer - die Basis des Radsports

Jedes Jahr lassen sich über 200 Radsportler zu Trainern ausbilden. RB porträtiert einen Trainer-C-Lehrgang und sprach mit dem Bundestrainer über Inhalt und Zweck einer Ausbildung.

Clemens Hesse ist beim Bund Deutscher Radfahrer Bundestrainer für Ausbildung und Wissenschaft. Im RB-Interview sagt er: „Trainer müssen keine Bestzeiten fahren – aber wissen, wie man es schafft.“ Darüber hinaus besuchte ROADBIKE einen Trainer-C-Lehrgang des Württembergischen Radsportverbands in der Landessportschule Albstadt. Klicken Sie sich durch die Fotostrecke: Dort sprechen die 15 Teilnehmerinnen und Teilnehmer über ihren sportlichen Hintergrund und ihre Motivation – und ihr Ausbilder schildert, warum er Jahr für Jahr unbezahlten Urlaub nimmt, um Lehrgänge durchzuführen.

ROADBIKE: Herr Hesse, was lernt man bei der Trainerausbildung?

Clemens Hesse: Das gesamte Rüstzeug, um Sportler anzuleiten: Was ist Training überhaupt, wie verbessert man kurz-, mittel- und langfristig die Leistungsfähigkeit, welche physiologischen Prozesse laufen beim Sporttreiben im Körper ab, welche Bedeutung haben Regeneration und Ernährung, wie verhindert man Doping, welche Fahrtechniken müssen Athleten erlernen, wie ergänzen Kraft- und Athletiktraining das spezifische Radtraining, wie ist der Radsport in Deutschland organisiert und vieles mehr. Ein großer Teil der Ausbildung ist praktisch: auf dem Rennrad oder Mountainbike und in der Sporthalle. Auch BMX ist olympisch und hat eigene Ausbildungsgänge.

privat
Clemens Hesse - Bundestrainer beim Bund Deutscher Radfahrer für Ausbildung und Wissenschaft

Was macht den idealen Trainer aus?

Er oder sie ist fachlich kompetent, zur Empathie fähig und emotional intelligent, kann sich auf die Sportler einstellen und findet individuell die richtigen Worte. Man muss Spaß am Sport und an der Arbeit mit Menschen haben und natürlich auch bereit sein, regelmäßig Zeit zu investieren.

Kann jeder Trainer werden?

Warum nicht? Ich würde sagen: keine Berührungsängste! Ziel der Ausbildung ist es ja, zu qualifizieren, Wissen und Methodik zu vermitteln. Und auch wer selbst nicht der begnadetste Radsportler ist, kann wichtige Arbeit an der Basis verrichten und zum Beispiel Kinder und Jugendliche überhaupt erst für den Sport begeistern.

Trainerausbildung im Radsport: 15 Traineranwärter im Porträt: Was sie antreibt

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Wie ist es um die persönliche Haftung des Trainers bestellt?

Mit einer Trainerlizenz ist man in vielerlei Hinsicht abgesichert, manche Landesverbände haben sogar separate Sicherungsverträge abgeschlossen, um ihre Trainer zu schützen. Wer nach bestem Wissen, mit Sorgfalt und gesundem Menschenverstand ein Training leitet, sollte keine Probleme bekommen. Klar ist: Wer seine Schützlinge Sprints über die rote Ampel trainieren lässt oder Ähnliches, handelt grob fahrlässig und kann dafür belangt werden.

Wie profitiert ein Verein von ausgebildeten Trainern in seinen Reihen?

Man hat eine kompetente Anlaufstelle, die mit entsprechendem Wissen Trainings planen, Ausfahrten organisieren und Mitglieder betreuen kann. Man ist immer nur so stark wie die Gruppe, in der man sich bewegt. Das heißt: Je größer die Kompetenz innerhalb eines Vereins oder einer Trainingsgruppe, umso höher ist potenziell das sportliche Niveau. Noch mal: Das heißt nicht, dass der Trainer selbst die Bestzeit fahren können muss. Er oder sie weiß aber, was zu tun ist, damit die Schützlinge es schaffen. Übrigens: Vereine mit lizenzierten Trainern erhalten Fördergelder.

Ist der Verein überhaupt noch die erste Adresse für ambitionierte Radsportler?

In der Tat erleben wir gerade einen Umbruch im Vereinswesen. Es gibt immer mehr alternative Angebote, neue Organisationsformen, Gruppen mit weniger fester Bindung. Sportlerinnen und Sportler sind zudem heute oft anspruchsvoller, erwarten das beste Training und sind bereit, für professionelle Angebote teures Geld zu bezahlen. Da kann manches ehrenamtliche Vereinstraining nicht mithalten. Andererseits sieht man: Dort, wo profundes Wissen vorhanden ist und sich Mitglieder stark engagieren, florieren die Vereine und wachsen stark.

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Wieder die Schulbank drücken: ungewohnt, aber fester Bestandteil der drei-wöchigen Trainerausbildung des Württembergischen Radsportverbands.

Steht bei der Trainerausbildung immer der Leistungssport im Mittelpunkt?

Nein, es gibt auch ein Ausbildungsangebot speziell für Breitensportler – sowohl mit dem Ziel Trainer C als auch mit kürzeren Fortbildungen, zum Beispiel in Sachen Fahrtechnik, Tourenführung, Training oder Ernährung. Die Nachfrage ist groß, die Ausbildung entwickelt sich gerade stark.

Wo kann man sich aus- und fortbilden lassen?

Sowohl vor Ort bei den Landesverbänden als auch zentral beim Bund Deutscher Radfahrer. Damit das Wissen der Trainer aktuell bleibt, müssen diese übrigens regelmäßig an Fortbildungen teilnehmen, da sonst ihre Trainerlizenz abläuft.

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Fulgencio Casado, Silke Glumann und Drazen Kanjuh (v.l.) wollen den Trainerschein C erwerben. Was sie antreibt? Erzählen sie in der Fotostrecke.

Ist die Trainerausbildung bundesweit einheitlich?

Es gibt eine einheitliche Ausbildungsordnung. Fakt ist aber auch, dass sich Qualität und Quantität des Ausbildungsangebots aktuell von Region zu Region unterscheiden. Wir arbeiten derzeit an einem Qualitätsmanagement, das einheitliche Standards schafft. Hintergrund ist auch die Leistungssportreform des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB).

Wie lange dauert eine Trainerausbildung, und was kostet sie?

Das hängt natürlich von der Art der Ausbildung ab. Eine einfache Fortbildung dauert einen Tag oder zwei. Die erste offizielle Trainerlizenz C umfasst 120 Unterrichtseinheiten. Der Württembergische Radsportverband fasst diese zum Beispiel in drei Wochen kompakt zusammen, innerhalb eines Zeitraums von zwölf bis vierzehn Monaten. Dafür kann man auch Bildungsurlaub beantragen. Kostenpunkt: 400 Euro für die gesamten drei Wochen inklusive Kost und Logis. Das geht natürlich nur, weil das Ganze aus Sportfördertöpfen subventioniert wird.

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Volle Power für den MTB-Nachwuchs: Warum Carolin Steudle, Maxi Rohrer und Marla Krauss (v.l.) Trainer werden wollen, erzählen sie in der Fotostrecke.

Wo finden an einer Ausbildung interessierte Sportler Informationen?

Auf der Homepage www.bdr-ausbildung.de oder auf den Websites der Landesverbände.

Herr Hesse, vielen Dank für das Gespräch.

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Gestatten? Der Trainer-C-Lehrgang des Württembergischen Radsportverbands 2019/2020 in der Landessportschule Albstadt. Was die angehenden Trainer antreibt, lesen Sie in der Fotostrecke.

Trainerausbildung im Radsport: 15 Traineranwärter im Porträt: Was sie antreibt

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