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Die wichtigsten Fragen zur Tour de France

Die wichtigsten Fragen zur Tour de France

Die wichtigsten Regeln der Tour de France verständlich erklärt.

Was passiert, wenn ein Fahrer zwei Wertungstrikots auf einmal hält? Und wie ist es mit der Zeitbonifikation? Und wer sind eigentlich Henri Desrange und Jacques Goddet? Antworten auf alle wichtigen Fragen zur Tour de France gibt es hier!

Gelbes Trikot

Das „Maillot Jaune“ trägt der Führende in der Gesamtwertung; also der Fahrer, der bislang die wenigste Zeit für die bereits absolvierten Etappen benötigt hat, abzüglich möglicher „Bonussekunden".

Grünes Trikot

Der beste Punktesammler trägt Grün. Die Zähler dafür gibt es immer für die Schnellsten im Etappenziel und bei den Sprintwertungen unterwegs. Je flacher die Etappen sind, desto höher ist die Punktzahl.

Gepunktetes Trikot

Das weiße Trikot mit den roten Punkten sitzt auf den Schultern des Fahrers, der bei den kategorisierten Bergwertungen die meisten Punkte ergattern konnte – sprich als einer der Ersten ganz oben war. Je schwerer der Anstieg – eine Kombination aus Steilheit und Länge – , desto mehr Zähler lassen sich holen. Die Schlussanstiege bei bestimmten Etappen zählen doppelt.

Weißes Trikot

Das „Maillot Blanc“ ist das Gelbe Trikot für die Nachwuchsprofis, auch hier zählt die Gesamtfahrzeit. In die Wertung kommen Fahrer, die 25 Jahre oder jünger sind, Stichtag ist der 1. Januar 1993.

Gelbe Startnummer

Diese ungewöhnliche Rückennummer tragen die Fahrer der Equipe, die in der Teamwertung vorn liegt. Hierfür werden nach jeder Etappe die drei Besten eines Teams gewertet und deren Zeiten aufsummiert. Die Siegerehrung für das beste Team findet in der Regel nicht nach der Etappe, sondern vor der darauffolgenden, am Morgen, statt.

Rote Startnummer

Diese Startnummer darf der Profi tragen, der auf der vergangenen Etappe als angriffslustigster Fahrer von einer speziellen Jury ausgezeichnet wurde. Entscheidend für diese Auszeichnung sind Einsatzbereitschaft sowie Moral – deshalb geht der „Preis“ meist an einen Fahrer aus einer Fluchtgruppe. Die gleiche Jury kürt auch am Ende der Tour den angriffslustigsten Fahrer der gesamten Rundfahrt.

Etappensieg

Derjenige, der als Erster über die Ziellinie fährt, ist Etappensieger. Ist mit dem bloßen Auge nicht zu erkennen, wer gewonnen hat, gibt es einen sogenannten Zielfilm. Gewertet wird dabei der Vorderreifen des Rades, nicht der Körper des Fahrers.

Welche Teams dürfen an der Tour de France teilnehmen?

Die 18 Teams mit WorldTour-Lizenz, darunter die deutschen Mannschaften Bora-hansgrohe und Sunweb, sind automatisch qualifiziert. Hinzu kommen vier sogenannte Wildcard-Teams: ProContinental- Mannschaften, die der Veranstalter nach seinen Vorlieben einlädt – oft einheimische Teams aus Frankreich. Dieses Jahr sind es die französischen Teams Cofidis, Direct Energie und Fortuneo-Samsic (bisher Fortuneo-Oscaro) sowie die belgische Equipe Wanty-Groupe Gobert. Die Teams wiederum bestimmen aus ihren Reihen acht Fahrer, die bei der Tour an den Start gehen.

Lässt sich die Tour de France auch ohne Etappensieg gewinnen?

Ja – das kam in der Vergangenheit bereits siebenmal vor; so gewann beispielsweise 2017 Jahr Chris Froome die Tour ohne einen Sieg auf einem der 21 Tagesabschnitte. Das ist möglich, da die Gesamtzeit (abzüglich möglicher Bonussekunden) gewertet wird, die ein Fahrer braucht, um alle 21 Etappen zu bestreiten.

Zeitgutschriften: kann sich jeder Fahrer "Freiminuten" holen?

Die „Zeit zurückdrehen“ lässt sich tatsächlich – über die sogenannten Bonussekunden oder Zeitgutschriften. Oder, als Zahlenspiel: Wer es schaffen würde, alles mitzunehmen, käme auf 3 Minuten und 34 Sekunden. Im Ziel jeder Etappe – mit Ausnahme der beiden Zeitfahren – gibt es für die drei Erstplatzierten 10, 6 und 4 Sekunden als Gutschrift. Auf den ersten neun Etappen (nicht beim Mannschaftszeitfahren) gibt es zusätzlich noch einen sogenannten Bonussprint, nur wenige Kilometer vor dem Ziel. Hier lassen sich für die ersten drei auch noch mal je 3, 2 und 1 Sekunden gutmachen.

Was passiert, wenn ein Fahrer in verschiedenen Wertungen führt?

Das kommt gerade nach der ersten Etappe häufig vor. Nämlich dann, wenn der Tagessieger automatisch nicht nur der Führende im Gesamtklassement ist, sondern auch in der Punktewertung. Dann trägt der Etappensieger am nächsten Tag das Gelbe Trikot und der Zweite in der Punktewertung stellvertretend das Grüne. Generell gilt diese Reihenfolge bei den Wertungstrikots: Gelb (Gesamt), Grün (Punkte), Gepunktet (Berg), Weiß (Nachwuchs).

Zeitlimit: Wie viele Minuten später als der Sieger dürfen die letzten Fahrer in Ziel kommen?

Das wird für jede Etappe neu berechnet, da die Tagesabschnitte mit unterschiedlichen Koeffizienten versehen sind. Gerechnet wird immer prozentual von der Siegerzeit ausgehend, der Prozentsatz kann allerdings schwanken: zwischen drei (langsame Flachetappe) und 20 Prozent (schnelle Bergetappe), je nach Schwierigkeit der Etappe und Durchschnittsgeschwindigkeit des Siegers. Bei den Zeitfahren sind die „Time Cuts“ großzügiger. Allerdings liegt es letztlich in der Hand der Jury, ob die Fahrer dann tatsächlich aus dem Rennen genommen werden. In der Vergangenheit kamen große Gruppen schon nach dem „Time Cut“ ins Ziel und durften trotzdem am nächsten Tag wieder starten.

Preisgeld: Wie viel verdienen die Profis

Das große Geld lässt sich bei der Tour de France nicht machen. Zwar werden insgesamt 2,25 Millionen Euro ausgeschüttet, aber im Vergleich zu anderen Sportarten ist das lächerlich wenig – auch gemessen an der Dauer und der Teilnehmerzahl. Zumal der Sieger der Frankreich-Rundfahrt sein Preisgeld in der Regel den Teamkollegen und Mitarbeitern „spendet“ – als Dank. Er selbst macht sein Geld bei den sogenannten Nach-Tour-Kriterien sowie mit zukünftigen Verträgen. Übrigens: Bis Platz 160 gibt es in Paris Preisgeld.
Während der Sieger eine halbe Million Euro bekommt, erhalten die Plätze 20 bis 160 noch je 1000 Euro. Der Sieger in der Punktewertung und der Bergwertung erhält je 25 000 Euro, der besteJungprofi 20 000 Euro. Beim stärksten Team wandern 50 000 Euro in die Mannschaftskasse. Und die „super compatif“-Wertung für den angriffslustigsten Fahrer während der gesamten Tour ist mit 20 000 Euro dotiert. Bei den Etappen gibt es für den Tagessieger 11 000 Euro und bis zu Rang 20 im Klassement gibt es 300 Euro. Der aggressivste Fahrer einer jeden Etappe bekommt jeweils 2000 Euro ausgeschüttet.

Was bedeuten Souvenir Henri Desrange und Jacques Goddet?

Die Namen stehen für Sonderpreise, die sich die Fahrer sichern können, wenn sie bestimmte Pässe als Erste überqueren. Die Bezeichnungen erinnern an den Begründer der Tour, Desgrange, und dessen Nachfolger, Goddet. Das Souvenir Henri Desgrange(und damit verbunden 5000 Euro Prämie) erhält derjenige, der als Erster über den höchsten Tour-Pass – landläufig auch „Dach der Tour“ genannt – fährt. 2018 wird das auf der 17. Etappe der 2215 Meter hohe Col de Portet sein. Das Souvenir Jacques Goddet (und ebenfalls 5000 Euro) bekommt der Erste auf dem Pyrenäen-Pass Col du Tourmalet (19. Etappe).

Wie werden die Profis über Zeitabstände informiert?

Zuallererst fährt heute jedes Team mit Funk – man kann sich so untereinander, aber auch mit den Sportlichen Leitern in den Renndienstwagen verständigen. Diese bekommen über Radio Tour mitgeteilt, wer an der Spitze fährt und wie groß der Zeitabstand ist. Und dann gibt es noch den Ardoisier. Das ist ein Sozius auf einem Begleitmotorrad, der immer den Abstand und die Startnummern der Ausreißer bzw. Spitze auf einer Schiefertafel notiert und diese den Profis in regelmäßigen Abständen „vor die Nase hält“.

Wie und wo kann ich die Tour de France Live verfolgen?

Wer nicht vor Ort ist, hat dennoch eine große Auswahl. Die Organisatoren der Tour de France, ASO, werden auf der Website www.letour.fr voraussichtlich einen Liveticker in drei Sprachen – Deutsch, Englisch, Französisch – anbieten. Im Fernsehen lässt sich die Große Schleife live im Ersten sowie auf Eurosport verfolgen. Im Internet auf www.sportschau.de oder im Eurosport-Player(gebührenpflichtig).

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