RB 2019 Campagnolo Record 12-fach Bjoern Haenssler

Campagnolo Record 12-fach im Test

Schick und haltbar: Campas 12-fach Record im Dauertest

Satte 12 500 Kilometer spulte ROADBIKE mit Campagnolos Record 12-fach-Schaltung ab – ohne Winterpause, bei Wind und Wetter, im Training und bei 30 Amateurrennen. Wie sich das Ensemble geschlagen hat? Mit einem Wort: hervorragend!

Kurz zur Erinnerung: Campagnolo war der erste der drei großen Komponentenhersteller, der einen 12-fach-Antrieb auf den Markt brachte. Anders als bei Konkurrent Sram, der Anfang 2019 nachzog, braucht es für das zusätzliche Ritzel aber keinen neuen Standard: Campas 12-fach-Getriebe passt auf den bisherigen Freilauf, Kette und Kassette sind „nur“ schmaler geworden. Im RB-Test funktionierte das problemlos: Der filigrane Antrieb lief und lief und lief.

RB 2019 Campagnolo Record 12-fach
Bjoern Haenssler
Auch nach 12 500 Kilometern arbeitet der Umwerfer spielfrei, die Kettenblätter sehen ebenfalls gut aus.

„Es hat etwa 300 Kilometer gedauert, bis alles gepasst hat, die Züge sich gelängt und gesetzt hatten“, berichtet Testfahrer Yaron Okle, „danach habe ich die Schaltung nicht einmal nachjustieren müssen. Kein Springen der Gänge, kein Kettenrasseln, gar nichts.“ Die Record 12-fach schaltete jederzeit leise, zuverlässig und direkt, geschmeidig und doch mit angenehmer Rückmeldung. Nur bei sehr hoher Kettenspannung – etwa unter Last im Rennen – musste man ein bisschen mit Gefühl schalten, ergänzt Okle.

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Bjoern Haenssler
Griffen und Griffgummis sieht man die vielen gefahrenen Kilometer nicht wirklich an.

Nach 5000, 8000 und 11 500 Kilometern wurde jeweils die Kette erneuert. Der einzige Defekt nach 7000 Kilometern: ein gerissener Schaltzug – daraufhin wurden alle Züge vorsorglich getauscht. Ritzel und Kettenblätter zeigten sich von den 12 5000 Testkilometern wenig beeindruckt, Schaltwerk und Umwerfer arbeiten noch spielfrei, auch die Schalt-/Bremshebel samt Griffgummis zeigen kaum Abnutzung. „Ich fahre meist ohne Handschuhe, oft sehen die Griffgummis dann schnell schlimm aus – bei Campa nicht“, zeigte sich Okle beeindruckt.

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Die Kette kann am engen Käfig schleifen. Insgesamt lief der Antrieb aber leise.

Nichts zu meckern also? Fast. Die Griffe hatten lange Zeit geringfügig seitliches Spiel, erst am dritten Lenker ließen sie sich wirklich stabil befestigen. Die Direct-Mount-Bremsen verzögerten nicht so direkt, wie man es von Campas „normalen“ Zweigelenkbremsen gewohnt ist. Zudem war der Verschleiß der Beläge (vier Paar) eher hoch. Gelegentlich konnte die Kette am engen Käfig des Schaltwerks streifen. Und in ganz seltenen Ausnahmefällen wurde die Kette vorn vom kleinen Blatt abgeworfen.

Noch ein Wort zum 12. Ritzel: „Die Gänge sind sehr fein abgestuft, obwohl man einen Rettungsring für steile Berge dabeihat. Das ist ein echter Vorteil“, so Testfahrer Okle.

Ergonomie, Handling, Haltbarkeit: Alles in allem geht für Campagnolos 12-fach-Record der Daumen nach 12 500 Testkilometern klar nach oben!

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Das Schaltwerk: einmal nachgestellt, danach nie mehr gemuckt, auch nicht beim Zugwechsel.
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