Teil des
RB Laufräder Test Haider Benjamin Hahn

Rennrad-Laufräder im Test

Rennrad-Laufräder: So testet RoadBIKE

Steifigkeiten, Gewichte, Trägheit, Bremsleistung, Fahreindruck – um Laufräder bewerten zu können, werden zahlreiche Testmethoden angewendet.

Laufräder sind - das zeigen die Leserbefragungen von RoadBIKE immer wieder - die beliebtesten Tuningteile von Rennradlern. Kein Wunder: Selbst hochpreisige Rennräder kommen häufig mit Einstiegs-Laufrädern. Die Hersteller setzen oftmals hier den Rotstift an, weil Kunden ohnehin einen Austausch planen - aufgrund der geplanten Einsatzart oder häufig gefahrenen Topographie, der eigenen körperlichen Voraussetzungen oder persönlichen Vorlieben. Laufräder beeinflussen maßgeblich, wie sich ein Rad fährt, und prägen zugleich den optischen Eindruck eines Rades - vom flinken Flitzer mit flachen Felgen bis hin zum rassigen Renner mit schnittigen Hochprofil-Rädern.

Um seiner Leserschaft bei der Orientierung im großen Laufradmarkt behilflich zu sein, betreibt RoadBIKE bei Laufradtests einen großen Aufwand, unter anderem mit diesen Testmethoden:

Gewicht

Ein leichtes Laufrad lässt sich schneller beschleunigen. Zudem macht sich ein geringes Gewicht positiv bei Bergfahrten bemerkbar.

RoadBIKE wiegt die Laufräder ohne Felgenband und Schnellspanner auf einer geeichten Waage. Angegeben werden die im Prüflabor gemessenen Einzelgewichte der Laufräder sowie das Set-Gewicht, dazu separat das Schnellspannergewicht. Für die Bewertung zählt das Set-Gewicht ohne Schnellspanner. Der leichteste Satz bekommt die Bestnote, die schwereren Modelle erhalten entsprechend weniger Punkte.

Seitensteifigkeit

Geringes Gewicht ist bei Laufrädern nur die halbe Miete. Von zentraler Bedeutung für Kraftübertragung und Fahrverhalten ist die Seitensteifigkeit. Gibt ein Hinterrad unter Last, wie etwa im Wiegetritt, seitlich nach, geht ein Teil der Antriebskraft verloren. Ist ein Vorderrad zu nachgiebig, lässt sich das Rad weniger präzise lenken.

Um die Seitensteifigkeit zu ermitteln, wirkt im RB-Labor eine Prüfkraft von 200 Newton seitlich auf die Felge des horizontal (an der Nabe) im Prüfstand eingespannten Laufrades. Die gemessene Verformung beschreibt den Widerstand des Laufrades gegen seitliche Belastungen. Die Werte werden in Nm/° angegeben. Je höher die Zahl, desto besser. RoadBIKE bezeichnet alle Werte oberhalb von 70 Nm/° als den "grünen Bereich", innerhalb dessen ein Laufradsatz für Fahrer aller Gewichts- und Leistungsklassen gut geeignet ist. Liegen die Werte deutlich darunter, empfehlen sich die Laufräder eher für leichte Piloten mit einem Körpergewicht unter 70 Kilogramm.

Torsionssteifigkeit

Bei jeder Kurbelumdrehung leitet die Kette über das Ritzelpaket ein Drehmoment in das Laufrad ein. Die dabei entstehenden Belas­tungen verdrehen die Nabe relativ zur Felge, was einen Teil der Antriebsenergie kostet. Je steifer ein Laufrad folglich in sich selbst ist, desto besser.

Auf dem RB-Prüfstand wird eine Pedalkraft von 750 Newton simuliert. Die Felge wird fixiert, eine Kette leitet das Drehmoment ein. Je geringer die dabei entstehende Verformung, umso effizienter der Vortrieb. Je niedriger der Wert, desto besser.

Trägheit

Je geringer die Trägheit eines Laufrades, desto besser lässt es sich in der Praxis beschleunigen.

Zur Messung der Trägheit beschleunigt eine Masse von 535 Gramm das drehbar gelagerte Laufrad. Lichtschranken am Prüfstand messen die Zeit, die das Gewicht über eine definierte Wegstrecke benötigt. Antriebsgewicht und Lagerung des Laufrades sind so gewählt, dass die Einflüsse der Lagerreibung und der Achse vernachlässigbar klein sind. Je schneller das Gewicht den Weg zurücklegt, umso besser die Beschleunigung des Laufrads. Der Wert wird in Millisekunden angegeben. Je kleiner die Zahl, desto besser beschleunigt das Laufrad.

Aufbau

Sind Laufräder mittig und ohne Seiten- oder Höhenschlag zentriert, erhöht dies ihre Lebensdauer. Nachlässigkeiten beim Aufbau oder eine geringe Speichenspannung machen hingegen frühzeitig einen Gang zum Service notwendig.

Mit einer Präzisionslehre wird ermittelt, ob Nabe und Felge exakt fluchten. Höhen- und Seitenschlag werden an jedem Laufrad zwei Mal mithilfe von Messuhren erfasst: im Neuzustand und nach Abschluss des Labortests. Je geringer die Abweichung in Millimetern, umso besser die Bewertung. Weichen die Werte der ersten und zweiten Messung erheblich voneinander ab, spricht dies für Nachlässigkeiten beim Aufbau.

Fahreindruck

Mehrere Tester fahren die Laufräder nacheinander auf einer festgelegten Testrunde und notieren ihre Eindrücke. Luftdruck, Schläuche und Reifen sind identisch. Der direkte Vergleich der unterschiedlichen Fahreindrücke innerhalb kürzester Zeit erlaubt belastbare Aussagen. Bewertet werden das Beschleunigungs-, Brems- und Lenkverhalten sowie die Anfälligkeit gegen Seitenwind.

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