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Labortest: 22 Rennrad-Laufräder

Die Laufwunder

Sie sehen gut aus und machen das Rennrad im Idealfall schneller. Aber wie viel müssen Sie für einen neuen Satz Laufräder wirklich ausgeben? RoadBIKE hat 22 Laufradsätze im Labor getestet.

Die Leser von RoadBIKE haben Laufräder zum wichtigsten Anbauteil an Rennrädern gewählt – knapp vor den Schaltgruppen. Kein Wunder, denn effektiver als mit Laufrädern lässt sich ein Rennrad nicht aufwerten – technisch und optisch gleichermaßen.

Aber wie viel müssen Rennradfahrer für einen hochwertigen Laufradsatz ausgeben – 300 Euro oder mehr als das Doppelte? Und auf welche Eigenschaften kommt es an? Fragen, die der große RoadBIKE-Laufradtest beantwortet.

RoadBIKE hat mit enormem Aufwand 22 Laufradsätze mit Aluminiumfelgen zwischen 225 und 1300 Euro getestet. In einem wahren Testmarathon hat RoadBIKE-Techniker Haider Knall rund 2000 Datensätze erhoben: Gewichte, das für die Beschleunigung wichtige Trägheitsverhalten, die Seitensteifigkeiten, Höhen- und Seitenschläge sowie die Torsionssteifigkeit am Hinterrad, für die der erfahrene Techniker, der schon für namhafte Profis, wie etwa Michael Rich, Laufräder gebaut hat, eigens einen Prüfstand entwickeltet.

Diese fünf Kriterien, quasi das kleine Einmaleins des Laufradbaus, entscheiden über Wohl oder Weh beim Laufrad. Fünf Kriterien, die die Eckpunkte darstellen, zwischen den sich ein gutes Laufrad bewegen sollte. Und das ist schwierig genug, weil einige dieser Kriterien eigentlich unvereinbare Gegensätze darstellen.

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So testet RoadBIKE Laufräder

Die coolsten Details der getesteten Laufräder

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Gewicht (20 %):

RoadBIKE wiegt jedes Laufrad einzeln und die serienmäßig mitgelieferten Schnellspannachsen auf einer digitalen Waage.

Trägheit (20 %):

Das Beschleunigen eines Laufrades erfordert eine bestimmte Kraft, die nicht nur vom Gewicht, sondern auch von der Gewichtsverteilung abhängt. Zur Messung der Trägheit beschleunigt eine definierte Masse das gelagerte Laufrad. Zwei Lichtschranken am Prüfstand messen die Zeit, die das Gewicht über eine definierte Wegstrecke benötigt. Antriebsgewicht und Lagerung des Laufrades sind so gewählt, dass der Einfluss der Lagerreibung und der Achse vernachlässigbar klein werden. Je schneller das Gewicht den Weg zurücklegt, umso besser lässt sich das Laufrad auch in der Praxis beschleunigen.

Seitensteifigkeit (20 %):

ine Prüfkraft von 250 N wirkt seitlich auf die Felge des horizontal im Prüfstand an der Nabe eingespannten Laufrades. Die gemessene Verformung beschreibt den Widerstand des Laufrades gegen seitliche Belastungen. In der Praxis bedeutet ein steiferes Hinterrad weniger Kraftverlust beim Treten. Ein seitensteiferes Vorderrad bedeutet präzisere Lenkmanöver. Der Abstand der Nabenflansche beeinflusst die Seitensteifigkeit maßgeblich – je flacher der Speichenwinkel, umso besser werden die Seitenkräfte aufgenommen. Auch die Stabilität der Felge hat einen großen Einfluss.

Torsionssteifigkeit (20 %):

Bei jeder Kurbelumdrehung leitet die Kette über das Ritzelpaket ein Drehmoment in das Laufrad ein. Die dabei entstehenden enormen Belastungen drehen die Nabe relativ zur Felge, was einen Teil der Antriebsenergie verbraucht. Im Prüfstand wird eine Pedalkraft von 1000 Newton simuliert. Die Felge wird fixiert, eine Kette leitet das Drehmoment ein. Je geringer die entstehende Verformung, umso effizienter der Vortrieb.

Mittigkeit/Rundlauf (20 %):

Auf einem präzisen Messgerät wird ermittelt, ob Nabe und Felge exakt fluchten. Höhen- und Seitenschlag werden anhand einer präzisen Messuhr ermittelt, und zwar an jedem Laufrad im Neuzustand und nach Abschluss des umfangreichen Labortests. Das lässt auf die Qualität der Einspeichung und die Haltbarkeit schließen.

Die besten Laufrad-Tipps vom RoadBIKE-Profi

Die coolsten Details der getesteten Laufräder

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Was macht ein wirklich gutes und haltbares Laufrad aus?

Ganz klar die Anzahl der Speichen. Wer mehrere Jahre lang ohne Probleme mit einem Laufradsatz unterwegs sein will, wird mit nur 20 Speichen pro Rad nicht glücklich. Auch wenn fast alle großen Hersteller auf diese Weise viel Gewicht sparen, der Langlebigkeit sind wenige Speichen absolut abträglich.

Woran erkennt man ein gutes oder schlechtes Laufrad?

An Details lässt sich die Qualität am ehesten erkennen. Jeder Speichenkopf muss flach auf dem Nabenflansch liegen, die Speiche gerade von der Nabe abgehen. Nippel und Speiche sollten bündig abschließen. Es darf kein Gewindegang der Speiche aus dem Nippel herausschauen! Miteinander gekreuzte Speichen sollten sich berühren, der Biegeradius beider Speichen sollte dann gleich sein.

Wie erkenne ich ein steifes Laufrad?

Leider gar nicht. Hochprofil-Felgen, ein großer Abstand zwischen den Nabenflanschen und viele, miteinander gekreuzte Speichen sind Indizien, aber keine Garantie für gute Laufräder. Klare Aussagen sind nur mit Labormessungen möglich.

Gewichte, Steifigkeit und Rundlauf

Die coolsten Details der getesteten Laufräder

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Wichtigstes Kriterium bei Laufrädern ist das Gewicht – zumindest auf den ersten Blick. Satte 622 Gramm trennen den schwersten Satz im Test, den 1931 Gramm schweren R 1900 von DT Swiss, vom absoluten Leichtgewicht, dem 1309 Gramm schweren Tune-Satz. Eine ganze Menge, zumal es sich dabei um rotierende Masse handelt, bei der es ganz besonders darauf ankommt, dass diese so gering wie möglich ist.

Aber: Leichtbau geht in der Regel auf Kosten der Steifigkeit. Wenn das Vorderrad mangels Seitensteifigkeit nicht messerscharf jedem Lenkbefehl folgt, wenn das Hinterrad im Wiegetritt zur Seite ausweicht, bringt Grammfeilscherei nichts. Bei den Vorderrädern gab es bezüglich der Seitensteifigkeit kein einziges Problem im Testfeld – das ist die gute Nachricht.

Schwächen zeigten aber einige der Hinterräder. Weil hier die Speichen auf der Antriebsseite durch die Kassette steiler stehen, sind Hinterräder konstruktionsbedingt weniger seitensteif als ihre symmetrisch gespeichten vorderen Partner. Im Testfeld blieben beide Hinterräder von Roval mit Werten knapp über 50 Nm/° klar hinter den Anforderungen. Sie seien nur wirklich leichten Fahrern unter 70 Kilo empfohlen.

Auch die leichten Hinterräder von Tune und das Mon Chasseral von DT Swiss erreichen Werte knapp unter 60 Nm/°, mit denen nur (Renn-)Fahrer bis 75 Kilo zurechtkommen. Am besten gelingt Mavics neuen und teuren R-Sys-Laufrädern, Leichtbau und Steifigkeit unter einen Hut zu bekommen. Easton, Shimano und Fulcrum erreichen ebenso hervorragende Werte – aber nur bei den jeweils teureren Testmodellen. Auch die Haltbarkeit hängt maßgeblich vom Gewicht ab: „Schwere Felgen bedeuten in der Regel stabile Laufräder“, bringt es Knall auf eine einfache Formel. Er hat Seiten- und Höhenschlag vor Testbeginn und nach Beendigung des Mess- und Belas-tungsmarathons an allen Rädern gemessen.

Ein qualitativ hochwertiges, also gut aufgebautes Laufrad weicht nach diesen Beanspruchungen, die einer vierstelligen Kilometerlaufleistung gleichkommen, nur minimal von den Werten im Neuzustand ab. Vorbildlich abzulesen ist das bei den handgebauten Rädern von Whizz Wheels sowie dem Referenz-Laufradsatz von RoadBIKE, aber auch bei den Fulcrum-Racing-5-Laufrädern oder Mavics R-Sys.

Im Gegensatz dazu hatte Ritcheys Protocol-Hinterrad nach den Messungen einen Seitenschlag von einem Millimeter. Noch dahinter blieb das Roubaix-Hinterrad von Roval, das rund 1,5 Millimeter Seitenschlag aufwies. Schon im Neuzustand lief das Bontrager-Aeolus-Hinterrad um fast einen Millimeter unrund, ähnlich gravierend war der Höhenschlag. Und bei Ritcheys Protocol-Hinterrad stand die Felgenmitte einen Millimeter neben der Mitte der Nabe. Bei der von RoadBIKE entwickelten Torsionssteifigkeitsmessung des Hinterrades zeigte sich, wie stark sich das Rad durch den Kettenzug in Fahrtrichtung verwindet. Eine aufwendige Messung, die Aufschluss gibt, wie direkt ein Rad auf harte Antritte reagiert. Hier trennten den Spitzenreiter Campagnolo Zonda weit über 50 Prozent von den Schlusslichtern.

In Zahlen: Unter einer Zuglast von 100 Kilo verdreht sich das Zonda rund 4,5 Zentimeter in sich, Mavics Ksyrium satte 11 Zentimeter. Grundsätzlich gilt: „Viele, zumindest an der Antriebsseite gekreuzte Speichen erhöhen eindeutig die Torsionssteifigkeit, weil gekreuzte Speichen flacher zur Zugrichtung liegen“, erklärt Experte Haider Knall.

Die Trägheitsmessung

Die coolsten Details der getesteten Laufräder

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Auffällig, dass die leichteren Räder nicht zwingend bessere Werte bei der Trägheitsmessung erzielen. Zwar haben hier die Leichtbauwunder die Nase vorn, allen voran Mavics beindruckendes neues R-Sys. Aber auch schwerere Räder wie Campagnolos Zonda und das ähnlich konstruierte Racing 5 von Fulcrum erreichen beim Beschleunigungsverhalten sehr gute Werte.

Fazit und Kauftipps

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Einer der teuersten Laufradsätze im Test, Mavics R-Sys, ist in allen Messungen ganz vorne dabei. Die neue Konstruktion mit Carbonspeichen, die auf Zug und Druck belastet werden, ist zwar empfindlicher als Laufräder mit Aluspeichen. Aber das Konzept ist den günstigeren Ksyrium-Rädern im Test überlegen.

Anders verhält es sich bei Campagnolo. Bei den Italienern bietet der günstigere Zonda-Laufradsatz für weniger Geld fast genauso viel wie der teurere Neutron-Satz. Prinzipiell gilt: Wer seinem Renner ein kleines Lauf-Wunder bescheren möchte, muss nicht zwingend ganz tief in die Tasche greifen. Viel wichtiger ist, ob das Laufrad zu den eigenen Bedürfnissen passt. So sollten Kilometervernichter zwar auf hohe Torsionssteifigkeit und niedrige Trägheit achten, die Haltbarkeit aber auch deutlich höher als das Gewicht bewerten. Und schwere Fahrer sollten sich in erster Linie an den Steifigkeitswerten und den Ergebnissen beim Rundlauf orientieren.

Fazit
Souverän erreicht der R-Sys-Laufradsatz von Mavic fast durchweg Traumwerte und sichert sich den Testsieg. Campagnolos Zonda und das Racing 5 von Fulcrum bieten dagegen das beste Preis-Leistungs-Verhältnis. Und Whizz Wheels punktet mit der hohen Schule klassischen Laufradbaus.

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