Der neue Garmin Edge 530. ROADBIKE/Christian Brunker

Garmin Edge 530 im ROADBIKE-Dauertest

Der Garmin Edge 530 im ROADBIKE-Test

Neue Mittelklasse: Zum Sommer hat Garmin den Nachfolger des beliebten GPS-Radcomputer Edge 520, bzw. Edge 520 plus vorgestellt. Doch was kann der neue Edge 530? Welche neuen Features hat er an Bord und lohnt der Umstieg? ROADBIKE hat das Gerät im Dauertest und wird fortlaufend über die Erfahrungen berichten.

Wer einen möglichst kompakten GPS-Radcomputer sucht, der dennoch nahezu alle Funktionen sowie eine Kartendarstellung wünscht, wird relativ schnell auf den neuen Edge 530 stoßen, mit dem Garmin die Vorgänger Edge 520 sowie 520 plus abgelöst hat. Damit bildet der Edge 530 bei Garmin die Mittelklasse zwischen dem günstigeren Edge 130 und den darüber angesiedelten Modellen Edge 830 und Edge 1030. Wobei sich Edge 530 und 830 vor allem darin unterscheiden, dass der Edge 830 über ein Touchdisplay verfügt und der Edge 530 klassisch über Tasten bedient wird.

KURZ&KNAPP

  • Preis: 299,99 Euro Gerät / 399,99 Euro (Sensor-Bundle (HF, TF, Speed)); MTB-Bundle optional
  • Gewicht: 78,6 g (ohne Halterung)
  • Display: 2,6 Zoll Farbdisplay, 246x322 Pixel
  • Akku/Laufzeit: Lithium-Ionen / 20 h (Herstellerangabe)
  • Wasserdichtigkeit: IPX7 (Schutz vor Schäden bei max. 30 Min in 1 m Wassertiefe)
  • Höhenmesser: Barometrisch
  • Schnittstellen: ANT+, Bluetooth Smart
  • Ortung: GPS, GLONASS, Galileo

Abmessungen/Lieferumfang

Im direkten Vergleich mit dem Vorgänger fällt auf, dass der neue Edge 530 rund 1,3 cm länger ist als der alte Edge 520 plus (8,5 cm zu 7,2 cm), der Zuwachs in der Breite fällt mit 2 mm hingegen vernachlässigbar aus. Am Lenker ist der Edge 530 aber immer noch wirklich schön klein und kompakt, kein Vergleich zu den deutlich größeren Geräten wie der Edge 1030. Die größeren Abmessungen hat Garmin genutzt, auch den Bildschirm etwas zu vergrößern, in der Diagonale steht ein plus von 8 mm (von 5,8 cm auf jetzt 6,6 cm). Zugelegt hat der Edge 530 auch auf der Waage, wenn auch nur minimal. Der GPS-Computer wiegt 78,6 g, beim Vorgänger zeigt die Waage nur 62,8 g an. Die Tasten des Edge 530 haben sich in Haptik und Form leicht verändern, Position und Funktion sind aber wie beim Vorgänger.

ROADBIKE/Christian Brunker
Garmin Edge 520 plus (links) und Edge 530 im Größenvergleich.

Verkauft wird der Edge 530 entweder als einzelnes Gerät für 299,99 Euro oder im Sensor-Bundle, für das zusätzliche 100 Euro fällig werden. Alternativ ist auch ein spezielles Mountainbike-Bundle erhältlich. Aber was ist nun drin? Und lohnt der Aufpreis für das Bundle?

Löblich: In der Gerät-Solo-Ausführung ist die Aero-Halterung für die Montage vor dem Lenker bereits enthalten, hinzu kommen Aufnahmen und O-Ringe für die Montage auf dem Vorbau oder dem Lenker, eine Kurzanleitung, ein Micro-USB-Ladekabel sowie ein Befestigungsband. In der Bundle-Version kommen noch drei Sensoren hinzu: Einen für die Geschwindigkeit zur Montage auf Vorder- oder Hinterradnabe, ein Sensor für die Trittfrequenz, der am Kurbelarm befestigt wird, sowie ein Pulsgurt für die Herzfrequenz. Wer bereits über entsprechende ANT+ oder Bluetooth-Sensoren verfügt, kann diese bedenkenlos weiterverwenden und sich den Aufpreis sparen. Allerdings: Gerade der neue Speed-Sensor von Garmin ist im Vergleich zum älteren Sensor etwas schmaler geworden und passt nun viel besser auf die Hinterrad-Nabe.

Tipp: Auch wenn GPS-Radcomputer die Geschwindigkeit über die GPS-Position berechnen können, lohnt nach ROADBIKE-Erfahrung die Montage eines eigenen Speed-Sensors. Denn die per GPS berechnete Geschwindigkeit hängt natürlich von der Präzision des GPS-Signals ab, das beispielsweise in Wäldern oder in den Bergen leichte Schwächen haben kann und in Tunneln ganz ausfällt. Die Folge: Obwohl eigentlich mit konstanter Geschwindigkeit unterwegs, schwankt das angezeigte Tempo mehr oder weniger stark.

Im Mountainbike-Bundle (369,99 Euro) ist eine spezielle Mountainbike-Halterung, der Speed-Sensor, eine Edge-Fernbedienung sowie eine Silikon-Schutzhülle enthalten.

Montage/Einrichtung

Sowohl der Speed-Sensor als auch der Trittfrequenz-Sensor sind schnell an jedem Rad montiert. Am Rande: Der neue Speed-Sensor von Garmin ist etwas schmaler geworden und passt so besser auf die Hinterradnabe, wo ich die Sensoren immer montiere. Sie können zwar auch ans Vorderrad, aber da im Blickfeld stören sie mich einfach.

ROADBIKE/Christian Brunker
Der neue Garmin-Speedsensor ist schmaler und passt besser auf die Naben.

Ebenfalls schnell montiert ist die mitgelieferte Aero-Halterung, die problemlos an die meisten Standard-Lenker passt. Dank der Marktbedeutung von Garmin gibt es mittlerweile auch für fast alle erhältlichen Lenker-Vorbau-Kombinationen entsprechende Garmin-Halterungen.

Nach dem ersten Einschalten führt der Garmin den Nutzer durch den Einrichtungsprozess, die mitgelieferte Kurzanleitung ist eigentlich gar nicht notwendig. Bei Detailfragen hilft allerdings vor allem die auf der Garmin-Seite im Internet verfügbare ausführliche Anleitung besser weiter. Einer der ersten Schritte der Einrichtung ist das Koppeln mit der GarminConnect-App auf dem Smartphone (für iOS (11.0 oder höher), Android (5.0 oder höher) und Windows, mindestens Bluetooth 4.0). Das ist mit ein bisschen Hin und Her verbunden (Verbindungsanfrage annehmen, Bestätigen, etc.), funktionierte im RB-Test aber problemlos. Auch das Koppeln mit den mitgelieferten Sensoren gestaltete sich unkompliziert. Ein Tipp am Rande: Im Edge 530 lassen sich die Sensoren auch frei benennen, also beispielsweise „Stevens TF“. Gerade wer Sensoren an mehreren Rädern hat, behält so leichter den Überblick.

Etwas aufwendiger ist die anschließende Einrichtung des Edge 530. Wer seine Datenseiten individuell einrichten will, muss sich auf einen kleinen Klick-Marathon einstellen. Auf den Datenseiten des Edge lassen sich bis zu 10 verschiedene Werte anzeigen, wobei das schon recht unübersichtlich wird. Aus meiner Sicht sind 7 Werte ein guter Wert, um bestimmte, wichtigere Angaben wie Geschwindigkeit, Herzfrequez, Leistung, o.ä. entsprechend größer im Blickfeld zu haben.

Bei der Wahl der Satelliten-Navigation hat man nun die Wahl, ob man neben dem US-amerikanischen GPS-Signal auch das russische GLONASS oder das europäische System Galileo nutzen möchte.

An Funktionen und daraus angeleiteten Daten bietet der Edge einen fast unerschöpflich großen Fundus, natürlich abhängig von den verwendeten Sensoren oder einem Leistungsmesser. Um manche Werte schneller zu finden, hat Garmin die „beliebten“ Werte eingeführt, in denen die am häufigsten gewählten Werte zusammengefasst sind. Zum Funktions-/Anzeigeumfang gehören neben den ganzen Fahrrad-Daten auch beispielsweise Sonnenauf- und -untergang, Ladestände von Di2 oder auch ein Kompass. Dank barometrischem Höhenmesser sind auch Werte wie Aufstiegsgeschwindigkeit möglich. In Verbindung mit einem Leistungsmesser (insbesondere Garmins Vector-Pedalen) ist per „Cycling Dynamics“ eine noch tiefergehende Analyse und Anzeige des Pedaltritts möglich. Neu hinzugekommen ist die Möglichkeit, den Edge 530 direkt mit einem WLan-Netzwerk zu verbinden.

Neu hinzugekommen ist auch die Möglichkeit, sich bestimmte Wertekombinationen grafisch mit Balkendiagrammen anzeigen zu lassen, also beispielsweise die aktuelle Geschwindigkeit, die Durchschnittsgeschwindigkeit und die Maximalgeschwindigkeit. Das geht aber auch für Herzfrequenz oder ähnliches.

Kurzum: Funktional bietet der Edge 530 nahezu alles, was sich Rennradfahrer wünschen können. Hinzu kommen die bereits bekannten Sicherheitsfeatures wie das LiveTracking. Entsprechend festgelegte Adressaten erhalten beim Start einer Tour einen Link, auf dem die Position des Fahrers in Echtzeit nachverfolgt werden kann. Ebenfalls praktisch ist die GroupTracking-Funktion: Machen mehrere Edge-Besitzer (auch von älteren Geräten) eine gemeinsame Ausfahrt, können sie eine Gruppe bilden. Die Positionen der Gruppenmitglieder ist dann bei den Geräten mit Kartendarstellung auf der Karte sichtbar.

Was aber etwas stört, sind die neuen Tasten. Gefühlt ist der Druckpunkt im Vergleich zu den Tasten des Edge 520 plus etwas unpräziser, außerdem bleiben sie immer mal wieder hängen.

Der Garmin Edge 530 im tagesaktuellen Preisvergleich:

Die ersten Ausfahrten

Die Sonne lacht, so kann die erste Testrunde beginnen. Und gleich fällt auf, dass man den Edge 530 an manchen Stellen etwas bremsen muss. Denn er bietet viele Komfort-Funktionen, die manchmal des Guten etwas zu viel sind. So kann der Edge beispielsweise Aufzeichnungen ganz automatisch starten, wenn er eine Bewegung/Geschwindigkeit erkennt. Steht man aber einfach nur im Keller und checkt gerade die Gangschaltung vor dem Start (und das Hinterrad mit Speed-Sensor rotiert), muss für meinen Begriff die Aufzeichnung noch nicht starten. Aber man kann diese Autostart-Funktion ja problemlos ausschalten, denn mir persönlich ist es lieber, die Aufzeichnung immer manuell beim wirklichen Losfahren zu starten. Bei der Gelegenheit lässt sich auch gleich die Geschwindigkeit für die Auto-Pause-Funktion festgelegen. Damit wird die Aufzeichnung automatisch pausiert, wenn man eine bestimmte Geschwindigkeit unterschreitet, also beispielsweise an einer Ampel warten muss.

Auch das Koppeln mit der Shimano Di2 funktioniert gut. Dann lassen sich auf dem Edge auch der Ladestand der Di2 (sehr praktisch) und sogar die jeweilige Übersetzung anzeigen. Allerdings zeigte er mir als großes Kettenblatt ein 53er und als kleines ein 34er Kettenblatt an. Das gibt es in der Kombination gar nicht und würde auch nicht funktionieren. Mir war aber auch nicht klar, woher der Garmin diese Info über meine Schaltgruppe hat. Der erste Check mit Shimanos E-Tube-App ergab, dass die Kettenblätter und auch das Ritzelpaket dort korrekt angegeben sind. Auf Anhieb fand ich aber auch nicht, wo ist das im Edge einstellen kann. Die Lösung hatte schließlich der Garmin-Support für mich: Die Kettenblatt-Ritzel-Kombination kann man unter Sensoren – Eigenschaften – Shimano Di2 einstellen und dann wie in meinem Fall auf 50/34 mit einer 11-32er Kassette. Prompt wird jetzt die richtige Übersetzung angezeigt. Info nebenbei: Mit Shimanos Di2 lässt sich der Garmin auch über die sonst meist nicht belegten Knöpfe oben auf den STIs bedienen. Um die Seiten durchzublättern, muss man dann also nicht einmal die Hand vom Lenker nehmen. Sehr praktisch.

Ansonsten gefällt mir das neue Display sehr gut, es wirkt etwas klarer und noch feiner als beim Edge 520 plus.

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Garmin

Einen Teil der neuen Features taucht erst auf, wenn man vorher gespeicherte Strecken abfährt, beispielsweise das Steigungs-Feature „ClimbPro“, das mir sehr gut gefällt. Dabei ermittelt ein Algorhythmus bei der geplanten Strecke die Anzahl und Länge der Steigungen (damit nicht jede Bahnüberführung als „Berg“ gezählt wird). Im Ergebnis hat man schließlich eine Übersicht über die auf der Tour anstehenden Steigungen und wie weit es bis zum nächsten Anstieg ist. Ist man dann drin, hat man die Übersicht, wie viele Höhenmeter noch kommen und wie sich die Steigung in den nächsten Abschnitten entwickelt. Da kann man sich sehr schon orientieren, was noch kommt und seine Kräfte gut einteilen.

Ein Kandidat zum Abschalten ist aber die Warnung vor scharfen Kurven, die – besonders bergauf – manchmal schon fast komisch daherkommt, wenn man sich mit 12 km/h einer Serpentine nähert. Aber auch bergab hat mich das Feature nicht überzeugt, denn wenn ich mit 60 bis 70 Sachen einen Berg abfahre, möchte ich nicht durch ein Piepen auf meinem Garmin abgelenkt werden und eventuell im entscheidenden Moment den Blick von der Straße nehmen.

Generell ist mein Tipp: Mindestens die Pieptöne soweit als möglich abzuschalten, sonst kann es passieren, dass der Edge auf einer Tour nahezu ständig Geräusche von sich gibt. Der kann etwas nerven.

Ganz praktisch ist das neue „Finde meinen Edge“-Feature. Weiß man nicht mehr, wo man seinen Edge zuletzt hatte oder hat ihn gar unterwegs irgendwo verloren, wird in der GarminConnect-App die letzte erfasste Position des Edge angezeigt. Noch unentschienen bin ich beim neuen Fahrrad-Alarm, der ebenfalls im Edge 530 neu integriert ist. Diesen kann man aktivieren, wenn man sein Fahrrad mal kurz irgendwo abstellt, etwa um in ein Café zu gehen oder einer Tankstelle Flüssigkeitsnachschub zu kaufen. Wird das Rad dann bewegt, schlägt die App im Smartphone entsprechend Alarm. Eigentlich praktisch, aber mein Gedanke ist: Was, wenn der Dieb nicht das Rad mitnehmen will, sondern einfach den Garmin aus der Halterung dreht? Dann bekomme ich zwar den Alarm, aber wenn ich nicht genau gesehen habe, wer den Edge eingesteckt hat, hilft mir das auch nicht weiter. Ich werde es aber mal (unter sicheren Bedingungen) ausprobieren.

Ein paar Worte zur Akku-Laufzeit: Nach der ersten Pendelwoche mit ca. 6 h Aufzeichnungszeit (8 x 45 Minuten Fahrtzeit) waren noch 27% Akku. Das ergibt nicht ganz die versprochenen 20 h, aber mit den vielen Kurzstrecken ist das auch nicht direkt vergleichbar. Ein entsprechender Test auf einer längeren Tour wird auf jeden Fall noch folgen. Gut ist aber, dass Garmin einige Features anbietet, um die Akku-Laufzeit zu verlängern, beispielsweise ein Stromspar-Modus. Bei dem schaltet sich das Display nach wenigen Sekunden ab und geht nur an, wenn der Edge an den Tasten bedient wird oder beispielsweise ein Abbiege-Hinweis ansteht.

Was ist bislang noch aufgefallen? Zunächst einmal läuft der Edge angenehm stabil und ohne offensichtliche Bugs, ein einziger kurzer und folgenloser Absturz war bislang zu vermelden. Bei der Genauigkeit der Streckenaufzeichnung gab es vor ein paar Tagen bei einer Tour Abweichungen, die aber vermutlich auf eine Störung des europäischen Galileo-Systems in dieser Zeit zurückzuführen waren.

Ein weiteres Detail, das mir aufgefallen ist: Tritt man bei einer Tour gegen eine ältere Aktivität an, läuft der Timer auch in Standzeiten weiter, man verliert also beispielsweise an Ampeln an Zeit. Besser wäre es, wenn nur die jeweiligen Zeiten in Bewegung verglichen werden würden.

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Garmin

Navigation

Vorab: Im Gegensatz zum Top-Modell Edge 1030 bietet der Edge 530 nur eine eingeschränkte Navigation. Die Garmin Fahrradkarte Europa ist zwar installiert, aber das Gerät selbst kann nur ganz eingeschränkt Routen selbst planen. Dazu müssen vorab Positionen (sogenannte Favoriten) festgelegt werden, also beispielsweise die eigene Wohnung oder der Arbeitsplatz, und dann kann der Edge eine Route vom aktuellen Standort zum jeweiligen Favoriten berechnen. Außerdem ist es möglich, sich während einer Tour jederzeit zum Startpunkt zurücknavigieren zu lassen, entweder auf der bereits zurückgelegten Strecke oder der kürzesten Verbindung.

Generell nutzt Garmin bei der Routenberechnung seine „Popularity-Routing“-Funktion, bei der vor allem die Abschnitte genutzt werden, auf denen nach Garmins riesiger Datenbasis viele Radfahrer unterwegs sind. Eine Einschränkung: Das kann funktionieren, ist aber auch keine Garantie, wie Erfahrungen in der ROADBIKE-Redaktion zeigen.

An dieser Stelle ist das Fehlen eines Touch-Displays wirklich von Nachteil beim Edge 530. Denn um sich zu einer Position navigieren zu lassen, sind einige Schritte notwendig. Auch ich musste dies in der ausführlichen Anleitung nachlesen, selbsterklärend funktioniert es nicht. Über die Punkte „Navigation“ muss man zu „Karte durchsuchen“, ehe man mit den Auf- und Ab-Tasten die Karte heraus- und heranzoomen sowie verschieben kann. Der Wechsel zwischen den Funktionen funktioniert per Eingabetaste. Dann muss man mit dem Steuerkreuz die markierte Position (also den Favoriten) finden, und mit einem langen Druck auf die Eingabetaste kann man dem Edge schließlich sagen, dass er einen zu dieser Position routen soll.

Viel besser ist es, die Touren vorab am PC genau zu planen oder sich in einem der bekannten Touren-Portale wie Komoot andere Touren herunterzuladen und auf den Garmin aufzuspielen. Das funktioniert extrem einfach: Ist der Edge per USB am Computer angeschlossen, muss die GPX- oder TCX-Datei nur in den „New Files“-Ordner auf dem Edge verschoben werden und beim nächsten Start des Edge ist die Strecke dann verfügbar.

Will man Strecken ohne PC planen und übertragen, sind zusätzliche Schritte nötig. So gibt es beispielsweise von Komoot ein Widget, also eine App für den Edge 530, mit dem der Edge mit dem eigenen Account bei Komoot verbunden werden kann. So kann man mit der Komoot-App auf dem Smartphone Strecken raussuchen und speichern, dann werden die gespeicherten Strecken automatisch übertragen. Voraussetzung: Man hat die entsprechenden Kartenregionen bei Komoot (teils kostenpflichtig) freigeschaltet.

GPS-Genauigkeit

Von der ersten Tour mit einem ungenauen Satelliten-Signal hatte ich ja schon berichtet, damals vermutete ich einen bekannten Ausfall des Galileo-Systems als Ursache. Heute (05.08.2019) hatte ich aber erneut deutliche Probleme bei der Genauigkeit, und das Galileo-System soll eigentlich ja wieder funktionieren. Im Ergebnis zeigte mich der Edge 530 zunächst rund 200 Meter zu weit südlich an, im Laufe der rund einstündigen Fahrt zu Arbeit wurden es dann eher 200 bis 300 Meter zu weit westlich. Beim Start war die Position noch einigermaßen genau. Aber nach rund 5 Minuten verschlechterte sich die Positionsgenauigkeit deutlich. Damit einher ging eine exorbitante Geschwindigkeitszunahme (auf unrealistische 145 km/h). Die Datenanalyse des Tracks zeigt noch zwei weitere Geschwindigkeits-Peaks, einmal bis 72 km/h und einmal auf 104 km/h. Da scheint irgendwie der Wurm drin gewesen zu sein und es lohnt sich, das ganze weiterhin zu beobachten.

Und in der Tat, und wenige Tage später (08.08.19) wieder mal ein GPS-Problem: Kurz nach dem Losfahren am Morgen ploppte kurz auf dem Edge „Satelliten verloren“ auf. Ein Kontrollblick in die GPS-Genauigkeit aber zeigte dennoch nur eine Abweichung von 3 m – also völlig normal – an. Der aufgezeichnete Track war aber wieder um einige 100 Meter nach Südwesten verschoben. In dieser Häufigkeit kannte ich die GPS-Probleme nicht vom Vorgänger Edge 520 plus. Eine Anfrage an den Garmin-Support läuft.

Nachtrag: Auch Garmin konnte anhand der von mir übermittelten Rohdaten die Ursache für die Abweichung nicht final aufklären. Aber seit ich die Positionsbestimmung von GPS/Galileo auf GPS/Glonass umgestellt habe, sind keine weiteren Probleme mehr aufgetreten und der Edge zeigt die gefahrene Strecke sehr genau an. Von daher liegt der Verdacht sehr nahe, dass es wohl bei der Positionsbestimmung mit dem noch neuen Galileo-System einige Probleme gibt.

Die ersten längeren Tour/Akku-Laufzeit

Auf einer längeren Tour habe ich mal die Akku-Laufzeit nach mehreren Ladezyklen (der Akku müsste also mittlerweile in Topform sein) gecheckt. Insgesamt war ich dabei für 105 km rund 4,5 Stunden unterwegs, davon knapp 4 Stunden in Bewegung. Nach der Tour zeigte der zuvor voll aufgeladene Edge noch 70% Akku an, interpoliert müsste der Akku dann ungefähr 13,5 h halten, bis nur noch 10% übrig sind. Also für den normalen Alltags-Einsatz völlig ausreichend. Dauern die Touren erwartbar länger, wäre mein Tipp allerdings, eine Powerbank samt Kabel einzustecken und den Edge zwischendurch noch einmal aufzuladen.

Garmin

Eine weitere Auffälligkeit: Hatte ich zu Beginn die ClimpPro-Funktion (Version 4.10) noch gelobt, muss ich mein Lob mittlerweile etwas einschränken. Die Funktion selbst ist nach wie vor top und gibt einen sehr guten Überblick über den aktuellen und die anstehenden Anstiege. Der Schwachpunkt ist aber meiner Meinung nach der Algorhythmus, der aus der geplanten Strecke die Anstiege berechnet. Auf einer Tour in den ALpen mag dieses Feature gut funktionieren, aber nach meiner Erfahrung ist es im welligen Hügelland etwas überfordert. So hat mir der Edge auf einigen Testrunden „Anstiege“ definiert, die ich beim besten Willen nicht so nennen würde. Also beispielsweise einen Höhenunterschied von knapp 50 Metern auf 1,32 km (siehe Screenshot). Das fühlt sich nicht nach Anstieg an und auch der Beginn und das Ende des Anstiegs wirken unterwegs doch recht willkürlich. Da müsste man die Anforderungen doch etwas nach oben schrauben, damit auch nur wirkliche Anstiege als solche erkannt werden und nicht irgendwelche hügelige Abschnitte.

Der Garmin Edge 530 im tagesaktuellen Preisvergleich:

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