Cyclocross-Blog 2018/19

Selbstversuch Querfeldein-Lizenzrennen: Mein Winter im Schlamm

Foto: Gustavo Enzler RB-Redakteur Moritz Pfeiffer beim Cyclocross
RoadBIKE-Redakteur Moritz Pfeiffer hat das Querfeldein-Fieber gepackt - bislang in der Hobbyklasse. In diesem Winter startet er erstmals bei Lizenzrennen. Über seine Erfahrungen und die Cross-Szene schreibt er in diesem Blog.

Die (Schnaps-) Idee

Blog-Eintrag vom 28. September 2018:

Ja, ich gebe zu: Ich bin infiziert vom Querfeldein-Virus. Cyclocross, wie es neu-deutsch heißt, macht mir saumäßig Spaß! Auf einem Rennrad nicht über Asphalt cruisen, sondern durchs Gelände pflügen, über schlammige Wiesen, durch dunkle Wälder, steile Abhänge rauf und wieder runter, vom Rad springen, es schultern, eine Treppe hinauf oder über ein Hindernis, aus vollem Lauf wieder aufspringen... bei all diesen Dingen leuchten meine Augen.

Was ist Cyclocross/Querfeldein eigentlich genau? Es ist ein Wettkampfsport, der - so die Definition des Bundes Deutscher Radfahrer - "überwiegend von September bis Februar im Freien Gelände, auf Straßen, Feld-, Wald- und Wiesenwegen und über natürliche oder eingebaute Hindernisse durchgeführt wird", auf Rundkursen zwischen 2,5 und 3,5 Kilometern Länge, "wovon mindestens 90% befahrbar sind." Gestartet wird im Massenstart aus einer Startaufstellung in verschiedenen Leistungsklassen, die Rennlänge wird in Minuten gemessen (von 20 Minuten für die Rennklasse Schüler*innen U15 bis 60 Minuten für die Elite).

Langer Anlauf

Cyclocross ist eine Leidenschaft, die sich langsam bei mir entwickelt hat, über Jahre. 2005 habe ich mir mein erstes Crossrennrad gekauft. Im Winter nutzte ich es, um Abwechslung ins Training zu bringen und neue Strecken zu erkunden: Schotterwegen und leichte Trails. An Rennen dachte ich damals nicht, und die indiskutable Bremsleistung der montierten Cantilevers förderten nicht unbedingt mein Zutrauen. 2013 gönnte ich mir mein zweites Querfeldein-Rad, erstmals mit einer Scheibenbremse, mechanisch per Bowdenzug angesteuert. Meine Ausfahrten wurden länger und technisch anspruchsvoller (wobei jeder halbwegs begabte Mountainbiker wohl nur ein müdes Lächeln aufbringen würde).

Anfang 2016 startete ich dann aus purer Neugier bei meinem ersten Hobbyrennen. Ich war ein kompletter Anfänger. Start aus einer Startaufstellung, man muss zehn Minuten vorher da sein? Nie gehört. Fahrtechnik-Training? Ein paar YouTube-Tutorials. Aber es machte Spaß (einen Bericht - verfasst als damaliger freier Mitarbeiter von Velomotion - gibt es hier).

Seither hat mich das Cyclocross-Fieber gepackt. Immer wieder verfolge ich via Livestream die großen Profi-Crossrennen, fiebere mit, wenn Matthieu van der Poel und Wout van Aert, Sanne Cant, Marianne Vos und Co. sich duellieren. Und jedes Jahr wächst die Zahl an Hobbyrennen, an denen ich teilnehme. Die Ergebnisse? Gesundes Mittelfeld mit Ausreißern nach oben und unten. Mal eine Top-Ten-Platzierung, bei kleinem Teilnehmerfeld sogar mal ein Podiumsplatz, mal Niemandsland in der Ergebnisliste.

Exkurs: Lizenzrennen

Je näher die Cross-Saison 2018/19 rückte, desto häufiger stellte ich mir die Frage: Bei welchen Rennen und - vor allem - in welcher Klasse will ich starten? Um diese Frage zu verstehen, muss man das Wettkampfwesen im deutschen Radsport kennen. Dieses teilt sich in Jedermann-, Lizenz- und Hobbyrennen auf.

In aller Kürze: Jedermannrennen sind oft große Veranstaltungen, deren Ausrichter - z.B. Event-Agenturen - kommerzielle Interessen verfolgen. Teilnehmen können quasi alle, die bereit sind, das oft etwas höhere Startgeld zu bezahlen. Auch wer eine Rennlizenz besitzt, darf bis zu einer gewissen Leistungsklasse mitfahren. Lizenzrennen hingegen werden ehrenamtlich von Radsportvereinen ausgerichtet, die Durchführung ist klaren Regeln unterworfen, die der Dachverband Bund Deutscher Radfahrer (BDR) vorgibt. Die Startgebühren sind erheblich geringer, teilnehmen darf aber nur, wer eine Rennlizenz besitzt - eine kleinen Karte, die man am Renntag beim Veranstalter abgibt und im Gegenzug seine Startnummer erhält. Um eine Jahreslizenz zu lösen, muss man Mitglied in einem Radsportverein sein. Seit 2017 gibt es zudem Tageslizenzen, von denen man bis zu fünf in einem Kalenderjahr lösen darf, um an einem Rennen teilzunehmen. Hobbyrennen wiederum bieten viele Radsportvereine im Rahmenprogramm ihrer Lizenzrennen an, zugelassen sind ausschließlich Starter*innen ohne Lizenz. Die Startgelder sind oft erheblich günstiger als bei Jedermannrennen, die Rennen dafür aber in der Regel auch deutlich kürzer, die Strecken nicht selten weniger attraktiv.

Foto: RV Schwalbe Leonberg RB-Redakteur Moritz Pfeiffer beim Cyclocross

Rückkehr zu den Wurzeln

Irgendwann reifte bei mir der Entschluss: Nach meinen Erfahrungen in der Cyclocross-Hobbyklasse starte ich im Winter 2018/19 erstmals mit Lizenz. Die Reaktion der anderen Redakteure auf meine Ankündigung waren zweifelnde, manchmal feixende Gesichter: "Warum tust du dir das an?" - "Du weißt schon, dass du da mit der Elite mitfährst bzw. hinter ihr her?" - "Hast du bei den Hobbyrennen nach 30 Minuten Vollgas wirklich immer gedacht: Och, könnte eigentlich noch mal genau so lange so weitergehen?" Manche Kommentare legen den Finger genau in die Wunde, bzw. stellen genau die Fragen, die sich mir auch aufdrängen: Ist das nicht eine totale Schnapsidee, werde ich da nicht gnadenlos abgehängt, überrundet und im schlimmsten Fall aus dem Rennen genommen? Halte ich überhaupt 60 Minuten Cross-Rennen durch? Fängst du dir nicht wie jeden Winter irgendeine hartnäckige Infektion und bist sowieso total früh weg vom Fenster?

Trotzdem steht mein Entschluss fest. Es ist quasi eine Rückkehr zu meinen Wurzeln als Rennradfahrer: Nach der Jan-Ullrich-Tour 1997 bin ich in einen Radsportverein eingetreten, um Rennen zu fahren. In den Altersklassen Jugend U17, Junioren U19 und Männer U23 startete ich bei unzähligen Lizenzrennen, vor allem in Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg, zwar ohne jeden zählbaren Erfolg, aber mit Faszination und Begeisterung. Irgendwann entdeckte ich dann Radmarathons und Jedermannrennen für mich und ließ das allzu ambitionierte Radfahren auch mal einige Zeit schleifen.

Insofern bin ich sehr gespannt, was mich beim Selbstversuch Lizenzrennen Querfeldein erwartet. Meine Ziele sind: Spaß haben, Erfahrungen sammeln und Werbung machen für eine faszinierende Facette des Rennradsports. Insofern lade ich alle interessierten Leserinnen und Leser ein, mich auf meinem Weg durch die kommenden Monate zu begleiten!

Rennen/Ergebnisse

Geplante bzw. absolvierte Rennen mit Ergebnis:

6.10.2018: Mannheim (21 Starter, 15. Platz)
3.11.2018: Wyhl
10.11.2018: Deutschland Cup Cross Stuttgart-Vaihingen
17.11.2018: Öschelbronn
18.11.2018: Deutschland Cup Cross Albstadt
24.11.2018: LVM Baden-Württemberg Mannheim
15.12.2018: Deutschland Cup Cross Offenburg
16.12.2018: Deutschland Cup Cross Kehl
29.12.2018: Deutschland Cup Cross Herford

Mein bisheriges Training + Fahrtechnik

Blogbeitrag vom 4. Oktober 2018:

Wie macht man sich fit für Cyclocross-Lizenzrennen? Ehrliche Antwort: Kann ich zum jetzigen Zeitpunkt nicht sagen, da ich noch nie welche gefahren bin. Um allgemeingültige Antworten zu geben, werde ich in den kommenden Wochen mit (Ex-)Profis und Trainern sprechen und Tipps und Tricks einholen. Bis dahin gebe ich einen kurzen Einblick, wie ich in den letzten Jahren und auch bisher für diese Cross-Saison trainiert habe.

Einen Großteil meiner Jahreskilometer sammle ich beim Pendeln mit dem Rad zur Arbeit. Wellige 40 Kilometer misst eine Strecke, für die ich zwischen anderthalb und eindreiviertel Stunden brauche. Zweimal pro Woche wird eine Strecke geradelt, selten mehr. Dazu kommen hin und wieder einstündige Ausfahrten in der Mittagspause plus in der Regel eine zirka zwei-stündige Radeinheit am Wochenende. Wenig, mag mancher einwerfen, aber als in Vollzeit arbeitender junger Familienvater ist Zeit ein kostbares Gut.

Foto: Hirsch-Sprung RB-Redakteur Moritz Pfeiffer beim Cyclocross

Mit meinen Trainingsumfängen waren Hobby-Crossrennen bisher gut machbar, denn nach 30 bis 40 Minuten Vollgas ist alles vorbei. Das verlangt eben naturgemäß ein anderes Training als ein Ötztaler Radmarathon oder ein 120 Kilometer langes Jedermannrennen.

Cross-spezifisch trainiere ich immer bei meinen Wochenendausfahrten: Auf einem alten Asche-Sportplatz mit seitlichen Grashängen oder einer großen Lichtung im Wald baue ich mir meine ganz eigenen Cyclocross-Rundkurse. Trinkflasche, Satteltäschchen oder Armlinge werden dann zu Wendepunkten, Treppen, Baumstämme und umgekippte Bänke zu Hindernissen, Beachvolleyball-Felder zu Sandbunkern. Mal sind die Kurse technisch anspruchsvoller, mal gibt es viele lange Geraden und höhere Geschwindigkeiten. Einzige Bedingung, die ich mir auferlege: Ich muss mindestens einmal pro Runde ab- und aufspringen müssen. Steht meine Strecke, starte ich aus dem Stand und fahre meist fünf Runden bzw. zehn Minuten Vollgas. Zehn Minuten dahinrollen und vollständiges Erholen. Dann wieder fünf Runden Vollgas. Das ganze drei bis vier Mal. So kommen dreißig Minuten hochintensives Fahren zusammen, die zudem die Fahrtechnik schulen. Mit An- und Abfahrt sowie Erholungspausen ist nach anderthalb, höchstens zwei Stunden Schluss. Unbezahlbar: die entgeisterten Blicke der vorbei kommenden Spaziergänger... Wie gesagt: Bisher war dieses Training ausreichend, um in der Hobbyklasse im vorderen Mittelfeld mitzufahren. Ob es auch für Lizenzrennen reicht - und mit welchem Ergebnis - wird sich zeigen.

Fahrtechnik

Doch die Physis ist beim Cyclocross nur die halbe Miete. Ohne Fahrtechnik geht gar nichts. Wie es richtig geht, zeigten mir zu Beginn der Saison 2017/18 zwei Meister des Fachs vom Stevens Racing Team: Jens Schwedler (Deutscher Querfeldeinmeister 2002 und 2005 sowie Masters-Weltmeister 2009 und 2010) und Paul Lindenau (Gesamtsieger U23 Deutschland-Cup Cross 2017/18, Deutscher Jugendmeister Querfeldein 2012). Für ein ROADBIKE-Special über Cyclocross-Fahrtechnik verbrachten wir einen gemeinsamen Tag auf und abseits des Rads, Lindenau stand zudem Rede und Antwort im ROADBIKE-Interview.

Foto: Dennis Stratmann Paul Lindenau, Jens Schwedler und RB-Redakteur Moritz Pfeiffer beim Cyclocross

Die richtige Fahrlinie wählen, durch tiefen Sand pflügen, abspringen, Rad schultern, aufspringen... Es war ein lehrreicher Tag. Und trotz meiner 35 Jahre, von denen ich immerhin 20 auf dem Rennrad und über 10 auf dem Crosser verbracht habe, kam ich mir vor wie ein gänzlich unbedarfter Frischling. Wenn ich ängstlich in die Bremse griff, fuhren Schwedler und Lindenau noch in Oberlenkerhaltung. Beim ersten Versuch, ein Hindernis zu überspringen, stieg ich wenig elegant über den Lenker ab und überschlug mich im Matsch - meine Begleiter bemerkten es nicht oder verkniffen sich kollegial jeden Kommentar. Und ging es im Gelände oder auf einem unserer abgesteckten Rundkurse drei-vier Mal um die Ecke, waren die beiden Ruckzuck einige Radlängen voraus.

Meine Empfehlung: einmal die Fahrtechnik richtig erklären lassen von jemandem, der Ahnung hat von Cyclocross, oder in Online-Tutorials die wichtigsten Techniken recherchieren, und dann unbeobachtet üben, üben, üben. Mit jeder Ausfahrt und jedem gezielten Technik-Training wird man ein Stückchen besser gewinnt mehr Sicherheit und profitiert auch in hohem Maße auf dem normalen Straßenrennrad. Und ganz nebenbei: Es macht richtig Spaß!

Mit diesem bisherigen Training in Sachen Physis und Fahrtechnik geht es nun ins erste Lizenzrennen. Ich bin gespannt, wo ich stehe...

Foto: Dennis Stratmann Cyclocrosser Paul Lindenau mit RoadBIKE-Redakteur Moritz Pfeiffer.

Das erste Rennen

Blog-Eintrag vom 8. Oktober 2018:

15. Platz im ersten Lizenz-Crossrennen! Das klingt doch mal richtig gut! Wie viele denn am Start standen? Interessante Frage, naja, hüstel, 21. Da ist Platz 15 doch immer noch ganz okay. Wie viele das Rennen beendet haben? Nun ja, wenn man es genau nimmt, ganz streng nachgezählt… 15.

Wie man es dreht oder wendet: Ich bin Letzter geworden in meinem ersten Querfeldein-Lizenzrennen… Natürlich haben es sechs Fahrer aufgrund von Stürzen und Defekten gar nicht erst ins Ziel geschafft, und das gehört bei einem Radrennen nun mal dazu. Aber so lange diese Fahrer noch im Rennen waren, lagen sie vor mir, und unterm Strich war ich einfach nicht in der Lage, das Tempo mitzugehen, das an der Spitze, im Mittelfeld oder selbst weiter hinten gefahren wurde. Aber der Reihe nach.

Foto: Moritz Pfeiffer RB-Redakteur Moritz Pfeiffer nach dem ersten Querfeldein-Lizenzrennen

Das Starcross-Rennen in Mannheim Anfang Oktober ist eine als Lizenz- und Hobbyrennen ausgeschriebene karitative Veranstaltung mit zusätzlichem Spendenlauf, deren Erlöse dem Kinderhospiz Sterntaler zugute kommen. Eine erkleckliche Zuschauerzahl hat sich eingefunden, dazu lokale Journalisten und Fernsehsender und Promi Joey Kelly zur Erhöhung der Sichtbarkeit. Eine angenehme Atmosphäre mit hohem Spaßfaktor, wo nicht alles mit letztem Ernst vonstatten geht: Die Startaufstellung wird – entgegen den offiziellen Wettkampfbestimmungen – nicht nach der BDR-Rangliste vorgenommen, sondern in einem Bunnyhop-Contest ermittelt. Nach dem Hobbyrennen steht noch ein Bierrennen auf dem Programm, bei dem die Teilnehmer auf verkürzter Strecke jede Runde einen Becher Hopfen und Malz - Gott erhalt´s - trinken. Ein gutes Ambiente, wie ich finde, um in den Cross-Lizenzsport einzusteigen.

Neben mir am Start steht Lukas Hoffmann, Online-Redakteur beim Schwester-Magazin MOUNTAINBIKE, im späteren Hobbyrennen greift auch ROADBIKE-Online-Redakteur Sebastian Hohlbaum ins Geschehen ein. Die Strecke ist eine zirka zwei Kilometer lange Ansammlung von engen Kehren, kurzen, aber steilen Rampen und Abfahrten, Mini-Sand- und Kiespassagen sowie Hindernissen in Form von querliegenden Balken, dazu ein paar lange Geraden über losen Schotter oder Wiese.

Nach dem Start liege ich schnell an letzter Position und verteidige diese bis ins Ziel. Redakteurs-Kollege Lukas Hoffmann geht es nicht viel besser, er wird Vorletzter. Immerhin sammle ich einige Erfahrungen.

Foto: Sebastian Hohlbaum RB-Redakteur Moritz Pfeiffer beim Cyclocross

Erkenntnisse aus dem ersten Rennen

1. Crossrennen machen mir auch abgehängt Spaß - einfach, weil mir das Fahren an sich Spaß macht. Abgesperrte Strecke, herausfordernder Parcours, eine Fahrlinie, die jede Runde ein kleines bisschen besser wird, körperliche Anstrengung, klatschende Zuschauer - all das gefällt mir. Natürlich wäre es schön, weiter vorne mitzufahren, aber ich steige bei Rennende nicht frustriert vom Rad.

2. Die Reifenwahl entscheidet maßgeblich über das Wohlbefinden unterwegs. Ich habe gefühlt als Einziger Semislicks aufgezogen und komme in bestimmten Kurven immer wieder ins Rutschen.

3. Ich mag die längere Renndauer. Als ich nach 30 Minuten zum ersten Mal auf die Uhr schaue, bin ich froh, dass das Rennen nicht schon in die Schlussphase geht (wie es in der Hobbyklasse der Fall wäre). Wenn ich für ein Rennen in der Weltgeschichte herum fahre, will ich auch was davon haben. Aufwand und (Zeit-)Ertrag stehen in der Lizenzklasse in einem besseren Verhältnis als in der Hobbyklasse.

4. 60 Minuten Renndauer + eine Runde sind trotzdem lang. Im Ziel habe ich 72 Minuten mit Vollgas in die Pedale getreten. An den Händen bilden sich durch das ständige Geschüttel und Geschaukel Blasen, und ich sollte definitiv mehr für die Rückenmuskulatur tun.

5. Die Beine sind eigentlich ganz gut. Die anderen Fahrer sind einfach schneller und technisch versierter. Meine Geschwindigkeit lässt in der zweiten Rennhälfte nur unwesentlich nach, am Ende beträgt sie im Durchschnitt 18,1 km/h.

6. Die Elite-Klasse ist schneller als die Hobbyklasse. Der Sieger im Lizenzrennen fuhr über die deutlich längere Renndistanz eine durchschnittliche Geschwindigkeit von 21,4 km/h, im Hobbyrennen waren es 20,7 km/h. RB-Redakteur Sebastian Hohlbaum fuhr dort mit 19,5 km/h auf einen guten 6. Platz, weiter hinten wurden 16 km/h und weniger gefahren.

7. In der Lizenzklasse gibt es nicht das enorme Leistungsspektrum der Hobbyklasse, wo alles fährt - vom blutigen Anfänger bis hin zum Tiefstapler, der problemlos auch im Lizenzrennen starten könnte, aber die Hobbyklasse vorzieht (wegen der besseren Platzierungen und leichteren Siegmöglichkeiten?). Im Lizenzrennen wissen die meisten, worauf sie sich einlassen - und entscheiden sich bewusst dafür.

8. Letzter Platz im ersten Rennen - das bedeutet enormes Verbesserungspotenzial :-)

Schade finde ich bei diesem ersten Lizenzrennen, das ich hautnah erlebe, dass nur ein überschaubares Fahrerfeld am Start steht. Zum einen denke ich natürlich aus ganz pragmatischen Gründen so - mehr Teilnehmer erhöhen meine Chancen, nicht Letzter zu werden. Zum anderen wäre einem faszinierenden Sport wie Querfeldein aber einfach eine größere Aufmerksamkeit und eine breitere Athleten-Basis zu wünschen - insbesondere im Nachwuchsbereich, nicht zuletzt, um international nicht den Anschluss zu verlieren.

Gleichzeitig stellt sich die Frage, wie repräsentativ das Starcross Rennen in Mannheim ist mit seiner besonderen Atmosphäre, der zeitgleich noch laufenden Straßensaison und den immerhin fünf weiteren Cross-Rennen am gleichen Tag im Bundesgebiet.

Die nächsten Rennen werden Gelegenheit geben, die ersten Eindrücke zu erweitern. Bis dahin dauert es nun ein paar Wochen. Zeit zu trainieren, Interviews zu führen, Tipps und Tricks abzugreifen. Bis dahin :-)

05.10.2018
Autor: Moritz Pfeiffer
© RoadBIKE