Specialized Venge - Die neue Aero-Maschine von Sagan und Co.

Foto: Specialized Specialized S-Works Venge 2019

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Specialized hat pünktlich zur Tour de France 2018 die neueste Version seines Aero-Renners Venge vorgestellt. Die US-Amerikaner versprechen verbesserte Aerodynamik bei weniger Gewicht.

Das jüngste Venge ist bereits die dritte Generation des Aero-Renners aus Kalifornien. Specialized verfolgte bei der Entwicklung nach eigenen Angaben drei Ziele: eine verbesserte Aerodynamik, eine Gewichtsreduzierung und gleichbleibend positive Fahreigenschaften. Herausgekommen ist ein Aero-Bolide mit Scheibenbremsen, der in den letzten Wochen bereits hier und da im Profi-Peloton gesichtet wurde.

S-Works Venge 2019: Schneller und leichter

Specialized bewirbt das neue Venge als schnellstes, jemals von ihnen gebautes Aero-Rad: Gegenüber dem Vorgängermodell Venge ViAS spart die jüngste Entwicklung acht Sekunden über 40 Kilometer bei 0 Grad entgegenströmendem Wind (also Gegenwind frontal von vorne). Bei Seitenwind soll das neue Venge durch die Rohroptimierung noch schneller sein.

Darüber hinaus melden die US-Amerikaner satte 460 Gramm Gewichtsersparnis: Der Rahmen soll in Größe 56 960 Gramm, die Gabel 385 Gramm wiegen. Damit wäre der neue Venge-Rahmen leichter als das S-Works Tarmac SL5 Disc Frameset (1020 g). Das Gesamtgewicht des S-Works Venge Disc mit Dura-Ace Di2 in der Lackierung "Satin Black / Holo Silber" in Größe 56 cm gibt Specialized mit 7,1 kg an.

Specialized behauptet, einen völlig neuen Ansatz für das Aero-Rahmendesign gewählt zu haben. Statt im Windkanal zu starten, wurde zunächst eine Optimierungssofware entwickelt, die Millionen von Rohrformen generiert und diese basierend auf Aerodynamik, Ober?äche und Steifgkeit analysiert. Dieser Prozess führte zu einer Sammlung von Formen - den Bausteinen des neuen Venge.

Interessant ist, dass das neue Venge ausschließlich mit elektonischen Schaltungen kompatibel ist: Shimanos Di2, Srams eTap und Campagnolos EPS-System - vorausgesetzt, sie verwenden einen internen Akku. Das Scheibenbremssystem des Venge folgt dem Shimano Flat-Mount-Standard. Steckachsen-Standard ist 142x12 mm für das Hinterrad und 100x12 mm für die Front, die Steckachsen sind mit dem Venge bolt-on mit einem 6 mm Sechskant versehen. Das Tretlager ist ein Specialized OSBB / BB30.

Foto: Specialized Specialized S-Works Venge 2019

Geometrie des neuen Venge

Die Geometrie wurde mit mehr als 40.000 Datenpunkten aus dem hauseigenen Bikefitting-Programm entwickelt. Dabei verwendete Specialized die Daten sowohl von weiblichen als auch männlichen Fahrern. Wie bei den neuesten Tarmac-Modellen bedeutet das: Es gibt eine gemeinsamen Rahmen für alle, unabhängig vom Geschlecht.

Obwohl Stack und Reach vom Tarmac abweichen, ist die Passform tatsächlich identisch. Das Tarmac SL6 hat einen 10 mm hohen Steuersatzkonus und das Venge hat mindestens 18 mm Abstandhalter in seinem “Headset-Konus”. Das bedeutet, dass die niedrigste Position, in der der Vorbau montiert sein kann, bei Venge und Tarmac identisch ist. Sechs Rahmenhöhen von 49 bis 61 cm sind erhältlich.

Foto: Specialized Specialized S-Works Venge 2019

Technische Details

Neben Rahmen und Gabel hat Specialized auch das Cockpit überarbeitet: Für den neuen, in zwei Winkeln und bis zu sieben Längen verfügbare Vorbau versprechen die US-Amerikaner maximale Steifigkeiten, der neue Lenker Aerofly II kommt mit stark abgeflachtem Oberlenker und griffiger Oberflächenstruktur. Verfügbare Breiten: 380, 400, 420 und 440 mm. Die flächige Sattelstütze ist in zwei unterschiedlichen Längen (300 und 390 mm) verfügbar, der Versatz beträgt wahlweise 0 mm oder 20 mm.

Das Venge ist mit 26 mm Reifen ausgestattet, was laut Specialized die beste Kombination aus Aerodynamik, Handling und Rollwiderstand bietet. Die potenzielle Reifenfreiheit ist aber üppig bemessen: Bis zu 32 mm breite Reifen finden Platz.

S-Works Venge: Preis und Verfügbarkeit

Für das Rahmenset, das in zwei Farben erhältlich ist, ruft Specialized 3.999 Euro auf. Das Komplettrad S-Works Venge mit Shimanos Dura-Ace Di2 und Roval CLX 64-Laufrädern kostet 10.999 Euro. Zur Verfügbarkeit machte Specialized noch keine Angabe.

05.07.2018
Autor: Moritz Pfeiffer
© RoadBIKE