BMC Roadmachine X: Neues Allround-Rennrad aus der Schweiz

Foto: BMC BMC Roadmachine X allroad-Rennrad

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Mit der neuen Roadmachine X bringt BMC ein vielseitiges Rennrad für Asphalt, Schotter, Reisen und tägliches Pendeln auf den Markt. RoadBIKE ist es schon gefahren.

BMC erweitert seine Endurance-Linie um ein neues Modell: die Roadmachine X. Der Schweizer Hersteller verspricht ein Allround-Rennrad für viele Abenteuer im Sattel: sportliche Ausfahrten auf Asphalt und Schotter, ausgedehnte Rennrad-Reisen mit Gepäck oder den täglichen Weg zur Arbeit bzw. das Training bei schlechtem Wetter.

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Foto: BMC Roadmachine X Gravel rennrad

Angenehm vielseitig

Die Basis für all diese Versprechen ist ein robuster Aluminium-Rahmen mit Carbongabel, der dank kleiner Gewinde an Sitz- und Kettenstreben sowie Gabelscheiden auch Schutzbleche und Gepäckträger aufnimmt (max. Reifenbreite dann 30 Millimeter, sonst 34). Geschaltet wird mit Einfach-Antrieb: Srams Rival kommt mit 40er-Kettenblatt vorne und Apex-11-42-Kassette hinten. Gebremst wird ausschließlich per Disc, ein Felgenbrems-Modell ist nicht vorgesehen. Mavics Allroad-Laufradsatz ist bereift mit 34 Millimeter breiten Tubeless-Semislicks von WTB, als Sattel ist Selle Royals Komfortmodell 2075 HRN montiert. Abweichende Ausstattungen oder Farben gibt es nicht.

Das Design ist - wie von BMC bekannt - minimalistisch. Der schwarze Aufbau des Rades wird optisch nur durch die hellen Flanken der Reifen durchbrochen. Bei den Rohrquerschnitten des Rahmens betreibt BMC einen großen Aufwand: von rund über oval bis kantig ist alles vertreten, dazu die unterschiedlichsten Durchmesser - vom massiven Steuer- und Unterrohr bis zu den filigranen Sitzstreben, die BMC-typisch sehr tief sitzen. Mittlerweile Standard: sauber ins Rahmeninnere verlegte Züge und Bremsleitungen.

Foto: BMC Roadmachine X Gravel rennrad

Steile Testfahrt zum Eiger

Und wie fährt sich BMCs neuer Allround-Renner? RoadBIKE hatte Gelegenheit, die Roadmachine X in ihrer schweizerischen Heimat auszuprobieren: auf einer hammerharten Runde über die steile, im oberen Teil geschotterte Auffahrt zur Kleinen Scheidegg und auf der nicht minder steilen Abfahrt nach Lauterbrunnen sowie kleinen Trails am Fluß entlang bis Interlaken. Ein erstes Urteil: ein durchdachtes Konzept, das vielseitigen Fahrspaß ermöglicht.

Was die Geometrie angeht, trifft BMC die goldene Mitte: Man sitzt entspannt genug, um auch lange Abenteuer auf dem Rad erleben zu können, ohne dass darunter die Sportlichkeit leiden würde. Trotz langer Front fährt sich das Rad agil und vermittelt auf Schotter zugleich viel Sicherheit. An den Steifigkeiten des laut BMC 1270 Gramm schweren Rahmens (Gr. 54) gab es nichts auszusetzen, ausführliche Prüfstandtests folgen.

Die Übersetzung ist sehr breit und ermöglicht sowohl steilste Auffahrten als auch schnelle Abfahrten. Allerdings sollte man sich keiner Illusion hingeben: Die Sprünge zwischen den Gängen sind gewaltig. Entsprechend groß ist das Risiko, den einen richtigen Gang nicht zu finden und immer ein kleines bisschen zu schwer oder zu leicht zu treten.

Foto: BMC Roadmachine X Gravel rennrad

Positiv: Der kleinste Gang ermöglichte es, die gewaltige Steigung der Kleinen Scheidegg von Grindelwald hinauf zur Eiger-Nordwand fahrend zu bewältigen - keine Selbstverständlichkeit bei 1107 Höhenmetern auf 10,5 Kilometern, also 10 Prozent Durchschnittssteigung mit Spitzen über 20 Prozent, zum Teil auf Schotter. Das 40er Blatt vorne und das 42er Ritzel hinten bieten eine Entfaltung von 2,08 Metern pro Kurbelumdrehung. Zum Vergleich: Die gängige Berg-Kombination aus Kompaktkurbel mit 34er Blatt vorne und 32er Ritzel bedeutet 2,32 Meter pro Kurbelumdrehung. Auch wenn es kein Spaziergang ist: Die von BMC gewählte Ausstattung ermöglicht auch solche hochprozentigen Abenteuer.

Foto: BMC Kassette der neuen BMC Roadmachine X

Gut gefielen die Scheibenbremsen von Sram. Diese verdienten sich jüngst im RoadBIKE-Disc Brake-Test mit der Note "überragend" einen Preis-Leistungstipp (vgl. RB 06/18) und gefielen auch in der langen und steilen Abfahrt von der Kleinen Scheidegg Richtung Lauterbrunnen mit konstant hoher Power und guter Dosierbarkeit selbst bei großer Hitze. Trotzdem: Im Tal waren die 160-Millimeter-Scheiben wegen der hohen Temperaturentwicklung verfärbt, die Geräuschentwicklung bei Bremsungen fortab beträchtlich. Bremsschleifen war hingegen nicht zu verzeichnen.

Weniger überzeugen konnten die Tubeless-Reifen: Deren Grip war zwar bei den weitgehend trockenen Bedingungen der Ausfahrt absolut ausreichend, der Fahrkomfort hoch. Doch gleich bei drei identisch ausgestatteten Rädern verloren die exposure 34C-Reifen von WTB Luft, sei es wegen Schnitten durch die Lauffläche oder ungenügender Dichtigkeit in Kombination mit den Mavic-Felgen.

Foto: BMC Roadmachine X Gravel rennrad

Preis und Verfügbarkeit

Die neue Roadmachine X soll laut BMC ab September 2018 in sechs Rahmenhöhen erhältlich sein. Kostenpunkt: 2199 Euro. Das ist nicht wenig, bieten andere Hersteller vergleichbar ausgestattete Aluminium-Bikes doch zum günstigeren Preis an. Dessen ungeachtet ist das Rad ohne Frage ein vielversprechender Gefährte für vielseitige Abenteuer.

13.06.2018
Autor: Moritz Pfeiffer
© RoadBIKE