Sigma Rox 12.0 Sport: Neuer GPS-Radcomputer mit Kartennavigation

Foto: Benjamin Hahn Detailansicht des neuen GPS-Radcomputers Sigma Rox 12.0 Sport
Die neueste Generation von Sigmas GPS-Radcomputer Rox kommt erstmals mit Kartennavigation, Touchdisplay und vielfachen Trainingsfunktionen. RoadBIKE hat das Gerät bereits getestet.

Mit seinem neuen GPS-Radcomputer Rox 12.0 Sport macht Sigma einen großen Schritt nach vorne. Das Gerät erinnert stark an ein Smartphone und hebt sich in Anmutung, Funktionsvielfalt und Bedienung deutlich von seinen Vorgängern ab. Der wichtigste Grund für diese Wahrnehmung: das Drei-Zoll-Farbdisplay, das wahlweise per Touch oder mit sechs Tasten bedient wird. Erstmals bietet Sigma eine Kartenansicht, die auf Open Street Map basiert. Kartenmaterial von 20 Ländern ist vorinstalliert, weitere Karten weltweit können direkt im Rox 12.0 heruntergeladen werden, eine Slot für eine Micro-SD-Karte bietet die Option, die vorhandenen 8 Gigabyte Speicher auf satte 128 GB auszuweiten. Darüber hinaus verknüpft der Rox via WiFi die Trainingsportale und Communities Strava, Komoot, GPSies und TrainingsPeaks.

Große Funktionsvielfalt am neuen Sigma Rox

Der Rox 12.0 verbindet sich über ANT+ mit entsprechenden Sensoren und liefert eine Vielzahl an Informationen aus den Bereichen Herzfrequenz, Geschwindigkeit und Leistung. Darüber hinaus sind eine barometrische Höhenmessung, Temperaturanzeige und zahlreiche Zeitfunktionen integriert. Ebenfalls kompatibel: die elektronischen Schaltungssysteme Shimano Di2, Sram eTap und Campagnolo EPS.

Welche Werte angezeigt werden, kann der Nutzer in der Oberfläche selbst bestimmen. Vier Sportprofile stehen dafür zur Verfügung (voreingestellt sind Rennrad, Mountainbike, Cross und Indoor Cycling), je zehn Trainingsansichten können mit je bis zu zehn Werten individuell belegt werden.

Foto: Benjamin Hahn Der neue GPS-Radcomputer Sigma Rox 12.0 Sport

Navigation und Konnektivität

Wie vom Auto-Navi bekannt bietet Sigmas neuester Rox nun erstmals eine Routenplanung am Gerät: Wahlweise tippt man gleich die Zieladresse ein, wählt einen Point of Interest aus, markiert manuell in der Karte einen Zielpunkt oder zeichnet die Strecke grob im Display ein. Der Rox errechnet daraufhin in wenigen Sekunden eine geeignete Strecke, deren Oberflächenbeschaffenheit vom gewählten Sportprofil abhängt. Tracks können aber auch im Sigma Data Center, bei Strava, Komoot oder GPSies geplant und dann auf das Gerät übertragen werden. Voraussetzung hierfür ist eine WiFi-Verbindung.

Ähnliches gilt für Workouts: Diese lassen sich wahlweise am Gerät planen oder in der Plattform TrainingPeaks erstellen und dann auf den Rox übertragen.

Foto: Benjamin Hahn Vorlenker-Halterung des neuen Sigma Rox 12.0 Sport

Erste Erfahrungen mit dem Rox 12

Die ersten Erfahrungen, die RoadBIKE mit einem Testgerät sammelte, sind mehrheitlich positiv. Die Menüführung ist intuitiv und weitgehend selbsterklärend, die Sportprofile samt Trainingsansichten schnell eingerichtet. Die Akku-Laufzeit - Sigma verspricht bis zu 16 Stunden - scheint sehr gut zu sein: Touren über dreieinhalb Stunden kosteten in der Regel etwa 25 % der Batteriekapazität. Das Aufspielen von Tracks aus den zur Verfügung stehenden Portalen Sigma Data Center, Strava, Komoot und GPSies funktionierte einwandfrei. Plante das Gerät Touren selbst, waren diese schlüssig und angenehm zu fahren - die besten Schleichwege muss man mitunter aber immer noch selbst kennen.

Fährt man gerade einen Track ab, werden Abbiege-Hinweise in einem Pop-Up-Fenster angezeigt - oft nachvollziehbar, aber nicht immer: Folgt man beispielsweise einer leicht abzweigenden Hauptstraße, der Track führt aber geradeaus in eine unscheinbare Seitengasse, behält das Gerät diese Information für sich. Wer navigiert, sollte sich also nicht nur auf die Abbiege-Hinweise verlassen, sondern immer auch die Kartenansicht im Blick behalten, auf der der Track eingezeichnet ist.

Ansonsten gilt wie so oft bei einem neuen Device: Kleinere Kinderkrankheiten müssen durch Updates überwunden werden. Das Gerät stürzte zum Beispiel mehrfach ab, auch während Aufzeichnungen; der beiliegende und vorschriftsmäßig gekoppelte Herzfrequenzsensor verlor bei Fahrten in der Gruppe regelmäßig das Signal; und wer seine aufgezeichnete Tour bei Strava und Co. hochladen möchte, muss dafür zwingend via WLAN mit dem Internet verbunden sein - unpraktisch bis unmöglich, je nachdem, wo man unterwegs ist und welche Hürden das jeweilige Netzwerk dafür bereithält (zum Beispiel in Hotels oder Cafés).

Foto: Benjamin Hahn Detailansicht des neuen GPS-Radcomputers Sigma Rox 12.0 Sport

Verfügbarkeit und Preise

Von solchen kleineren Mankos abgesehen, vermittelt der neue Rox 12.0 Sport von Sigma Vertrauen: Das Gehäuse wirkt robust und ist nach IP67-Standard gegen Staub und Wasser geschützt. Neben der grauen und weißen Standard-Ausführung ist das Gehäuse separat auch in orange, hellgrün und hellblau erhältlich. Das Gerät rastet satt in die Halterung ein, die übrigens dem Garmin-Standard entspricht (entsprechend viele Halter sind neben den von Sigma vertriebenen erhältlich).

Der Rox 12.0 Sport ist ab sofort in zwei Ausführungen im Online- und Fachhandel erhältlich: Die Basis-Ausführung für 395 Euro beinhaltet neben dem Gerät selbst ein Micro-USB-Kabel, eine Halterung für Lenker/Vorbau und eine Vorlenkerhalterung samt Befestigungsmaterial. Das Set für 475 Euro beinhaltet zusätzlich die ANT+ Sender R1 Duo (Herzfrequenz) und R2 Duo Combo (Geschwindigkeit und Trittfrequenz).

04.06.2018
Autor: Moritz Pfeiffer
© RoadBIKE