Erster Test: Giant Neostrack GPS-Computer

Foto: Christian Brunker/RoadBIKE Der neue Giant Neostrack
Neuer Herausforderer für Garmin&Co.: Mit dem Neostrack bringt Giant einen eigenen GPS-Radcomputer auf den Markt. RoadBIKE hat eines der ersten Geräte bereits getestet.

Es muss nicht immer Garmin sein: Immer mehr Hersteller drängen mit eigenen GPS-Radcomputern auf den Markt und wollen ein Stück vom Kuchen, zuletzt zeigte Giant seinen neuen Neostrack. RoadBIKE hat ihn ausprobiert und berichtet, ob das Gerät eine lohnende Alternative ist.

Kurz&Knapp

  • Hersteller: Giant
  • Modell: Neostrack
  • Preis: 179,90 Euro
  • Gewicht: 79 g
  • Akku-Laufzeit: bis zu 33 Stunden (laut Hersteller)
  • Übertragung: ANT+ und Bluetooth
  • Displaygröße: 2,6''

Montage und Einrichtung

Der Neostrack kommt mit zwei Halterungen: Eine für die klassische Montage auf Lenker oder Vorbau sowie eine Aero-Halterung, um den Neostrack vor dem Lenker zu positionieren. Der erste Eindruck des Geräts ist gut, es wirkt nicht zu groß und nicht zu klein, ist mit 79 g auch kein Schwergewicht. Nicht ganz so gut ist der Eindruck der mitgelieferten Schnellstart-Anleitung, die mit vier recht klein gedruckten Seiten relativ knapp ausfällt. Eine ausführlichere Anleitung gibt es im Internet auf der Support-Seite von Giant, allerdings derzeit nur auf Englisch. Bei der Montage der Aero-Halterung fällt auf, dass diese nicht sonderlich stabil wirkt, vor allem bei seitlichen Kräften. Das bestätigt sich auch bei der ersten Ausfahrt: Drückt man auf die Tasten auf der rechten Seite, um die Anzeigen durchzuschalten, wippt der Neostrack jedes Mal deutlich nach links.

Im Einrichtungsmenü lassen sich verschiedene Rad-Profile mit den jeweiligen Sensoren anlegen, der Neostrack erkennt sowohl ANT+ als auch Bluetooth-Sensoren. Auch mit Shimanos Di2 lässt er sich verbinden, um bspw. Akku-Ladestand oder aufgelegten Gang anzuzeigen. Das Koppeln funktionierte beim Testgerät problemlos und schnell. Überdies lassen sich bis zu sechs verschiedene Display-Seiten anlegen und mit jeweils bis zu 10 verschiedenen Anzeigen belegen. Der Funktionsumfang des Neostrack ist dabei komplett ausreichend und lässt keine entscheidenden Wünsche offen.

Allerdings ist das Blättern und Eingeben der Daten mittels der Tasten doch etwas mühsam und wirkt nicht mehr ganz auf der Höhe der Zeit. Zumal die Tasten einen klareren Druckpunkt haben könnten, denn gerade mit dickeren Handschuhen lassen sie sich nicht so gut bedienen. Auch das Display wirkt im Vergleich mit Mitbewerbern wie Wahoo deutlich gröber und nicht ganz so kontrastreich.

Erste Ausfahrt

Beim Start gefällt, dass der Neostrack die gespeicherten Sensoren sofort erkennt und auch recht schnell ein GPS-Signal findet. So kann die erste Ausfahrt schnell starten. Die Anzeige ist klar und übersichtlich, wenn auch etwas mehr Kontrast schön wäre. Wie schon erwähnt, könnte die Aero-Halterung etwas seitenstabiler sein. Was etwas irritiert: Höre ich auf zu treten, zeigt der Neostrack unter Trittfrequenz nicht etwa eine "0" an, sondern "----", so als ob der Kontakt zum Sensor verloren worden wäre.

Giant beschreibt den Neostrack primär als Trainingscomputer, mit ihm lassen sich auch Workouts erstellen - das werde ich später ausprobieren und berichten. Navigation ist laut Garmin nicht seine Hauptaufgabe, aber es lassen auch .gpx-Daten auf den Neostrack übertragen und als Linie nachfahren. Über die Neostrack-App von Giant lassen sich ebenfalls Routen planen und an den Neostrack übertragen. Auch darüber werde ich meine Erfahrungen nachtragen.

Nach der ersten Ausfahrt stehe ich vor der Aufgabe, die Aufzeichnung ohne Blick in die Anleitung zu beenden und zu speichern. Beim Druck auf die Stopp-Taste wird die Aufzeichnung erst einmal nur pausiert. Auch länger gedrückt halten, führt nicht zu dem gewünschten Ergebnis. Die Lösung ist wie immer deutlich einfacher: Einmal Drücken der Taste pausiert die Aufzeichnung, ein erneuter kurzer Druck beendet sie.

Was jetzt noch nicht auf Anhieb funktioniert, ist der automatische Upload der Asufahrt auf die Neostrack-Seite. Da muss ich auch noch einmal in die Anleitung schauen und checken, wie das geht. Der Neostrack lässt sich sowohl direkt mit einem WLan-Netzwerk verbinden, als auch mit der App auf dem Handy. Allerdings vermisse ich in der App eine klare Anzeige, ob der Neostrack aktuell verbunden ist.

So viel zum ersten Eindruck, ich werde weiter berichten.

03.12.2017
Autor: Christian Brunker
© RoadBIKE