Angerollt: Der Tacx Flux im RB-Check

Foto: Christian Brunker/RoadBIKE Der neue Tacx Flux Smart
Was kann der kleine, nur halb so teure Bruder von Tacx' Topmodell Neo, der Tacx Flux? RoadBIKE hat den Direktantriebs-Rollentrainer einem eingehenden Check unterzogen.

Der Tacx Neo setzte 2016 neue Maßstäbe in Sachen Indoor-Trainer: Futuristisches Design mit klarer Formensprache dazu ein herausragendes Fahrgefühl, das sogar holprigen Untergrund simulieren kann. Nicht zuletzt ist er extrem leise. Doch das hat seinen Preis: 1400 Euro ruft Tacx für sein Top-Modell auf, eine stolze Summe. Seit dem vergangenen Jahr hat der Neo jedoch mit dem Flux einen kleinen Bruder, der nur 800 Euro kostet. Immer noch viel Geld, aber damit zählt er zu den günstigsten Rollentrainern mit dem zeitgemäßen Direktantrieb. Doch ist der Tacx Flux eine sinnvolle Investition? Worin liegen die Unterschiede zu deutlich teureren Top-Trainern? RoadBIKE hat dem Tacx Flux auf den Zahn gefühlt und ihn ausführlich getestet.

Kurz&Knapp

  • Name: Tacx Flux Smart
  • Preis (UVP): 799 Euro
  • Gewicht: 16 kg
  • Max. Widerstand: 1500 Watt
  • Bremse: Elektronisch
  • Schwungrad: 7 kg
  • Übertragung: ANT+FE-C, Bluetooth Smart (BLE)
  • Genauigkeit: < 3 %

Der erste Unterschied zum Tacx Neo zeigt sich beim Auspacken: Während das Top-Modell komplett vormontiert ist, müssen beim Flux zunächst die Füße angeschraubt werden. Auch eine Kassette ist nicht enthalten muss zusätzlich gekauft und montiert werden. Zweiter kleiner Unterschied: Während sich beim Top-Modell Neo die Füße einklappen lassen, sodass er beim Verstauen weniger Platz wegnimmt, sind die Füße beim Flux fest. So ist er auch etwas unhandlicher beim Aufstellen.

Keinen Unterschied gibt es bei der Konnektivität: Der Tacx Flux lässt sich sowohl via ANT+FE-C als auch über Bluetooth Smart mit Endgeräten wie Laptop, Tablet oder Smartphone koppeln. So wird er beispielsweise bei Zwift umgehend als steuerbarer Rollentrainer erkannt. Beim Test mit der App „TrainerRoad“ brauchte der Flux ein bisschen, bis die Steuerung einsetzte. In der Warmfahr-Phase wurde der Widerstand noch nicht von der App gesteuert, aber bei den anschließenden Intervallen funktionierte er problemlos.

Unterwegs in Zwift fallen jedoch kleine Unterschiede zu Top-Rollentrainern auf. Das etwas kleinere Schwungrad mit 7 kg sorgt für kleine Abstriche beim Fahrgefühl, es fühlt sich einfach nicht so rund an wie bei den Top-Trainern. Aber das ist klagen auf höchstem Niveau. Der Widerstand fühlt sich insgesamt sehr realistisch an, der Maximalwiderstand mit 1500 Watt (laut Tacx) ist für Hobbyfahrer mehr als ausreichend.

Auch die Lautstärke ist angenehm niedrig, gefühlt ist der Tacx Flux etwas lauter als der Neo, bei dem man wirklich fast nur die Laufgeräusche der Kette vernimmt. Aber der Flux ist auf jeden Fall für normale (Miet-)Wohnungen geeignet.

FAZIT: Eine gute Alternative

Wem die 1400 Euro für den Tacx Neo zu viel Geld sind, findet im Flux Smart auf jeden Fall eine überlegenswerte Alternative zu einem deutlich günstigeren Preis. Beim Fahrgefühl sind zwar kleinere Abstriche im Vergleich zum Neo zu machen - beispielsweise kann der Flux im Gegensatz zum Neo keine Abfahrten simulieren. Auch die nicht abklappbaren Füße stören ein wenig beim Verstauen, sind aber zu verschmerzen.

06.12.2017
Autor: Christian Brunker
© RoadBIKE