Topschuh von Northwave: Der Extreme Pro 3 ROADBIKE/Christian Brunker

Im Test: Northwave Extreme Pro 3

Im Test: Northwave Extreme Pro 3 Topschuh von Northwave: Der Extreme Pro 3

Der Extreme Pro 3 ist das Topmodell des italienischen Schuhherstellers Northwave. Doch ist er sein Geld wert? ROADBIKE hat ihn ausgiebig getestet.

"Wenn für dich das Beste gerade gut genug ist, dann ist der Extreme Pro 3 der perfekte Schuh für deine Radtouren": So bewirbt Northwave seinen aktuellen Topschuh Extreme Pro 3 – und geht man nach dem stolzen Preis von 329,99 Euro, sollte man auch nicht weniger als das Beste erwarten. Doch erfüllt der Northwave Extreme Pro 3 diese Erwartungen?

Kurz&knapp

  • Hersteller: Northwave
  • Modell: Extreme Pro 3
  • Preis: 329,99 Euro
  • Größen: 36-48, halbe Größen zwischen 39 und 46
  • Farben: Schwarz, Weiß
  • Gewicht: 545 g (Paar, Größe 45)

Laut des italienischen Herstellers ist der neue Extreme Pro 3 das Ergebnis einer kontinuierlichen Entwicklung in Zusammenarbeit mit Spitzensportlern wie Filippo Ganna und der ultimative Ausdruck von Leistung und Design. "Die neue ARS-Technologie (Anatomic Reticular Support), ein Exoskelett, das den Fuß umgibt und sich ihm anpasst, verteilt die Belastung beim Treten gleichmäßig und kontrolliert", schreibt Northwave. "Die ergonomische Powershape-15-Sohle ist aus unidirektionalen Carbonfasern gefertigt (kompatibel mit Speedplay/Wahoo-Pedalen) und stützt das Fußgewölbe, wodurch der Pedaldruck verstärkt wird. Die drei strategisch positionierten Belüftungsöffnungen an der Sohle sorgen auch an den heißesten Tagen für ein frisches Fußgefühl."

Im ROADBIKE-Test fällt zunächst eine Besonderheit auf: Zusammen mit Sidi gehört Northwave zu den wenigen Herstellern, die der Dominanz des Boa-Drehverschluss-Systems ein eigenes System entgegensetzen: "X-Dial-SLW3" nennt es sich bei Northwave, und es soll erlauben, den Druck zwischen der Oberseite des Spanns und der Zehe millimetergenau einzustellen. Das funktioniert zumindest beim Schließen erstaunlich gut; dank der zwei Drehverschlüsse und des guten Seilzugs verteilt sich der Druck auf dem Spann sehr angenehm ohne Druckstellen.

Um den Verschluss etwas zu lösen, muss man aber auf einen kleines, zusätzliches Hebelchen drücken. Das funktioniert bei den Verschlüssen von Boa wie dem IP-1 mit dem Drehen in die jeweils andere Richtung deutlich intuitiver, genauso wie das komplette Lösen, will man den Schuh ausziehen. Denn dazu muss man das kleine Hebelchen wiederum nach hinten ziehen. Weiterer, kleiner Kritikpunkt am Northwaves X-Dial: Das Drehrad ist recht hart und teilweise sehr kantig. Dafür baut es aber andererseits auch etwas flacher – was gerade im Winter mit Überschuhen angenehm ist.

ROADBIKE/Christian Brunker
Northwave setzt auf ein eigenes Drehverschluss-System.

Einmal drin, überzeugt der Extreme Pro 3 durch seine gute Passform, der Fuß wird sehr gut fixiert und rutscht auch im Wiegetritt nicht. Die vorgeformte Außensohle bietet eine gute Unterstützung des Fußgewölbes, sodass die Innensohle eher einfach gehalten sein kann, ohne dass es bei langen Touren zu Fußschmerzen kommt. Stichwort Passform: Die ist natürlich sehr individuell, insbesondere vor einer so teuren Anschaffung wie der eines Topschuhs sollte man ihn unbedingt vorher anprobieren.

Im ROADBIKE-Test überzeugte der Extreme Pro 3 aber auch auf epischen Tagestouren ohne Druckstellen oder brennende Füße. Zudem sorgt das leichte, teilweise luftdurchlässige Obermaterial für ein angenehmes Fußklima. Die sehr steife und dennoch dünne Sohle bringt die Kraft aus den Beinen sehr effizient aufs Pedal, und muss man einmal ein paar Schritte laufen, sorgen gummierte (leider nicht austauschbare) Stopper für ein sicheres Gehen ohne zu rutschen. Mit von ROADBIKE gewogenen 545 g pro Paar in Größe 45 ist der Northwave Extreme Pro 3 auch angenehm leicht.

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Das leichte Material an den Seiten ist luftdurchlässig und sorgt so für ein angenehmes, nicht schwitziges Fußklima.

Stichwort Sohle: Als einer der wenigen Hersteller bietet Northwave einen Teil seiner Schuhe mit einer Sohle an, die neben dem klassischen 3-Loch-Standard für SPD-SL, Time und Look auch geeignet ist, Wahoo/Speedplay-Cleats direkt ohne Adapter zu montieren. Der große Vorteil: Damit verringert sich der Abstand zwischen Sohle und Pedalachse, was als ergonomisch günstig gilt. Allerdings muss dafür der Schuh mit einem optionalen Kit (25 Euro) um gerüstet werden – was sich teils sehr fummelig gestaltet. ROADBIKE-Tipp: Die Speedplay-Pedale fahren sich auch mit dem Adapter sehr gut, der Aufwand der Umrüstung steht in keinem guten Verhältnis zu dem zwar spürbaren, aber nicht überragenden Vorteil eines geringeren Pedalabstands, weshalb wir uns gegen diese Lösung entschieden haben.

ROADBIKE/Christian Brunker
Die Sohle des Extreme Pro 3 ist sehr steif und erlaubt eine effiziente Kraftübertragung. Wahoo/Speedplay-Cleats sind mit dem Adapter einfacher montiert.

Praktisch: Die mehrere Monaten intensiver Nutzung sieht man dem weißen Obermaterial zwar an (der Schuh ist außerdem auch in Schwarz erhältlich), aber das glatte Obermaterial lässt sich vergleichsweise gut reinigen.

Das Testfazit zum Northwave Extreme Pro 3

Erfüllt der Extreme Pro 3 von Northwave nun die Erwartungen an einen Top-Schuh? Sowohl die Passform als auch die Kraftübertragung dank der steifen Sohle sind herausragend, das Fußgewölbe wird auch auf längeren Touren gut gestützt. Das luftige Material sorgt auch an heißen Tagen für ein angenehmes Fußklima. Etwas Luft nach oben ist aber beim Verschluss, da reicht Northwaves eigenes System nicht ganz an den Komfort und die Intuitivität der Boa-Topverschlüsse heran.

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