Trouble-Shooting auf Tour – So beheben Sie auch größere Pannen

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Foto: Benjamin Hahn

Schlauch kaputt

Wenn auch der letzte Ersatzschlauch geplatzt ist, können Sie trotzdem noch nach Hause fahren. Knoten Sie einfach den defekten Schlauch an der löchrigen Stelle möglichst materialsparend zusammen und setzen ihn sorgfältig wieder auf die Felge. Vorsicht: Wegen der Gefahr eines Reifenplatzers sollten Sie vorsichtig weiterfahren. Zum Artikel: Trouble-Shooting auf Tour - So beheben Sie auch größere Pannen Noch mehr RoadBIKE-Fotostrecken

Reifen durchgefahren

Bei durchgefahrenem Reifen lassen Sie die Luft bis etwa ein Bar heraus und hebeln den Mantel an der defekten Stelle ab. Stopfen Sie den Reifen mit einem Stück Schlauch oder einer Riegelverpackung. Bei einer aufgeschlitzten Seitenwand benutzen Sie ein möglichst festes Stück, wie eine Plastikkarte. Dann aufpumpen und heimrollen. Zum Artikel: Trouble-Shooting auf Tour - So beheben Sie auch größere Pannen Noch mehr RoadBIKE-Fotostrecken

Speiche gebrochen

Gelöste oder gebrochene Speichen sollten Sie unbedingt entfernen oder fixieren – die Unfallgefahr durch ein Verheddern der hervorstehenden Teile ist zu hoch. Falls möglich, drehen Sie die defekte Speiche samt Nippel komplett heraus. Meist brechen die filigranen Teile an der Antriebsseite des Hinterrades und sind dort nur schwer zugänglich – wickeln Sie die zerbrochene Speiche um die benachbarten. Versuchen Sie dann noch – wenn möglich – das Laufrad behelfsmäßig zu zentrieren. Zum Artikel: Trouble-Shooting auf Tour - So beheben Sie auch größere Pannen Noch mehr RoadBIKE-Fotostrecken

Cockpit locker

Haben sich die Schalt-Bremsgriffe beispielsweise nach einem Sturz verdreht, richten Sie diese neu aus. Bei Campa und Sram liegt die Schraube oberhalb des Bremshebels, bei Shimano meist seitlich. Nach einem Sprung vom Bordstein verrutscht gelegentlich der Lenker in seiner Klemmung – ziehen Sie diese mit dem passenden Inbusschlüssel (meist 4er oder 5er) gleichmäßig und kreuzweise fest. Bei Carbonteilen gilt beim Herantasten an das ideale Drehmoment besondere Vorsicht. Zum Artikel: Trouble-Shooting auf Tour - So beheben Sie auch größere Pannen Noch mehr RoadBIKE-Fotostrecken

Sattelstütze rutscht durch

Lockere Klemmung, fehlende Montagepaste oder ein Untermaß der Sattelstütze – die Ursachen für die oft schmerzhaften Ausrutscher sind vielfältig. Und unterwegs fehlt ein Drehmomentschlüssel, um die Klemme perfekt zu fixieren. Tasten Sie sich deshalb sorgfältig an einen sicheren Halt heran, indem Sie den Inbusschlüssel (meist 4er oder 5er) kurz vor dem Fixieren mit einem Drei-Finger-Griff handfest anziehen. Tipp: Markieren Sie mit einem Isolierband immer Ihre sorgfältig eingestellte Sitz­höhe. Zum Artikel: Trouble-Shooting auf Tour - So beheben Sie auch größere Pannen Noch mehr RoadBIKE-Fotostrecken

Sattelgestell gebrochen

Bei ungleichmäßig angezogenen Schrauben an der Sattelklemmung können die Streben auseinanderbrechen. Wenn Ihnen das passiert, müssen Sie das gelöste Sattelgestell so weit nach vorne schieben, dass der gebrochene Bereich im Zentrum der Klemmung liegt. Bei Sattelstreben aus Carbon sollten Sie behutsam ans Werk gehen – die Kohlefasern zerbrechen in kleinteilige und spitze Stücke, an denen Sie sich schnell verletzen können. Zu Hause müssen Sie den Sattel umgehend tauschen. Zum Artikel: Trouble-Shooting auf Tour - So beheben Sie auch größere Pannen Noch mehr RoadBIKE-Fotostrecken

Pedalgewinde rundgedreht

Reißt das Pedal während des Fahrens aus der Kurbel oder besitzt es Spiel, hilft kurzfristig der Einsatz von Klebeband. Für eine halbwegs standfeste Heimfahrt müssen Sie das Außengewinde der Pedale damit stramm umwickeln und sorgfältig wieder einschrauben. Alternativ können Sie auch die Gewindegänge mit Material „auslegen“. Ziehen Sie anschließend das Pedal mit einem Inbusschlüssel wieder handfest an. Zum Artikel: Trouble-Shooting auf Tour - So beheben Sie auch größere Pannen Noch mehr RoadBIKE-Fotostrecken

Bremsen versagen

Wenn die Bremsen nur einseitig zupacken oder laut quietschen, müssen sie schnell handeln. Wischen Sie alle Bremsbeläge und Bremsflanken mit einem Stück Stoff ab. Lösen Sie bei einseitig abgenutzten Belägen den Bremskörper etwas (oft 5er-Inbus). Die Stopper symmetrisch zur Felge ausrichten und fixieren. Bei anhaltenden Geräuschen winkeln Sie die Bremsschuhe leicht an, so dass sie an der Felge zuerst vorne ansetzen. Zum Artikel: Trouble-Shooting auf Tour - So beheben Sie auch größere Pannen Noch mehr RoadBIKE-Fotostrecken

Schaltwerk ausgerissen

1. Bei einem ausgerissenen Schaltauge oder zerbrochenen Schaltwerk müssen Sie die losen Teile entfernen – notdürftiges Flicken ist zu gefährlich. Öffnen Sie die Kette, und entfernen Sie das Schaltwerk sowie den Schaltzug. Zum Artikel: Trouble-Shooting auf Tour - So beheben Sie auch größere Pannen Noch mehr RoadBIKE-Fotostrecken

Schaltwerk ausgerissen

2. Jetzt müssen Sie die Kette um ein erhebliches Maß kürzen – entfernen Sie mit einem Kettennieter so viele Glieder, dass die gekürzte Kette das kleine Kettenblatt und das kleinste Ritzel exakt umschließt. Nach Hause fahren Sie mit „Singlespeed“. Zum Artikel: Trouble-Shooting auf Tour - So beheben Sie auch größere Pannen Noch mehr RoadBIKE-Fotostrecken

Schaltzug gerissen

1. Schalten Sie auf das kleine Kettenblatt bzw. auf das kleinste Ritzel. Entfernen Sie die Reste des gerissenen Schaltzugs und die dazugehörigen Hüllen. Im Zweifelsfall knoten Sie die Seile am Rahmen fest, so dass auf der Weiterfahrt nichts mehr flattert. Zum Artikel: Trouble-Shooting auf Tour - So beheben Sie auch größere Pannen Noch mehr RoadBIKE-Fotostrecken

Schaltzug gerissen

2. Falls der hintere Zug reißt, müssen Sie das Schaltwerk verstellen. Begrenzen Sie den Anschlag so weit es geht nach innen – bei Shimano und Sram drehen Sie dazu die obere Schraube („H“ für high gear) und bei Campagnolo die vordere Schraube hinein. Zum Artikel: Trouble-Shooting auf Tour - So beheben Sie auch größere Pannen Noch mehr RoadBIKE-Fotostrecken

Schaltauge verdreht

Nach einem Sturz bleibt eine der Ursachen für schlechtes Schalten oft unbemerkt: ein verdrehtes Schaltauge. Die Kette läuft dann nicht senkrecht unter den Ritzeln und sorgt so für Probleme. Blicken Sie von hinten auf das Schaltwerk, und richten Sie es so aus, dass die Schaltrollen in einer Flucht zu den Ritzeln stehen. Als Hebelwerkzeug eignet sich auch ein in der Aussparung zum Schaltauge eingesetzter Inbusschlüssel. Zum Artikel: Trouble-Shooting auf Tour - So beheben Sie auch größere Pannen Noch mehr RoadBIKE-Fotostrecken

Kette gerissen

Auch ohne einen Ersatzniet lässt sich eine gerissene Kette wieder schließen. Als Notlösung treiben Sie an dem Gliederpaar hinter dem gerissenen Stück den Niet so weit heraus, dass er gerade nicht herausfällt. Entfernen Sie die vorderen Glieder, und drehen Sie den Niet wieder ein. Alternativ können Sie auch ein Verschlussglied (Kettenbreite beachten) einsetzen – hier müssen Sie vorher noch eine Außenlasche der Kette entfernen. Zum Artikel: Trouble-Shooting auf Tour - So beheben Sie auch größere Pannen Noch mehr RoadBIKE-Fotostrecken

Dieses Werkzeug sollten Sie auf Ihrer Rennradtour immer dabei haben

Multitool mit 4er- und 5er-Inbusschlüssel, Kettennieter, Schraubenzieher, außerdem Ersatzschlauch, Pumpe und Reifenheber. Zum Artikel: Trouble-Shooting auf Tour - So beheben Sie auch größere Pannen Noch mehr RoadBIKE-Fotostrecken

Multitool

Als ständigen Begleiter auf Touren sollten Sie ein handliches Set mit den gängigen Werkzeugen einpacken. Zu den wich­tigs­ten Tools gehören 4er-, 5er-, 6er- und 8er-Inbus­schlüssel, Kettennieter, Kreuzschlitz und Reifenheber. Bei längeren Ausfahrten empfiehlt sich daher gleich ein größeres Multitool, wie z.B. das Hummer von Topeak für rund 20 Euro. Tipp: Bei überfüllten Trikottaschen eignet sich als alternatives Werkzeug-Reservoir auch eine „geköpfte“ Trinkflasche. Zum Artikel: Trouble-Shooting auf Tour - So beheben Sie auch größere Pannen Noch mehr RoadBIKE-Fotostrecken

Ersatzspeiche

Erste Hilfe bei einer zerfetzten Speiche leistet die in der Länge variable Ersatzspeiche von Rema Tip Top für rund 17 Euro. Zum Artikel: Trouble-Shooting auf Tour - So beheben Sie auch größere Pannen Noch mehr RoadBIKE-Fotostrecken

Dichter

Schlauchreifen lassen sich unterwegs nicht flicken – hier bietet ein Pannenspray wie das Vittoria Pit Stop Road Racing (rund 10 Euro) schnelle Hilfe und Druck bis 6,5 Bar. Ein probates Dichtmittel ist auch das Schwalbe Doc Blue für 9,49 Euro. Zum Artikel: Trouble-Shooting auf Tour - So beheben Sie auch größere Pannen Noch mehr RoadBIKE-Fotostrecken
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