Komfort-Tuning – die besten Tipps und Parts

Sattel: Antworten auf die wichtigsten Fragen – plus drei Kauftipps

Der richtige Sattel kann wahre Wunder bewirken. RoadBIKE gibt Antworten auf die wichtigsten Fragen zum Thema Sattelkauf.

Was zeichnet einen guten Sattel aus?
Ein guter Sattel ist komfortabel und vermittelt ein unverfälschtes Fahrgefühl. Zudem verteilt er den Druck über das Gesäß – idealerweise etwas in Richtung der Sitzhöcker. Wenn das Gewicht auf den Sitzhöckern lastet, werden Durchblutungsstörungen im druckempfindlichen Dammbereich vermieden.

Was bringt eine Aussparung in der Mitte des Sattels?
Die Aussparung soll den Dammbereich entlasten und Durchblutungsstörungen vorbeugen. RoadBIKE-Tests zufolge geht das Konzept auf – wenn das Loch an der richtigen Stelle sitzt. Aber: Weniger Sitzfläche bedeutet auch mehr Druck aufs Gesäß. „Besonders an den Kanten der Aussparungen kann das die Probleme noch verstärken“, erklärt Daniel Schade, Sportwissenschaftler bei der Gesellschaft für Biomechanik Münster (GeBioM).

Spielen Länge und Breite eine Rolle?
Absolut! Besonders in der eher aufrechten Sitzhaltung muss der Sattel zu Ihren Gesäßknochen passen. Daher bieten viele Hersteller ihre Modelle in verschiedenen Größen an. Die passende Breite ermitteln Sie, indem Sie sich auf eine Wellpappe setzen, die Beine anziehen und den Abstand (Mitte–Mitte) der Abdrücke, die Ihre Sitzhöcker verursachen, messen.

Brauchen Frauen einen anderen Sattel?
Viele Frauen ja. Sie haben eine andere Beckenform, und die Knochen sind stärker gewölbt. Entscheidend ist aber auch bei Frauen der Abstand der Sitzhöcker.

Merke ich auf Anhieb, ob ein Sattel zu mir passt?
Natürlich spüren Sie schnell, ob ein Sattel Ihnen gefällt oder nicht. Aber: Ein Sattel, der sich anfangs toll anfühlt, kann auf langen Touren trotzdem schmerzen. Zudem brauchen Gesäß und Sattel ein paar Touren, um sich aneinander zu gewöhnen. Wichtig: Testen Sie den Sattel unbedingt in Ihrer gewohnten Sitzposition auf dem Rad. Manche Hersteller, Händler und Versender bieten die Möglichkeit, Sättel ausgiebig und lange zu testen.

Ist ein Sattel nach Maß sinnvoll?
Die nicht ganz unwesentliche Investition lohnt. Ein auf Ihre Sitzanatomie abgestimmter Sattel entlastet das Gesäß sinnvoll. Besonders hilfreich: Anbieter wie gebioMized ermitteln die perfekte Sattelform direkt auf Ihrem eigenen Renner.

RoadBIKE Kauftipps

Klassisch:
Die klassische Sattelform verteilt den Druck gleichmäßig, was den gefühlten Komfort steigert, aber auch den Dammbereich belastet. Der Selle Italia SLR (Bild re.) ist einer der beliebtesten und leichtesten Sattelklassiker überhaupt. Als Titan-Version kostet er 147 Euro.

Löchrig:
Sättel mit Aussparungen sollen den Druck vom empfindlichen Dammbereich nehmen und die Sitzhöcker belasten. In drei Breiten gibt es etwa den 100 Euro teuren Toupé von Specialized (Bild li.), der Kauftipp im RoadBIKE-Satteltest (06/08). Auch als Gel-Ver­sion.

Maßangefertigt:
Der „Maßanzug“ – gefertigt nach einem Druckbild und individuell auf Anatomie und Sitzhaltung jedes Rennradfahrers abgestimmt. Hersteller wie gebioMized (Bild re.) passen Ihnen den Sattel ab 300 Euro an den Hintern an. Mehr Ergonomie und Komfort geht nicht.

04.11.2009
© RoadBIKE
Ausgabe 09/2009