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Enzyme: Kraft aus der Natur

Schwere Beine, schmerzende Muskeln, welcher Biker kennt das nicht - etwa nach einem harten Training oder einer anstrengenden Tour? So komisch es im ersten Moment klingen mag, aber wer einen Muskelkater vom Biken hat, kann den tatsächlich durch die Einnahme von Medikamenten lindern. Aber nicht die typischen Schmerztabletten, die lediglich die Pein unterdrücken, sondern ganz spezielle Enzymkombinationspräparate auf natürlicher Basis können helfen, die entstandene Entzündung zu bekämpfen bzw. "aufzulösen".
Foto: DerL/Fotolia Mountainbike Wobenzym Training Alpencross Marathon

Enzyme, beispielsweise aus der Ananas helfen, schneller zu regenerieren und Schäden an der Muskulatur zu reparieren - allerdings nur in Form von magensaftresistenten Tabletten.

"Denn ein Muskelkater ist nichts anderes als eine Mikroverletzung, also ein kleiner Riss in der Muskulatur, bei dem Gewebe zerstört wird und der Körper darauf mit einer Entzündung reagiert", erklärt Dr. Graumann. Der Schmerz, den wir zumeist erst einen Tag später spüren, entsteht durch eine Schwellung des Muskels durch eingelagertes Gewebswasser und den damit verbundenen Druck. "Die in den Präparaten enthalten Enzymkombinationen beschleunigen den Abtransport der anfallenden Schadstoffe und lindern so die Entzündungen und Schmerzen", so Dr. Graumann.

Auch bei Überlastungsschäden durch ein zu hartes Training oder bei Prellungen oder Stauchungen nach einem Sturz reagiert der Körper mit einer Entzündung des betroffenen Gewebes und wird durch eine optimale Enzymversorgung schneller wieder fit. "Verschiedene Studien zeigen, dass eine schnell eingeleitete Enzymtherapie mit Präparaten, wie man sie in der Apotheke bekommt, eine Heilung beschleunigen kann. Derzeit läuft eine vielversprechende Studie mit Enzymen und sekundären Pflanzenstoffen, die gezielt die Regeneration beschleunigen sollen", sagt Dr. Graumann.

Enzyme setzen sich aus verschiedenen Aminosäuren zusammen und sind beteiligt an einer Vielzahl von Stoffwechselfunktionen wie Verdauung, Energiegewinnung, Blutfluss, Steuerung des Immunsystems und den Heilungsprozessen nach Verletzungen. Sie werden einerseits von einem gesunden Organismus selbst gebildet, können aber auch in begrenztem Maße zusätzlich von außen zugeführt werden. Doch warum eignen sich ausgerechnet Tabletten zur Regeneration von müden Muskeln besser als die naturbelassenen Produkte, in denen diese Enzyme stecken - dazu zählen ja immerhin leckere Obstsorten wie Papaya oder Ananas?

Zum einen müssten wir davon, um die erforderliche hohe Dosierung zu erreichen, mehrere Kilo pro Tag essen - und zwar den Milchsaft der unreifen Papaya oder den Presssaft des Ananasstrunks, zum anderen kann unser Organismus genau diese entzündungshemmenden Wirkstoffe in natürlicher Form nicht verwerten. "Unsere Magensäure würde sie zersetzen. und sie würden dann nicht mehr über den Darm ins Blut gelangen und zur geschädigten Zelle kommen", erklärt Dr. Lutz Graumann.

Bei speziellen Enzymkombinationspräparaten sorgt ein magensaftresistenter Überzug dafür, dass sie tatsächlich im Darm verwertet werden. Bei der Einnahme der Enzyme gilt es jedoch zu beachten, dass die Enzyme mindestens 30 Minuten vor den Mahlzeiten eingenommen werden, da sich die Enzyme sonst auf die Zersetzung von Nahrungsbestandteilen konzentrieren. Alternativ ist die Einnahme auch 90 Minuten nach einer Mahlzeit möglich.

Foto: Jens Vögele Mountainbike Wobenzym Training Alpencross Marathon

Dr. Lutz Graumann: Sportarzt, Ernährungsmediziner und MountainBIKE-Medizinexperte

Wer braucht spezielle Enzymkombinationspräparate?
Dr. Graumann: Freizeitbiker, die nur zum Spaß fahren, ohne sich extrem anzustrengen, müssen diese Präparate nicht einnehmen. Wer aber beispielsweise intensiv trainiert und seinen Körper fordert, dem helfen diese Produkte bei einer schnellen Regeneration.

Und im Akutfall?
Dr. Graumann: Dann auch " besonders bei Prellungen, Stauchungen, Muskelfaserrissen beschleunigen sie das Abschwellen des entzündeten Gewebes. Allerdings kann hier ein Arzt, der die Schwere der Verletzung einschätzen kann, genauere Angaben zur Dosierung machen; gerade bei akuten Verletzungen kann die maximale Tagesdosis für 2 bis 3 Tage um das Dreifache gesteigert werden.

Lohnt eine vorbeugende Gabe?
Dr. Graumann: Athleten, die wissen, dass sie bei einer Tour, im Training oder Wettkampf an ihre körperlichen Grenzen geraten, können eine Kur mit Enzymkombinationspräparaten machen. Damit wird präventiv ein Schutzmechanismus vor Verletzungen und im Muskelgewebe aufgebaut.

Was ist bei der Einnahme zur Prävention zu beachten?
Dr. Graumann: Bei einer Kur sollte man etwa zwei Wochen vor dem Event mit der Einnahme beginnen und die Präparate erst etwa eine Woche nach dem Rennen wieder absetzen.

Was unterscheidet ein Enzymkombinationspräparat von einer klassischen Schmerztablette?
Dr. Graumann: Viele Schmerztabletten belasten als Nebenwirkung den Organismus " hier vor allem Leber und Nieren. Während des Sports müssen die Organe zum einen Leistung erbringen, zum anderen die chemische Keule des Schmerzmittels puffern, wieder abbauen und ausscheiden. Außerdem beeinflussen die Wirkstoffe noch Tage nach der Einnahme die Blutgerinnung negativ, und das kann zu einer Verlängerung der Regeneration führen. Ganz im Gegensatz zu Enzymkombinationspräparaten, die aus natürlichen Stoffen bestehen.

03.07.1899
Autor: Daniel Beck
© MOUNTAINBIKE
Ausgabe 08/2013