Rennradfahren im Winter - die besten Bekleidungstipps

Cooler Dresscode

Foto: Det Göckeritz RoadBIKE-Test: Langarm-Trikots für die klate jahreszeit
Keine billigen Ausflüchte mehr! Denn wer alle acht ROADBIKE-Bekleidungstipps befolgt, trotzt auch echtem Sauwetter.

Der Helm sitzt schon auf dem Kopf, die Schuhe sind geschnürt, der Renner steht zur Abfahrt bereit. Doch beim letzten Blick auf die viel zu niedrige Queck­silbersäule werden selbst ambitionierte Radsportler kreativ im Erfinden von Ausreden: „Eigentlich würde ich ja gerne fahren, aber bei der Kälte geht es doch wirklich nicht.“ Geht es doch! Denn die richtige Bekleidung lässt Väterchen Frost keine Chance. Mit den RoadBIKE-Tipps für die kalte Jahreszeit steht höchstens noch der berühmte Schweinehund zwischen Ihnen und einer befreienden Ausfahrt im Winter. Und eins ist klar: Schon nach den ersten Pedalumdrehungen wissen Sie, dass Sie mit der Entscheidung „Sattel statt Sofa“ die richtige Wahl getroffen haben.

Acht Bekleidungstipps für den Winter

Tipp 1: Kleiden Sie sich vielschichtig

Die Idee: Viele dünne Kleidungsstücke übereinander schützen den Körper besser vor der Kälte als wenige, dickere Schichten. Dabei erfüllt jede Schicht eine bestimmte Funktion. Für zusätzliche Wärmeisolation können unter der Jacke auch mehrere Trikots übereinander getragen werden.

Tipp 2: Zeigen Sie dem Wind die kalte Schulter

Schon bei Temperaturen unter 10 Grad Celsius sinkt die gefühlte Temperatur durch den Gegenwind stark ab. Ein Beispiel: Der sogenannte Windchill-Effekt bewirkt, dass sich 6 Grad Außentemperatur bei einem Tempo von 30 km/h auf der Haut wie minus 5 Grad anfühlen. Praktische Helfer gegen den Effekt sind winddichte Kleidungsstücke. Mittlerweile bieten fast alle Hersteller Bekleidung aus Windtex, Gore Windstopper oder ähnlichen Materialien an – von Jacke und Hose über Trikot bis hin zur winddichten Unterwäsche.

Tipp 3: Wählen Sie das passende Beinkleid

Die Beine sind der Motor des Radsportlers, die Knie seine meistbelasteten Körperteile – und die reagieren empfindlich auf zu niedrige Temperaturen. Der Grund: Sie haben keine schützende Fettschicht.

Beinlinge, lange Unterwäsche, Thermohosen – Möglichkeiten, die Beine warm zu halten, gibt es viele. Der RoadBIKE-Tipp für die ersten kühlen Tage im Herbst: Kombinieren Sie Beinlinge mit einer dicken, wetterfesten Bib-Short (Zwölf Übergangs-Bibs im Test).

Tipp 4: Bewahren Sie einen warmen Kopf

Das Haupt des Radsportlers wird im Winter zu einem besonders schützenswerten Körperteil. Denn über den Kopf verliert der Sportler einen Großteil seiner Körperwärme. Abhilfe schaffen dünne, aber dennoch warme Mützen unter dem Helm. Für die richtig kalten Tage eignen sich Gesichtsmasken oder komplette Sturmhauben. Sie schützen nicht nur vor Kälte, sondern wärmen auch die Atemluft vor, ehe sie die Bronchien erreicht. Dass der Helm auch im Winter oberste Radlerpflicht ist, sollte selbstverständlich sein.

Tipp 5: Beweisen Sie Fingerspitzengefühl

Dicke Winterhandschuhe sind schon fast die ganze Miete auf dem Weg zu warmen Fingern. Ein Nachteil: Das dicke Material schränkt das Griffgefühl ein und beeinträchtigt so die Schalt- und Bremsvorgänge.

Der Ausweg: Übersetzen Sie das Zwiebelschalenprinzip auf die Hände. Unter dünneren Handschuhen für die Übergangszeit tragen Sie nochmals hauchdünne Überzieher, am besten aus Seide. Einige Hersteller haben auch spezielle Wärmepads oder Handschuhe mit integrierter Miniheizung im Programm. Wichtig: Kaufen Sie die Handschuhe immer etwas größer, dann haben Sie noch die so wichtige isolierende Luftschicht um die Finger.

Tipp 6: Kriegen Sie bloß keine kalten Füße

Die Füße sind besonders anfällig für den kalten Windzug im Winter. Ist die Kälte erstmal durch den Schuh bis in die Zehen gekrochen, wird die Tour zur Qual. Erste Hilfe leisten winddichte Überschuhe, die den Fuß im Idealfall auch vor Nässe schützen.

Auch winddichte Socken leisten wertvolle Dienste. Ein günstiger Trick gegen die Kälte von unten sind isolierende Thermo-Einlegesohlen. Die teurere Lösung bieten Winterschuhe, die nicht nur den Fuß besser vor Kälte schützen, sondern auch höher schließen und so bis zum Knöchel warm halten. Egal für welche Schuhe Sie sich entscheiden, kaufen Sie sie eine Nummer größer, damit sie sich auch mit zwei Paar Socken angenehm tragen lassen.

Tipp 7: Fahren Sie als leuchtendes Beispiel voran

Nichts ist auf dem Rennrad gefährlicher, als von den Autofahrern übersehen zu werden. Gerade an kurzen Wintertagen mit diffusen Lichtverhältnissen ist die Gefahr eines Unfalls besonders groß. Achten Sie deshalb auf Kleidung, die auffällt. Zum Beispiel durch helle, leuchtende Farben und reflektierende Elemente an Rücken, Front und Seite.

Und da die Dämmerung im Winter schon sehr früh eintritt, lohnt es sich immer eine Lampe dabei zu haben.

Tipp 8: Geben Sie der Nässe keine Chance

Schnee und Regen können die Ausfahrt im Winter schnell vermiesen. Packen Sie vor der Abfahrt die Regenjacke in die Trikottasche. Schon ein leichter Regenschutz über der Winterjacke schafft Abhilfe.

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08.12.2017
Autor: Felix Krakow
© RoadBIKE
Ausgabe 11/12/2008