Test: Teravail Rampart

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© Felix Böhlken

Test: Teravail Rampart Slick Graveln

Ein Slick-Reifen am Gravel Bike? Wir haben ausprobiert, ob der Rampart von Teravail einfach nur leicht rollt, oder ob er doch auch ganz gut gravelt.

Ist das schon Gravel, oder ist das noch Allroad? Klar, am Rampart von Teravail scheiden sich die Geister. Denn ohne Stollen fehlt dem Reifen ein entscheidendes Merkmal von Gravel Bikes. Aber braucht ein Reifen für Gravel wirklich zwingend Stollen? Immerhin gibt es einige Modelle verschiedener Anbieter, bei denen die Mini-Stollen garantiert mehr Show-Effekt als Halt bieten. Die angesagte US-Marke Teravail bewirbt die Rampart-Familie als Reifen für "alle, die alle Straßen erobern wollen". Angeboten wird Rampart für 700c-Felgen in vier Breiten zwischen 28 mm und üppigen 42 mm, außerdem als 650 x 47, jedes Maß gibt es wahlweise als schwerere, pannensichere "Durable" oder "Light & Supple"-Variante und jeweils mit schwarzer oder brauner Seitenwand. Wir haben den Rampart 700 x 38c in der "Light & Supple"-Version getestet, dieser 59,99 Euro teure Reifen wiegt rund 420 Gramm. Gar nicht mal so viel für so ein dickes Ding.

Nach der problemlosen Montage mit Tubeless-Milch gefällt erstmal der optische Eindruck: Der Reifen baut recht breit und besitzt einen absolut runden Querschnitt. Also ab auf die Piste: Vom erstem Meter weg ist das Fahrverhalten ist so, wie man es sich von einem schnellen Reifen wünscht. Der Rampart rollt unheimlich gut und wirkt sehr leichtfüßig, und auf festem Untergrund bietet er starken Seitenhalt. Das gilt übrigens auch bei Nässe: So lange der Boden unter dem Gummi fest und komprimiert ist, neigt der Rampart nicht zum unkontrollierten wegrutschen. Ergo: So viel Kurvenlage würde man sich auf Gummis mit Stollen auf den Seiten niemals zutrauen. Der Rampart verleitet zum ausgiebigen Cruisen, durch seinen gleichmäßig runden Querschnitt legt er sich vorbildlich in jeden Kurvenradius. So viel Spaß kann man auf dem Gravel Bike also haben! wer gern Tempo macht, ist begeistert.

© Felix Böhlken

Doch der Rampart macht nicht nur auf Teer und Beton Spaß, sondern funktioniert auch auf Waldautobahnen und festem, also komprimiertem Schotter besser, als man das einem Slick vielleicht zutrauen würde. Denn hier kommt der sichere Halt eines Reifens ohnehin weniger vom Profil, sondern weil sich die Karkasse dem Untergrund anschmiegt und dadurch Grip und Halt gibt. Und das kann der geschmeidige Rampart gut. Teravail empfiehlt einen Reifendruck von 3,5 bis 5,5 bar – am unteren Limit gefahren passt die Karkasse sich geschmeidig dem Untergrund an, gibt viel Halt und bietet zudem eine wirksame Vibrationsdämpfung. Pannen gab es trotz der recht leichten Karkasse während de Tests keine.

Nach so viel Lob jetzt zu den Schwächen des Rampart – die zu erwarten waren. Mit losem oder grobem Untergrund und nassen Böden abseits von Asphalt kommt der Slick nicht zurecht. Hier rutscht er schnell durch, bietet keinen halt mehr. Wie gesagt: Alles andere wäre auch eine Überraschung gewesen, es sei trotzdem deutlich erwähnt. Je heftiger das Terrain, um so schlechter funktioniert der Rampart.

© Felix Böhlken

Fazit zum Teravail Rampart

Ein vollwertiger Reifen für grenzenloses Graveln ist der Rampart natürlich nicht. Wer aber vor allem auf festem Untergrund unterwegs ist, also Teer oder Beton, aber auch festem Schotter und Waldautobahnen, ist begeistert von dem lebendigen und schnellen Reifen. Mit ihm wird das Gravel Bike zur schnellen Spaßmaschine – top für Pendler und alle, die auf dem Gravel Bike vor allem Tempo machen wollen.

Stärken des Teravail Rampart

  • rollt super
  • leicht
  • hoher Komfort
  • in vielen Ausführungen erhältlich

Schwächen des Teravail Rampart

  • im Gelände zu wenig Grip
  • kein Halt im Matsch
  • eingeschränkter Einsatzbereich
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