Test: Schwalbe G-One Allround

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© Felix Böhlken

Test: Schwalbe G-One Allround Keiner für alles

Schwalbe hat mit dem G-One einen der beliebtesten Gravel Reifen im Programm – wir wollten wissen, wie vielseitig der G-One Allround wirklich ist.

In den Anfangstagen von Gravel dominierte ein Reifen die Szenerie, der G-One. Wobei es den einen G-One ja von Anfang an nicht gab: Schwalbe hatte als einer der ersten Reifen-Hersteller den Trend Gravel entdeckt und schnell eine recht breite Auswahl verschiedener Profile und Breiten am Start. Mittlerweile gibt es den G-One in den Versionen Speed (mit minimalem Profil), Allround, Bite, Ultrabite (mit dem stärksten Profil) und R, der neueste Spross in der G-Familie. Mittlerweile hat Schwalbe allerdings mächtig viel Konkurrenz im boomenden Segment Gravel, und der G-One ist längst nicht mehr so weit verbreitet wie vor einigen Jahren. Wir wollten wissen, wie gut sich der Klassiker heute schlägt. Wir haben den G-One Allround mit 40 Millimeter Breite und 28 Zoll (also in Größe 40-622) ein paar hundert Kilometer ausprobiert und wollten klären, ob der Name Allround stimmt: Ist dieser Reifen der eine für alles?

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Alle G-One Allround sind bereit für Tubeless, zu erkennen am Kürzel TLE. In der Top-Variante kommt er mit der Addix Speedgrip-Gummimischung und solidem Pannenschutz, das gewicht liegt bei knapp unter 500 Gramm. So viel zu den inneren Werten. Und wie schlägt er sich auf der Piste? Kommt auf die Piste an.

Beim Losrollen vor der Haustüre auf Asphalt und dann über feste Wald- und Feldwege fällt sofort auf, wie gut der Reifen rollt. Klar, das Profil ist sehr eng und gleichmäßig, die Stollen sehr kurz. Zudem scheint Schwalbe bei der Konzeption den Fokus auf niedrigen Rollwiderstand gelegt zu haben. Neben seinen starken Rolleigenschaften hält er bestens, legt sich Dank schön rundem Querschnitt bestens in Kurven und bietet gleichmäßig hohen und sicheren Grip. Klare Sache: Auf festem Untergrund und bei Trockenheit ist der G-One Allround eine Bank, er strahlt die Sicherheit und Leichtigkeit eines Rennrad-Reifens aus, hat aber auch genug Reserven für Geländegänge.

Wird der Untergrund lose oder gar nass, dann ändert sich die Sache allerdings. Auf lockerem oder grobem Geläuf hält der G-One Allround zwar immer noch gut die Spur, bietet aber aber spürbar weniger Halt, sowohl seitlich, als auch beim Bremsen und bei Antritten. Der Reifen wird hier nie gefährlich, aber er bietet einfach nicht diese souveräne Sicherheit, die er auf hartem Untergrund ausstrahlt, sondern rutscht immer wieder seitlich weg oder dreht durch.

Bei Nässe setzt sich das eng stehende Profil relativ schnell zu, und wie zu erwarten fehlt ihm im Schlamm der nötige Biss. Hier profitiert ein Reifen nicht von der Gummimischung, sondern von den Stollen, und davon hat der G-One Allround einfach nicht sonderlich viel.

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Was selbst im groben Geläuf allerdings für den G-One Allround spricht, ist der hohe Pannenschutz: Auch über Wurzeln oder gröbere Steinkanten hatten wir keinen Defekt – wir sind den Reifen sowohl tubeless als auch mit Schlauch gefahren.

Ebenfalls sehr positiv: Wir sind den Reifen rund 500 km gefahren, und er zeigt noch so gut wie keine Abnutzung. Die Gummimischung scheint also ein sehr guter Kompromiss aus Grip, Haltbarkeit und geringem Rollwiderstand zu sein. Ebenfalls lobenswert ist die einfache Montage – wir haben den Reifen auf Felgen verschiedener Hersteller montiert und hatten nie Probleme bei der Montage oder mit der Dichtigkeit im Tubeless-Betrieb.

Fazit zum Schwalbe G-One Allround

Den einen Reifen für alles kann es im Gravel natürlich gar nicht geben, dafür ist unser Sport und die Gangarten zu vielseitig. Der G-One Allround spielt seine Stärken ganz klar auf festem Untergrund aus. Er rollt hervorragend und bietet sehr guten Grip, fährt sich sehr ähnlich zu einem Rennrad-Reifen.

Gemessen am knappen Profil darf man von so einem Reifen im härteren Gelände nicht zu viel erwarten, und so lange es nicht zu grob oder nass wird, läuft der Reifen auch gut über Waldwege, Schotte rund Trails. Gibt man ihm hier aber richtig die Sporen, oder wird es lose und nass, dann fehlt ihm einfach der Biss, er rutscht häufig durch. Für Tourer, Pendler und alle, die mehrheitlich auf festeren Untergründen Graveln, ist der Schwalbe G-One Allround aber eine hervorragende Wahl.

Stärken des Schwalbe G-One Allround

  • rollt super
  • haltbar
  • guter Pannenschutz
  • in vielen Maßen erhältlich

Schwächen des Schwalbe G-One Allround

  • im Gelände zu wenig Grip
  • Profil setzt sich schnell zu
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