Test: Brooks Cambium C13

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© Felix Böhlken

Test: Brooks Cambium C13 Moderner Klassiker

Brooks ist legendär für maximal bequeme Sättel – wie gut schlägt sich ihr moderner Cambium-Sattel beim Graveln?

Sättel von Brooks stehen bei Randoneuren und seriösen Vielfahrern seit Generationen für herausragenden Sitzkomfort – allerdings brauchen die Klassiker aus England auch mindestens 500 Kilometer, bis sie eingesessen, das Leder gebrochen ist. Davor ist so ein leder-Sattel echt unbequem. Außerdem sind die hübschen Retro-Teile einfach schwer. Um beide Probleme zu lösen, brachte Brooks vor wenigen Jahren eine komplett neue Technologie auf den Markt: Cambium. Dieses vulkanisierte Kautschuk soll vom ersten Meter an den Komfort eines gut eingefahrenen Ledersattels bieten. Und mit Carbon-Gestell und flacher Bauhöhe sind die Cambium-Sättel leicht und passen auch optisch gut auf sportliche Bikes. Also ist so ein Brooks Cambium auch eine gute Wahl fürs Gravel Bike?

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Wir sind den C13 zwei Jahre lang gefahren. Zu haben ist er in zwei unterschiedlich breiten Sitzflächen, uns hat das schmalere 142 mm-Model gepasst. Mit knapp unter 300 Gramm ist der Cambium C13 der leichteste Sattel, den Brooks jemals gebaut hat. Im Vergleich zu anderen Rennrad-Sätteln ist das immer noch kein Leichtbau, aber dafür verspricht er ja den unvergleichlichen Brooks-Komfort. Und mit seinen fünf Nieten in der Satteldecke bietet er unvergleichlichen Retro-Style, kombiniert mit moderner Funktion. Und wie schlägt er sich beim Graveln?

Sofort-Komfort wie in der Hängematte

Tatsächlich sitzt es sich auf dem C13 vom ersten meter an unfassbar gut. Der Sattel bietet sofort das "Hängematten-Gefühl", das Vielfahrer bei Ledersätteln so lieben. Das bedeutet: zur Mitte hin wird die Satteldecke immer weicher, insgesamt passt sie sich punktuell sehr gut an. Auch an den Seiten ist das Cambium-Material etwas nachgiebiger als man das von anderen Sätteln kennt. Druckstellen oder reibung an den Innenseiten der Oberschenkel sind da kein Thema. Und auch hochfrequente Vibrationen vom Untergrund, ausgelöst durch Schotter oder Kopfsteinpflaster, filtert die Cambium-Sitzfläche effektiv.

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Was auch auffällt: Anders als bei anderen neuen Sätteln muss man beim C13 nicht penibel auf die Sattelneigung achten. Nach waagerecht ausgerichteter Sitzfläche bei der ersten Montage war keine weiteres Nachjustieren nötig. Das ist bei manch anderem Sattel nicht so.

Absolut passend ist auch die Form der Sitzfläche: Der C13 ist lang genug, damit man zum Beispiel an steilen Rampen etwas mehr in Richtung Sattelspitze rutschen kann. geht man auf technisch anspruchsvollen Passagen aus dem Sattel, wirkt er nie störend oder zu breit.

Material und Verarbeitung

Aus der Schachtel kommt der Cambium C13 seinem Preis entsprechend sehr hochwertig. Das Carbon-Gestell ist aus einem Teil gefertigt und absolut stabil. Mit seinen fünf Nieten und der leicht strukturierten Oberfläche vereint Brooks sehr gut eine moderne Silhouette mit Retro-Flair. Apropos Oberfläche: Unser getesteter C13 stammt aus der ersten Generation, hier war die Sitzfläche mit einem matten, stoffartigen Material bezogen. Das gibt sehr guten Halt, saugt sich allerdings bald mit Nässe voll und verdreckt schnell. Das ist der einzige Kritikpunkt an unserem Testsattel. Hier hat Brooks allerdings längst nachgebessert, die aktuellen Versionen des C13 kommen mit einer etwas glatteren, dafür nässeresistenten Oberfläche. Vom Anlehnen des Bikes gegen Wände zeigen die Kanten des C13 mittlerweile leichte Spuren im üblichen Maß. besonders empfindlich ist der C13 also nicht.

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Fazit zum Brooks Cambium C13

Wer einen maximal bequemen Sattel sucht, der dem Bike nebenbei auch noch einen schönen Retro-Look gibt, sollte sich unbedingt mal auf den C13 setzen. Die Cambium-Sitzfläche bietet wirklich einen ähnlichen Komfort wie ein gut eingefahrener Ledersattel – allerdings vom ersten meter weg.

Die Fakten zum Brooks Cambium C13

  • Breite: 142 mm oder 158 mm
  • Gewicht: 295 g / 310 g (Herstellerangabe)
  • Preis: 200 Euro
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