Fünf Fragen an: Gravel-Bikerin Sandra Schuberth

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Foto: Nick Rotter (Instagram: @unick_adventures) © Nick Rotter (Instagram: @unick_adventures)

Fünf Fragen an: Sandra Schuberth The Women All Ride und mehr

Sandra Schuberth ist leidenschaftliche Gravel-Bikerin. Das zeigt sich nicht nur an ihren Abenteuern, sondern auch an ihrem Engagement in der Gravel-Szene.

Wenn die erste Bikepacking-Tour ein neues Hobby begründet: 2018 unternahm GRAVELBIKE-Leserin Sandra eine Bikepackingtour an die Nordsee zur Single-Speed-Cyclocross-Europameisterschaft. 300 Kilometer legte sie zwischen Aachen und Koksijde zurück – Zeltübernachtung inklusive. "Das war eine meiner ersten größeren Touren auf dem Gravel-Bike – und sicherlich eine Tour, die meine Lust am Bikepacking weiter verstärkt hat", erzählt die 33-Jährige, die ursprünglich wegen einer Laufverletzung zum Radfahren kam und inzwischen regelmäßig ähnliche und sogar noch viel längere Distanzen unter die Stollenreifen nimmt.

In unser Rubrik "Fünf Fragen an" haben uns aber nicht nur die Gravel-Abenteuer von Sandra interessiert, sondern auch ihr Engagement in der Organisation The Woman All Ride. Dabei handelt es sich um ein Kollektiv, das für mehr Sichtbarkeit, Gerechtigkeit und Vielfalt im Radsport steht.

Sandra, wie und wann bist du zum Gravelbiken gekommen? Und wie viel fährst du eigentlich so?

Sandra Schuberth: Gravel hieß vorher Cross. Durch eine Laufverletzung stieg ich öfter aufs Rad und 2017 habe ich mit dem Kauf meines Velohelds neue, wunderbare Menschen kennengelernt und fühlte mich schnell wohl unter all den Radfahrenden. Seitdem sind Fahrräder aus meinem Leben kaum mehr wegzudenken. Ich fahre etwa 10.000 Kilometer pro Jahr, dabei entsteht ein guter Mix aus Gravel- und Rennradtouren.

Foto: Nick Rotter (Instagram: @unick_adventures)
© Nick Rotter (Instagram: @unick_adventures)

Du bist Mitglied bei The Women All Ride. Worum geht es bei dieser Organisation eigentlich?

The Women All Ride soll eine Plattform bieten, auf der sich nicht nur Frauen, sondern Frauen, intersexuelle Personen, nicht-binäre Personen, Trans-Personen und Agender-Menschen wohlfühlen. Wir möchten einen sicheren Ort (Safe Space) bieten, an dem Erfahrungen und Wissen geteilt wird. Nicht nur unsere eigenen Erfahrungen und unser eigenes Wissen, sondern genauso das Wissen der Community. Wir möchten die Diversität des Radfahrens zeigen, das heißt, dass zum einen verschiedenste Menschen Rad fahren und zum anderen, dass es auch ganz unterschiedliche Arten des Radfahrens gibt.

Warum ist es prinzipiell wichtig, dass sich Frauen hier organisieren?

Warum ist es Menschen wichtig, zu einem Team, einem Club, einer Gruppe zu gehören? Weil eine Gruppe Sicherheit bietet, weil ein Austausch möglich ist und ein Gefühl, dazuzugehören geschaffen wird. Genauso ist es auch uns wichtig, um eine Möglichkeit zu bieten, sich besser gegenseitig unterstützen zu können, um sichtbar zu sein und um sichere Orte zu schaffen. Sichere Orte, an denen man weiß, dass viele hinter einem stehen und einem den Rücken stärken zum Beispiel bei Diskriminierung.

Foto: Nick Rotter (Instagram: @unick_adventures)
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Welche Ziele habt ihr mit The Women All Ride langfristig?

Langfristig möchten wir noch mehr auf die Diversität radfahrender Menschen aufmerksam machen, wir möchten auf Tabuthemen rund um das Thema Radfahren eingehen und einen Safe Space schaffen, an dem sich die Communtiy unterstützt. Wir möchten ein Miteinander schaffen und dazu sollen nicht zuletzt auch eigene Events stattfinden.

Nun zu deinen persönlichen Zielen. Was hast du dir für 2022 vorgenommen?

Ich denke, das Rad Race 96H ist ein großes Ziel, denn dafür bin ich schon seit 2020 angemeldet. Also sollte es 2022 endlich klappen! Außerdem stehen einige längere Gravel-Touren auf dem Plan, denn mein Partner und ich scouten Routen für die Grevet-Serie. Dazu kommen hoffentlich viele Touren und Overnighter in den Alpen. Und wer weiß, vielleicht auch ein weiteres Event? Eigentlich bin ich noch ziemlich planlos bei der Vielfalt an Veranstaltungen, die es gibt.

Liebe Sandra, vielen Dank für das Gespräch!

Foto: Nick Rotter (Instagram: @unick_adventures)
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