Fotograf Nils Laengner – Buch zur Orbit360-Serie

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Nils Laengner: Das Buch zur Orbit360-Serie © Nils Laengner

Orbit360: Das Buch zur Serie „Abenteuer direkt vor der Haustür“

Die Orbit360 Gravel-Serie hat sich im Zuge der Coronavirus-Pandemie rasend schnell einen Namen in der deutschen Gravel-Szene gemacht. Gravelbike-Fotograf Nils Laengner hat den in ganz Deutschland verbreiteten Schotter-Events nun ein fotografisches Denkmal gesetzt. Nils hat sich nämlich auf die Reise begeben und ist alle 18 Routen der diesjährigen Grave-Serie abgefahren. Daraus entstanden ist ein Fotobuch, das nicht nur die Schönheit unserer Heimatregion zeigt, sondern auch Erfahrungsberichte und Packlisten beinhaltet, die dir bei deinen nächsten Abenteuern helfen. Kurzum: Ein perfektes Weihnachtsgeschenk für alle, die auf ein wenig Abenteuer auf dem Rad stehen. Im Interview sprachen wir mit Nils über Orbit360 und sein neues Buch.

Orbit360 gibt es erst seit zwei Jahren. Dennoch ist das Konzept bereits in aller Munde. Was macht für dich die Faszination an Orbit360 aus?

Nils Laengner: Für mich gibt es mehrere Punkte, die mich an der Orbit360 Serie faszinieren. Ob du nun die Strecken im Rennmodus oder als Tour wahrnimmst, bleibt dir überlassen. Die Hürde, um an dem Event teilzunehmen ist sehr gering. So kommen ganz viele tolle und unterschiedliche Menschen zusammen. Das beste aber ist, für mein Empfinden, dass du ein Abenteuer direkt vor der Haustür beschreiten kannst. Du musst nicht in ein Flugzeug steigen und um die halbe Welt fliegen, um neue Orte kennenzulernen. Ich habe in wirklich jeder Route – selbst bei mir zuhause – neue Strecken kennengelernt. Das war wirklich schön. Ich wusste nie zu schätzen, was Deutschland alles zu bieten hat.

Du bist alle 18 Routen des Jahres 2021 abgefahren. Welche Route war die eindrucksvollste?

Nils Laengner: Ich liebe die Berge, also richtige Berge und dadurch war die Strecke durchs Karwendelgebirge [Orbit-Name: Apollo Alpen] wirklich beeindruckend. Plutonic Piste, im Harz, ist auch wunderschön gewesen. Ich bin die Strecke mit Raphael Albrecht, dem Gründer der Serie abgefahren. Es war sehr nebelig und das passte wirklich wunderbar zu der Strecke. Es war sehr mystisch. Vermutlich ist die Strecke aber auch bei Sonnenschein schön. Aber bei Sonnenschein kann ja jeder fahren [lacht]. Im Deister gibt es noch die Deister Delta Strecke. Wer Höhenmeter liebt, wird hier fündig. Es gibt aber auch immer mal wieder kleine und feine Highlights. Beispielsweise gibt es an einem Streckenabschnitt eine Art Modelbaustadt. Diese würde man dort nicht vermuten. Wer Zeit mitbringt, kann sich dort verlieren. Komoot Cosmos, eine Route, die durch die Weinberge im Taunus führt, war auch sehr schön aber auch hart. Ich hatte teilweise nämlich nur einen Gang und musste somit die Weinberge ordentlich hochdrücken und auf flacher Strecke hatte ich ein Trittfrequenz wie ein Elektroschocker. Beim Beantworten der Fragen merke ich, dass jede der Strecken etwas besonderes hatte. Ich glaube wirklich, dass jeder fündig wird.

Das Orbit360 Fotobuch fängt alle Orbit-Strecken ein. Worauf kam es dir bei der Arbeit an dem Werk speziell an?

Nils Laengner: Ich bin jede Strecke selbst mit dem Rad abgefahren und habe dabei jeweils eine Fahrerin oder Fahrer begleitet. Dadurch konnte ich verschiedenste Geschichten erzählen und die Strecke authentisch wiedergeben. Dadurch sind spannende und sehr unterschiedliche Fotostrecken entstanden. Nicht nur, weil die Strecken natürlich alle variieren, sondern auch weil die Fahre die Routen anders angegangen sind. Manch eine fuhr die Strecke im Unterlenker und stoppte nur um auszutreten. Eine andere wollte "nur" ankommen. Um diese Geschichten zu erzählen, musst du direkt dabei sein, sonst kannst du die Freude, Anstrengung und Schmerz nicht nachvollziehen und dementsprechend auch nicht authentisch zeigen.

Welche Tipps hast du für GRAVELBIKE Leser, die gerne einmal einen Orbit360 fahren würden?

Nils Laengner: Die Scouter und Raphael Albrecht machen einen ganz tollen Job. Die Strecken sind unterschiedlich schwer und bieten verschiedenste Untergründe an. All diese Informationen, Höhenmeter, Distanz, Untergründe und Fahrbarkeit werden öffentlich gemacht. So kann jeder sich eine Route aussuchen, die zu einem passt. Und genau das würde ich empfehlen: Überlege dir was du möchtest. Was möchtest du sehen? Wie möchtest du die Tour bestreiten? Was traust du dir zu? Je nachdem, für was du dich entscheidest, musst du dir überlegen, ob du viel essen und trinken mitnimmst oder ob du lieber den ein oder anderen Stop beim Bäcker machen möchtest. Auch diese Information stehen auf der Orbit360-Webseite. Sonst kann ich nur empfehlen, dass man es einfach mal machen sollte. Die Gefahr, dass was nicht so läuft wie erwartet ist recht gering und wir wissen doch alle, dass genau in solchen Situation die besten Geschichten entstehen.

Du bist in der Gravel-Szene als Fotograf sehr engagiert. Hast du schon Pläne für neue Projekte?

Laengner: Das Buch ist vorerst noch ein Projekt. Es muss ja nicht nur produziert werden, sondern auch verkauft werden. Nichtsdestotrotz möchte ich natürlich wieder bei anderen Events dabei sein. Im Moment stehen das Taunus Bikepacking Event, das Atlas Mountain Race, das Fireflies Patagonia, das Badlands Gravel, das Migration Race und das Granguanche auf meinem Zettel.

Das Interview führte Werner Müller-Schell

Fotograf Nils Laengner (Foto: Nico Keinath)
© Nico Keinath

Fazit

Das Buch zur Orbit360-Serie von Nils Laengner wird Mitte/Ende November 2021 veröffentlicht. Es hat 268 Seiten und ist 21,0 cm x 27,0 cm groß, also ein richtiges "Coffee Table Book". Der Kostenpunkt des neuen Orbit360-Buchs von Nils Laengner ist 39 Euro inkl. Versand.

Mehr Informationen zu dem Buch bekommst du hier: Orbi360 Buch

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