Fünf Fragen an: Jonas Bandke von Seido Components

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„Wir starten mit einem großen Angebot“ © Seido Components

Fünf Fragen an: Jonas Bandke „Wir starten mit einem großen Angebot“

Mit Seido Components hat der Gravel-Spezialist Bombtrack eine neue Marke gegründet. Wir sprachen mit Produktmanager Jonas Bandke.

Das Wort "Seido" kommt dabei aus dem Japanischen und bedeutet Präzision und Genauigkeit. Dementsprechend ist es das Ziel von Seido, hochwertige Parts anzubieten – vom Lenker bis zum Tretlager, von der Sattelstütze bis zum Sattel. "Bei der Entwicklung unserer Kollektion versuchen wir nicht, das Rad neu zu erfinden. Unser Ziel ist es, Teile zu entwickeln, die einen bestimmten Bedarf bedienen – und für mehr Spaß beim Radfahren sorgen", sagt Jonas Bandke, verantwortlich für das Produktdesign- und Management bei Seido. Mit ihm sprachen wir in unserer Rubrik "Fünf Fragen an …" über die neue Marke.

Hallo Jonas, bevor wir über Seido Components sprechen, erst einmal ein paar Wörter zu dir. Was ist deine Verbindung zum Gravel-Biken?

Jonas Bandke: Ich bin Jonas, 33 Jahre alt, wohne seit 2009 in Köln und bin durch das BMX-Fahren seit ich 16 bin in die Welt des Fahrradfahrens und seiner Technik eingetaucht. Meine Neugier und Begeisterung für Technik führten mich zu verschiedenen Jobs als Fahrrad-Mechaniker, Kurier, Werkstattleiter und nun mittlerweile an die "Quelle", also der Entwicklung von Fahrrädern und Komponenten, die ich seit nun vier Jahren bei der Firma Wemakethings für Bombtrack und nun auch Seido betreibe.

Zu meiner Zeit als Fahrradkurier, in der ich nebenher auch viel BMX und Rennrad fuhr, war ein Crosser fester Bestandteil in meinem Fuhrpark und kam ohnehin im Winter sowohl für die Arbeit als auch zum Offroad-Fahren aus reinem Vergnügen zum Einsatz. Da die meisten Kilometer sich damals auf Asphalt abspielten, war das dann ein willkommener Ausgleich der nicht auf Bestzeiten, sondern schöne Strecken und Spaß am Fahren abzielte, fernab vom Verkehr durch Wald und Wiesen.

Von dem Zeitpunkt ab, als "Gravel" begann, sich zu seiner eigenen Kategorie zu formen, fing ich auch bei Bombtrack an. Seitdem ist mein Rennrad nur noch selten im Einsatz. Das Bombtrack mit 47-Millimeter-Reifen aber dafür umso mehr.

© Seido Components

Du bist der Mann hinter Seido Components. Erzähl uns doch einmal, wofür Seido steht und welche Geschichte hinter Seido steckt?

Bandke: Ganz allein stecke ich natürlich nicht dahinter. Ich arbeite bei Wemakethings in der Produktentwicklungsabteilung, hier bin ich an verschiedenen Projekten unserer Marken beteiligt und arbeite Hand in Hand mit einem großartigen Team aus Ingenieuren, Produktdesignern und Grafikern zusammen.

Meine Hauptaufgaben entfallen auf Produktentwicklung- und Management für Bombtrack und Seido. Wir haben neben Kompletträdern bei Bombtrack schon immer auch Komponenten, allen voran Gabeln, angeboten. Für diese "P&A"-Sparte habe ich früh nach meinem Einstieg immer mehr Verantwortung übertragen bekommen. Als dann die Entscheidung fiel, dieses Portfolio auszubauen – also mich um Laufräder, Cockpit-, Antriebs- und Kontakt-Komponenten zu erweitern – fiel der Entschluss, das zu einer eigenständigen Marke zu machen.

Inwieweit kooperiert ihr mit Bombtrack? Wie muss man sich die Zusammenarbeit vorstellen?

Bandke: Ich habe das ja bereits in meinen vorherigen Antworten schon größtenteils vorweggenommen. Aber die kürzeste Antwort hierauf wäre wohl zu sagen, dass wir im selben Büro sitzen. Wie bereits erwähnt, arbeitet unsere Produktentwicklung für mehrere Marken gleichzeitig und agiert dabei Hand in Hand. Die Erfahrung, die wir aus der Komplettrad-Entwicklung für Bombtrack, aber auch aus der aller anderen Marken, gesammelt haben, kann dadurch zu 100 Prozent in Seido einfließen.

© Seido Components

Welche Komponenten werdet ihr anbieten? Wie groß ist die Bandbreite des Angebots?

Bandke: Für einen neuen Marken-Launch starten wir mit einem – meiner Meinung nach – sehr breiten Angebot. Das geht über Gabeln, Laufräder, Lenker, Sättel, Pedalen, Kurbeln, Kettenblätter, Lenkerbänder bis hin zum Trinkflaschenhalter plus Flasche. In diesen Kategorien bieten wir sowohl schnörkellose und bewährte Technik an als auch bis ins kleinste Detail entwickelte Teile wie zum Beispiel unsere MGV-Gabel. In Zukunft wird da auch noch einiges dazu kommen. Unsere Liste der Ideen, die noch auf ihre Umsetzung warten, ist lang.

Hand aufs Herz: Was zeichnet gute Gravel-Komponenten aus? Was sind die Eigenschaften, die gute Gravel-Komponenten brauchen?

Bandke: So ganz pauschal kann ich das nicht beantworten, da das auf die jeweilig betrachtete Komponente ankommt. Unsere 28- bzw. 29-Zoll-Laufrädsätze würden zum Beispiel auch beste Dienste an einem XC-Fahrrad leisten und sind nicht nur für Gravel geeignet. Aber natürlich gibt es schon ein paar Kern-Anforderungen an Komponenten für Gravel-Räder: Dazu zählt Langlebigkeit, guter Schutz vor widrigen Witterungsbedingungen, robuste und einfach zu wartende Technik. Letzteres ist vor allem wichtig, weil Gravel-Bikes ja auch beliebte Touren-Räder geworden sind.

Jonas, vielen Dank für das Gespräch!

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