Fünf Fragen an: Olympia-Sieger Alistair Brownlee

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„Es gibt Gemeinsamkeiten“ © SCOTT Sports (Badlands.cc / Juanan Photograpy / Peter of the Spoon )

Fünf Fragen an: Alistair Brownlee „Es gibt Gemeinsamkeiten“

Alistair Brownlee ist einer der besten Triathleten der Welt. Doch auch auf Gravel beweist er des Öfteren sein Können – wie beim Badlands-Gravel-Race 2021.

Zweimaliger Triathlon-Weltmeister auf der Kurzdistanz, zweimaliger Olympiasieger, Aquathlon-Weltmeister und zweifacher Ironman-Sieger – der Brite Alistair Brownlee gehört zu den besten Triathleten der Welt. In diesem Sommer überraschte der 33-Jährige die Sportszene allerdings mit seiner Teilnahme an mehreren Gravel-Events. Unter anderem ging Brownlee so beim Badlands-Gravel-Race an den Start – eine Herausforderung, die er mit Bravour meisterte. Nach 746 Kilometern und insgesamt 57 Stunden und 20 Minuten Fahrzeit erreichte er nämlich als Siebter das Ziel. Doch damit nicht genug: Wenige Wochen später sicherte er sich auch bei den britischen Meisterschaften im Gravel den Titel. Für uns Grund genug, um mit dem Triathleten über seine Gravel-Erfahrungen und die Gemeinsamkeiten zwischen Triathlon und Gravel zu sprechen.

Wie bist du eigentlich zum Gravel-Biken gekommen? War das Fahren im Gelände schon immer ein Teil deines Trainings?

Alistair Brownlee: Ich liebe das Fahren im Gelände. In der Tat war Offroad-Biken schon immer Teil meines Trainings und ich versuche, jede Woche auf das Mountainbike oder das Gravel-Bike zu steigen. Meine Teilnahme am Badlands-Gravel-Race war natürlich eine andere Geschichte. [lacht]

Juanan Barros
© SCOTT Sports (Badlands.cc / Juanan Photograpy / Peter of the Spoon )

Du sprichst das Badlands-Gravel-Race bereits an. Wie kam es zu der Idee, an einem so harten Rennen teilzunehmen? Und wie war diese Erfahrung für dich?

Brownlee: 2021 war ein sehr hartes Jahr für mich. Ich hatte eine schwere Verletzung und musste mich einer Operation unterziehen. Das bedeutete, dass ich nicht in der Lage war, Triathlon zu machen – dementsprechend frustriert war ich im Sommer. Ich wollte allerdings schon immer Wettkämpfe machen, die abenteuerlich und herausfordernd sind. Also beschloss ich, dass dies diese Situation meine Chance war, einmal etwas anderes auszuprobieren. Badlands schien dann die perfekte Herausforderung zu sein.

Ganz ehrlich: Die Erfahrung des Rennens übertraf meine Erwartungen. Ich hatte keine Ahnung, was mich erwarten würde, und ich habe noch nie an einem Rennen teilgenommen, das sich über Tage und nicht über Stunden erstreckt. Ich musste sicherlich einige harte Momente und Schwierigkeiten überstehen: Reifenpannen und Hitze, stundenlanges Radfahren in der Dunkelheit und auf sandigen Pfaden. Aber der größte Teil der Veranstaltung war fantastisch. Ich liebte es, neue Orte zu sehen, Berge zu besteigen und Wüsten zu sehen. Ich genoss sogar die Einsamkeit beim Radfahren in der Nacht und die simple Herausforderung, einer Route bis zum Ende folgen und diese bewältigen zu müssen.

Triathlon und Gravel-Rennen sind sehr unterschiedliche Disziplinen. Aber gibt es auch Gemeinsamkeiten? Inwieweit hat dir deine allgemeine Erfahrung als Athlet beim Badlands-Race geholfen?

Brownlee: Es sind sehr unterschiedliche Disziplinen, vor allem wenn man einen Wettkampf über 750 Kilometer wie Badlands vergleicht. Es gibt aber auch Gemeinsamkeiten, wie zum Beispiel die Wichtigkeit des Tempos und des Energiemanagements. Ich denke, dass ein Rennen über 200-300 Kilometer einem Ironman in Bezug auf die Anstrengung, das Tempo und das Energiemanagement sehr ähnlich sein würde.

Juanan Barros
© SCOTT Sports (Badlands.cc / Juanan Photograpy / Peter of the Spoon )

Nach deiner Teilnahme an den Badlands hast du auch den Titel bei den britischen Gravel-Meisterschaften gewonnen. Herzlichen Glückwunsch! Was macht dir ab Gravel-Wettbewerben so viel Spaß? Welche Aspekte von Gravel-Rennen gefallen dir – zum Beispiel im Vergleich zu einem Ironman-Triathlon?

Brownlee: Zunächst einmal liebe ich es, Rennen zu fahren und Rad zu fahren. Außerdem liebe ich neue Herausforderungen und Abenteuer. Der Hauptunterschied zu Ironman-Rennen ist, dass Schotterrennen wirklich in der Natur stattfinden – abseits von Straßen und Städten.

Kannst du dir vorstellen, in Zukunft an mehr Gravel-Rennen teilzunehmen? Und was sind deine nächsten Ziele in deiner Triathlon-Karriere?

Brownlee: Ja, ich möchte wirklich mehr Gravel-Rennen bestreiten und im nächsten Sommer an einigen der großen US-Rennen teilnehmen. Meine Ziele im Triathlon sind die größten Langdistanz-Triathlon-Rennen der Welt zu gewinnen wie zum Beispiel die Ironman -Weltmeisterschaften, die PTO-Majors. Zudem will ich der erste Mensch sein, der eine Ironman-Distanz unter sieben Stunden absolviert.

Alistair, vielen Dank für das Gespräch und viel Glück bei deinen sportlichen Zielen!

Das Interview führte Werner Müller-Schell.

© SCOTT Sports (Badlands.cc / Juanan Photograpy / Peter of the Spoon )