Fünf Fragen an: Mikel Delagrange

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Fünf Fragen an: Mikel Delagrange „Wir wollen den Radsport in Tansania stärken“

Wir sprachen mit Mikel Delagrange, Initiator des organisierenden Amani Projekts, über das Evolution Gravel Race.

Fünf Tage, 850 Kilometer und 10.000 Höhenmeter durch die afrikanische Wildnis – das Evolution Gravel Race wird eine der härtesten Herausforderungen des Jahres sein. Vom 26. bis 30. Juni 2022 erstreckt sich das ausschließlich auf Schotter ausgetragene Etappenrennen über die gesamte Länge Tansanias. Beginnend am berühmten Ngorongoro-Krater, vorbei am mächtigen Kilimandscharo, bis hin zur Swahili-Küste am Indischen Ozean. Schnelle Schotterpassagen in der Savanne sind ebenso Teil der Strecke, wie die steilsten Anstiege im tansanischen Hinterland. Die internationalen Teilnehmer erwartet tropische Hitze, ein feuchtwarmes Regenwaldklima und ein unvergessliches Erlebnis, bei dem es um mehr als nur den Wettkampf geht. Die besten Athleten aus Ostafrika werden als Konkurrenz und Mitabenteurer dabei sein. Kurzum: ein Ausdauertest für Fitte und Abenteuerlustige. In unserer Serie "Fünf Fragen an …" sprachen wir mit Mikel Delagrange, Initiator des organisierenden Amani Projekts, über das Rennen.

Herr Delagrange, das Evolution Gravel Race in Tansania soll das härteste Gravel-Rennen Afrikas werden. Was macht das Rennen so anspruchsvoll – etwa im Vergleich zum im vergangenen Jahr erstmals ausgetragenen Migration Gravel Race?

Mikel Delagrange: Was das Evolution Gravel Race so hart macht, ist eine Kombination aus mehreren Dingen. Das beginnt mit der Streckenlänge. Jede Etappe ist fast 200 Kilometer lang – und das auf schwierigem Gelände. Dazu kommen die vielen Höhenmeter. Insgesamt sind es ja fast 10.000 Höhenmeter vom Ngorongoro-Krater zur Swahili-Küste. Darüber hinaus wird es ganz verschiedene Temperaturen und Klimaverhältnisse geben – man denke nur den Kontrast zwischen den Bergen und dem Ozean.

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Wie verläuft genau die Strecke? Was sind die Highlights und größten Herausforderungen?

Delagrange: Jede Etappe ist sehr verschieden. Die erste Etappe ist sehr flach, aber 200 Kilometer lang an. Man verlässt die Serengeti-Gegend und fährt in Richtung Kilimandscharo. Es gibt sehr viel Sand und sehr viele Flachpassagen. Am zweiten Tag fährt man dann im Schatten des Kilimandscharos und es ist auch sehr flach, wobei es am Ende eine steile Bergankunft gibt. Das zeigt schon, wie bergig es auf den letzten drei Tagen wird. Der dritte und vierte Tag haben dann jeweils rund 3.000 Höhenmeter. Wenn es dann zur Küste hinunter geht, hat man den Indischen Ozean in Sicht – ein weiterer Höhepunkt.

Das Evolution Gravel Race steht im Zeichen des AMANI-Projekts. Was ist konkret die Mission des AMANI-Projekts?

Delagrange: Unsere Mission beim AMANI Projekt ist ziemlich simpel: Wir wollen Radsportlern in Ostafrika die Möglichkeit geben, ebenfalls Rennen zu fahren. Gleichzeitig wollen wir für mehr Inklusion im Radsport sorgen. So versucht unsere die Initiative, ostafrikanische Fahrer nach Europa zu bringen, um ihnen die Möglichkeit zu geben, am Profiradsport teilzunehmen.

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Inwieweit kann die lokale Bevölkerung von dem Event profitieren?

Delagrange: Die lokale Bevölkerung einzubinden ist ein großer Teil unserer Organisation. Wir arbeiten mit lokalen Radklubs und Bikeshops zusammen, um das Rennen überhaupt durchzuführen. Race-Marshalls, Verpflegungsstellen werden von der lokalen Radsportcommunity organisiert. Und natürlich wollen wir so viele Radfahrer aus Tansania im Rennen an den Start bringen wie möglich. Am Ende soll das Event dazu beitragen, den Radsport in Tansania zu stärken und ihm eine Bühne zu geben.

Gibt es schon Neuigkeiten zum Starterfeld? Beim Migration Gravel Race gingen ja einige der Stars der Gravel-Szene ins Rennen ...

Delagrange: Wir werden einige große Namen wie Lachlan Morton, Mattia De Marchi, Nathan Haas an den Start bringen. Besonders freut uns aber das starke Frauen-Starterfeld: Alison Tetrick, Siegerin des letztjährigen Unbound, wird genauso an den Start gehen wie Moriah Wilson. Wir freuen uns also auf spannende, hochkarätige Rennen!

Mikel, danke für das Gespräch!

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