Zwölf Rennräder bis 2000 Euro im Test

Test: 12 Rennräder aus Carbon und Alu bis 2000 Euro


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RoadBIKE Test Ausgabe 05/2013 Rennräder bis 2000 Euro aus Carbon oder Alu
Foto: Dan Patitucci

 

BMC Granfondo GF02 105
Foto: Benjamin Hahn

 

Cannondale CAAD 10 105
Foto: Benjamin Hahn

 

Canyon Ultimate AL 8.0
Foto: Benjamin Hahn

 

Focus Cayo Evo 4.0
Foto: Benjamin Hahn
Alu oder Carbon? In der Preisklasse bis 2000 Euro ist für Rennradfahrer eine Menge geboten – nicht nur beim Rahmenmaterial.
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Datentabelle Testfeld
Foto: RoadBIKE Aus umfangreichen Einzelwertungen in Labor und Praxis errechnet sich bei RoadBIKE die Endnote – hier die wichtigsten Wertungen im Überblick.

RoadBIKE hat zwölf Räder zwischen 1499 und 1999 Euro zum Test geladen, die Hersteller durften selbst entscheiden, welches Rahmenmaterial sie in den Test geben. So treten acht Modelle mit Alu-Rahmen gegen vier Carbon- Sets an, um die Frage nach dem besseren Rahmenmaterial – und dem besten Rad bis 2000 Euro – zu klären.

Der hohe Alu-Anteil erstaunt zunächst – bietet doch fast jeder Hersteller in dieser Preisklasse bereits Carbon an – und bewirbt es stolz.

Scheuen sich die Anbieter, Carbon in einen harten Vergleichstest mit Labormessungen zu schicken? Oder gehen viele einfach auf Nummer sicher?

Immerhin hatten in den Vergleichstests vergangener Jahre in dieser Preisklasse stets Alu-Renner die Nase vorn: Die in der Herstellung günstigeren Alu-Rahmen bieten mehr Ausstattung fürs Geld, die Carbon-Sets konnten dagegen ihre dem Material zugesprochene Überlegenheit in dieser Klasse selten wirklich ausspielen.

 

Gewichtstabelle Testfeld
Foto: RoadBIKE Material-Vorteil? Das wiegen die Rahmen-Gabel-Sets der Testräder im Vergleich

Aluminium vs. Carbon

Daran hat sich im aktuellen Modelljahr nicht viel geändert: Zwar schickt Focus mit dem Cayo Evo einen sehr leichten Rahmen ins Rennen – er wiegt unter 1,1 Kilo, das Set mit Gabel und Steuersatz nur 1548 Gramm. Und auch das neue Stevens Izoard Carbon fällt mit 1630 Gramm Set-Gewicht positiv auf. Doch unterm Strich, wenn Gewichte, Steifigkeiten und Federungskomfort verrechnet werden, punkten gleich drei Alu-Sets.

Allen voran das neue Granfondo GF02 von BMC: Es verdient sich den Spitzenplatz in der KSG-Wertung (Komfort, Steifigkeit, Gewicht). Es wiegt, wie die Top-Alu-Sets von Cannondale, Canyon und Storck, um 1750 Gramm und bietet bei hohen Steifigkeiten hervorragenden Federungskomfort. Auch die sehr steifen Sets von Cannondale und Canyon federn so komfortabel, wie man es bei Alu-Modellen kaum erwarten würde – und stechen damit so manches Carbon-Set im Test (und auch in höheren Preisklassen!) aus.

Aber längst nicht jedes Alu-Set kann derart überzeugen: Koga, Radon und Scott schicken über 2 Kilo schwere Ensembles in den Test – zu viel, auch in dieser Preisklasse. Gleiches gilt für das mit knapp 2 Kilo zu schwere Carbon-Set von Fuji. Ein pauschaler Kauftipp für eines der beiden Rahmenmaterialien lässt sich deshalb nicht aussprechen. Nur ein Blick auf die Daten aus dem RoadBIKE-Messlabor (zu finden bei den Testbriefen) schafft Klarheit, welcher Anbieter hier tatsächlich gute Arbeit geleistet hat.

Alu oder Carbon: Die Qual der Wahl

Allerdings: In Sachen Fahrsicherheit muss sich niemand Sorgen machen - alle getesteten Räder sind mehr als ausreichend steif und uneingeschränkt für jedes Fahrergewicht zu empfehlen. Zudem sollte das Gewicht keinesfalls das allein entscheidende Kriterium beim Kauf sein. Viel wichtiger ist, dass der Renner zum Fahrer passt, zu seiner Sitzposition und seinen Vorlieben. Die Bandbreite unter den Testrädern ist dabei erfreulich groß: Vom reinrassigen Sportler, wie dem Giant TCR Composite, bis zum gelassenen Tourer, etwa dem Scott Speedster, reicht die Palette, wie die detaillierten Beschreibungen in den Testbriefen zeigen: Nicht nur beim Material, auch bei den Fahreigenschaften hat der Kunde die Wahl – ein Luxusproblem, wenn man an die Auswahl in diesem Segment noch vor wenigen Jahren denkt! Auch Marcus Schröder vom Prüfinstitut EFBe lobt das technische Niveau, das Rahmen dieser Preisklasse mittlerweile erreichen – ob aus Alu oder Carbon.

Offensichtlicher als die Rahmen-Gabel-Sets unterscheiden sich die Ausstattungen der Testräder. Der alte Grundsatz, dass Alu-Renner mit besserer Ausstattung glänzen als ähnlich teure Carbon-Räder, gilt zwar auch weiterhin, doch 2013 verschieben sich die Maßstäbe etwas: Steigende Preise bei Zulieferern und schlechte Wechselkurse haben viele Produktmanager zu Sparmaßnahmen gezwungen – an den Rädern im Test ist das an den Alu wie auch an den Carbon-Modellen mitunter deutlich zu erkennen.

Alu- oder Carbon-Rennrad: Eine Frage der Ausstattung

Üblicherweise dürfen Kunden in dieser Preisklasse Ausstattungen auf Shimano-105- oder gar Ultegra-Niveau erwarten. Doch gruppenrein ausgestattete Räder wie die von Canyon, Koga, Rose und Storck sind im Testfeld eher die Ausnahme. Fast alle Hersteller montieren – oft erst auf den zweiten Blick zu erkennen – günstigere Ketten oder Kassetten, recht häufig wird auch beim Kurbelsatz gespart. Funktional ist das kein Nachteil, auch Parts auf 105-Niveau funktionieren absolut zuverlässig und problemlos. Doch drücken die Sparmaßnahmen merklich aufs Gewicht, die Teile verschleißen oft einen Tick schneller – und sie bieten weniger Prestige. Viel wichtiger als die Schaltgruppe ist allerdings ein leichter Laufradsatz, der jedem Rennrad auf die Sprünge hilft. Canyon und Rose montieren solche leichten Sätze, Fuji, Radon und Stevens nur wenig schwerere Modelle – sehr gut, da auf der Straße direkt spürbar: Die Räder fahren sich entsprechend leichtfüßig. In den Rädern von BMC, Giant, Koga und Scott drehen sich dagegen Laufräder, die rund 500 Gramm mehr wiegen. Das macht sich durch gezügelten Vorwärtsdrang bemerkbar und kostet letzlich wertvolle Punkte in der Praxiswertung.

Alu- und Carbon-Rennräder unter 2000 Euro: Testfazit kompakt

In der Preisklasse bis 2000 Euro sollte sich kein Kunde vorschnell entscheiden, erst der Vergleich von Messwerten und Ausstattung schafft Klarheit. Das neue Stevens Izoard Carbon überzeugt technisch und mit guter Ausstattung – Kauftipp. Den verdienen sich bei den Alu-Modellen das Radon durch sagenhafte Ausstattung, das Storck mit überragenden Fahrleistungen. Den Testsieg holt sich das ausgewogene Canyon: Überragend!


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Die Rennräder in diesem Test

07.08.2013
Autor: Felix Böhlken
© RoadBIKE
Ausgabe 05/2013