Test: 6 Baukasten-Rennräder

Im RoadBIKE-Test: Sechs Rennräder aus dem Konfigurator


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Rennrad aus dem Konfigurator baukasten
Foto: Benjamin Hahn/Johannes Decker

 

RoadBIKE Cannondale CAAD 12
Foto: Benjamin Hahn

 

RoadBIKE Cannondale CAAD 12 Sattel
Foto: Benjamin Hahn

 

RoadBIKE Cannondale CAAD 12 Oberrohr
Foto: Benjamin Hahn

 

RoadBIKE Müsing Aviator
Foto: Benjamin Hahn
Mit wenig Aufwand zum individuellen Traum-Renner? Konfigurator-Räder machen’s möglich. Wie gut das klappt, zeigen 6 Rennräder im Test.
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Das Besondere am Rennrad-Sport? Jeder kann, ein entsprechendes Budget vorausgesetzt, das Material der Profis fahren. Mehr noch: Hobby-Rennradfahrer können ihrem Sport sogar auf leichteren Rädern als so mancher Profi frönen. Das ist nicht in vielen Sportarten der Fall.

Rahmen, Schaltgruppe, Laufräder, Anbauteile – die Auswahl ist gewaltig. Und da es beim Rennrad besonders wichtig ist, dass alles nicht nur perfekt zusammen, sondern auch zum Fahrer passt, kauft wohl kaum jemand ein Rennrad einfach so von der Stange und ohne individuelle Anpassungen, wie zum Beispiel beim Sattel oder der Vorbaulänge. Allerdings: Bei Kompletträdern sind hier schnell Grenzen gesetzt.

Ganz anders sieht es bei Konfigurator-Rennern aus, die sich mit Hilfe eines Baukastens nach Kundenwunsch zusammenstellen lassen. RoadBIKE hat 6 dieser Räder zum Test bestellt, um die ganze Bandbreite zu zeigen, die so ein Baukastensystem bieten kann.

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Sie haben die Wahl

Wie gut ein solcher Konfigurator angenommen wird, kann beispielsweise der Bocholter Radversender Rose bestätigen: Fast kein Rad wird dort so bestellt, wie es als Grundmodell online angeboten wird. Anpassungen bei Vorbaulänge, Lenkerbreite und Sattel sind üblich, angesichts der wachsenden Möglichkeiten bei den Übersetzungen wählen auch immer mehr Kunden hier ihre Wunschkombination. Und mit einem Satz besonders leichter oder schicker Laufräder wird aus jedem Serien-Renner schnell ein besonderes, ganz individuelles Rennrad.

Auch die Fachhandelsmarke Stevens aus Hamburg bietet seit Jahren einen Konfigurator an, in dem sich jedes Rahmenmodell individuell bestücken lässt. Die Möglichkeit der personalisierten Konfiguration kostet im Vergleich zum vergleichbar bestückten Rad von der Stange ca. 100 Euro Aufpreis. Je intensiver man den Baukasten nutzt, umso mehr lohnt es sich.

Generell muss der Einstieg in die Welt der frei konfigurierbaren Räder nicht teuer sein: Bei Stevens gibt’s den Alu-Renner Aspin mit 105-Gruppe ab 1399 Euro, Rose bietet sein günstigstes konfigurierbares Rennrad Xeon RS-2000 für 1549 Euro an. Wer hier nur Maße und Übersetzung nach den eigenen Bedürfnissen ändert und dazu einen passenden Sattel auswählt, fährt also ohne große Mehrkosten schon einen individuell angepassten Renner.

Keine Grenzen

Wer mehr investieren will und kann, bekommt dafür ungleich mehr Möglichkeiten – die meisten Käufer konfigurierbarer Räder dürften eher nach der Maxime handeln: Wenn ich schon viel Geld ausgebe, dann möchte ich auch mein individuelles Traumrad fahren!

Das funktioniert bei Anbietern wie Müsing oder Trek besonders gut: Bei deren Konfigurator-Modellen steht neben den Anbauteilen vor allem das Design von Rahmen und Gabel im Vordergrund. Müsing etwa bietet serienmäßig 55 Dekorfarben zur Wahl, für 315 Euro Aufpreis gibt es Rahmen und Gabel in einer von 65 Wunschfarben.

Trek geht bei seinem vor wenigen Jahren aufgesetzten Konfigurator „Project One“ noch weiter: Aus 24 Grunddesigns lassen sich rein rechnerisch Millionen Kombinationen aus Farben, Schriften, Airbrush-Designs und individuellen Beschriftungen zusammenstellen. Das Ganze geht ab 1499 Euro los – wer bei den Designs in die Vollen geht, ist aber ganz schnell bei einigen hundert Euro Aufpreis. Dafür wird das Rad auch nach persönlichen Vorgaben auf Bestellung lackiert.

Für höchste Ansprüche

Ebenfalls im gehobenen Segment bewegen sich Anbieter wie Simplon: In deren eher kleinem Konfigurator stehen eher hochpreisige Gruppen und Laufräder zur Wahl, die die hochwertigen Rahmen ganz nach persönlichem Bedarf und Einsatzbereich weiter aufwerten. Erfreulicherweise stehen diese Optionen jedem Kunden zur Wahl, einen Aufpreis fürs Konfigurieren verlangen die Vorarlberger nicht. Natürlich bieten auch viele Händler ihren Kunden an, Rahmen-Gabel-Kits der Marken, die sie im Angebot führen, mit Wunschausstattung aufzubauen.

Besonders übersichtlich und mit großem Sortiment präsentiert sich Delta-Bike: Online lassen sich hier absolute Traumräder zusammenstellen, die, wie bei Rose, kostenlos versendet werden, auch die Versandkosten für etwaige Reparaturen übernimmt Delta-Bike. Wer den Laden in Gießen aufsucht, bekommt zusätzlich eine individuelle Körpervermessung und Größenanpassung – wie das ein Kunde von jedem guten Händler erwarten darf.

Die Qual der Wahl

Angesichts dieser Vielzahl von Angeboten und Möglichkeiten bleibt am Ende die Frage: Wo soll ich mein Rad konfigurieren, ohne dass die Wahl zur Qual wird? Keine Sorge: RoadBIKE hilft bei der Klärung der wichtigsten Fragen, bevor es ans Konfigurieren geht (siehe unten: In 9 Schritten zum perfekten Rennrad aus dem Baukasten).

Wer sich bei Rahmentyp, Größe oder Ausstattungsdetails nicht sicher ist, sollte darüber hinaus die Beratung beim Fachhändler in Anspruch nehmen, über den man gedenkt, das Wunschrad zu bestellen – oder bei Online-Anbietern die telefonische Beratung in Anspruch nehmen. Denn nur wer genau weiß, was er braucht, holt aus einem Konfigurator auch das Beste heraus.


11.02.2016
Autor: Felix Böhlken
© RoadBIKE
Ausgabe /2016