Test: 16 Carbon-Rennräder bis 3300 Euro

16 Carbon-Rennräder mit Shimano Ultegra Schaltung


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RoadBIKE 0417 Carbon-Bestseller Teaser
Foto: Andreas Frank

 

RoadBIKE Bergamont Prime Race
Foto: Benjamin Hahn

 

RoadBIKE BMC Teammachine SLR02
Foto: Benjamin Hahn

 

RoadBIKE Cannondale Supersix Evo
Foto: Benjamin Hahn

 

RoadBIKE Canyon Ultimate CF SL 9.0
Foto: Benjamin Hahn
Hier passen Preis und Leistung: Carbon-Bestseller in der Ultegra-Klasse bieten fairen Gegenwert. Das Spektrum ist groß – vom Preisknaller bis zum Renner mit Prestige.
Zu den getesteten Produkten
  • Beliebte Rennräder: Die Rennrad-Bestseller kommen mit Carbon-Rahmen und Shimano Ultegra Schaltung.
  • Im Testfeld landeten Aero-Rennräder, Sportler und Touren-Rennräder. Zwei Rennräder kamen mit Scheibenbremse, der Rest mit Felgenbremsen.
  • Die Preise der Rennräder im Test lagen zwischen 2099 und 3300 Euro.

Das Testfeld im Überblick

Hersteller und Modell / Link zum Testbericht Preis Testurteil
Canyon Ultimate CF SL 9.0 (2017) 2199 Euro Überragend
Rose Xeon Team CGF-3000 (2017) 2099 Euro Überragend
Bergamont Prime Race (2017) 2499 Euro Sehr gut
Cannondale Supersix Evo (2017) 2599 Euro Sehr gut
Centurion Gigadrive 4000 (2017) 2799 Euro Sehr gut
Cube Agree C62 Pro (2017) 2299 Euro Sehr gut
Giant Advanced Pro 1 LTD (2017) 2999 Euro Sehr gut
Radon Spire Carbon (2017) 2199 Euro Sehr gut
Scott Solace 10 Disc (2017) 3299 Euro Sehr gut
Specialized Roubaix Comp (2017) 3299 Euro Sehr gut
Stevens Izoard Pro (2017) 2199 Euro Sehr gut
Storck Visioner Comp (2017) 3198 Euro Sehr gut
Wilier GTR SL (2017) 3300 Euro Sehr gut
BMC Teammachine SLR02 (2017) 2999 Euro Gut
Felt FR3 (2017) 2999 Euro Gut
Fuji Transonic 2.3 (2017) 2499 Euro Gut

Aero-Rahmen, Carbon-Laufräder, Scheibenbremsen, Vollblutsportler, Rahmen mit Federungselementen, Tubeless-Reifen ... Schon erstaunlich, was die Carbon-Rennräder in diesem Test von 2099 bis 3300 Euro so alles zu bieten haben. Natürlich findet sich nicht alles an einem Rad, aber das wäre auch kaum sinnvoll.

Fest steht aber: Die Möglichkeiten, in der beliebtesten Preisklasse das Passende zu finden, sind mittlerweile gewaltig. Allerdings wird es mit dieser Vielfalt auch immer schwieriger, die richtige Entscheidung zu treffen.

Um einen Überblick über die aktuellen Carbon-Bestseller zu bieten, hat RoadBIKE für diesen Test über 30 Hersteller eingeladen, ihr bestes Modell zu schicken, das diese Kriterien erfüllt: Carbon-Rahmen und Ausstattung auf Ultegra-Niveau. RoadBIKE hat dabei explizit auch nach den Shimano-Alternativen von Sram (Force) und Campagnolo (Potenza) gefragt – und nicht eines für den Test erhalten, zudem waren viele Räder zum Testbeginn Mitte Januar noch nicht lieferbar.

Am Ende standen 17 Modelle zum Test bereit – durchweg alle bestückt mit Shimanos Ultegra-Gruppe.

Kommentar von RB-Redakteur Felix Böhlken: Einheitsbrei

"16 Räder im Test, alle mit Ultegra-Gruppe. Klar ist das eine vernünftige Sache: Shimanos Bestsellergruppe ist zu Recht über jeden Zweifel erhaben. Aber muss es immer Ultegra sein?

Die neue Potenza von Campagnolo überzeugt mit Top-Ergonomie und Italo-Flair, Srams Force mit niedrigem Gewicht und knackigen Gangwechseln. RB suchte und bestellte gezielt Testräder mit Campa oder Sram – die sind derzeit am Markt aber kaum zu haben –, oder die Hersteller wollten lieber ein Ultegra-Rad in den Test schicken.

Schade, denn die Vielfalt hat uns in den letzten Jahren jede Menge Innovationen beschert – und jedem Rennradfahrer die perfekt passende Gruppe. Deshalb wünsche ich mir von den Herstellern wieder mehr Alternativen. Keinen Einheitsbrei."

Gruppen-Vielfalt

Diese mangelnde Vielfalt bei den Schaltgruppen ist bedauerlich. Natürlich ist an Shimanos Ultegra funktional und qualitativ nichts auszusetzen. Im Gegenteil: Mit genau diesen Stärken haben sich die Japaner ihr Quasi-Monopol erarbeitet.

Doch auch für Srams Force-Gruppe oder Campagnolos Potenza gäbe es gute Argumente: geringeres Gewicht und knackigere Gangwechsel auf der einen, die allseits gelobte Griffergonomie und vorbildliche Felgenbremsen auf der anderen Seite. Den Wunsch nach größerer Individualität erfüllen beide Mitbewerber.

Dafür erleichtert die Dominanz der Ultegra in dieser Preisklasse den Vergleich: Der potenzielle Käufer muss nur noch darauf achten, ob wirklich die komplette Ultegra-Gruppe montiert ist. Vor allem beim Kurbelsatz sparen einige Anbieter: Bergamont, Fuji, Merida und Specialized montieren meist günstigere Kurbeln – die oft auch etwas mehr wiegen und am Ende Punkte in der Testwertung kosten.

Immer wichtiger wird die Frage, welche Übersetzung man fahren möchte: Der große Trend der Saison 2017 sind Kurbeln mit Semi-Kompaktübersetzung: Kettenblätter mit 52 und 36 Zähnen sind für viele Rennradfahrer der ideale Kompromiss: bergtauglich, aber auch für höheres Tempo tauglich.

Aufgrund der Testanforderungen montieren die meisten Anbieter an ihren Testrädern eher preiswerte Laufräder. An den günstigsteren Rädern im Test (unter 2500 Euro) geht das in Ordnung: So kann man später das zu den eigenen Wünschen und zum Einsatzbereich passende Laufrad nachrüsten – und fährt dann immer noch günstiger als mit den teuersten Rädern im Test, die bis 3300 Euro kosten.

Besonders vielseitig sind die Laufräder des Centurion Gigadrive 4000 und des Giant Advanced Pro 1 LTD: Beide erlauben die Montage von Tubeless-Reifen. Eine interessante neue Option am Rennrad.

Was ebenfalls auffiel: Längst nicht mehr alle Anbieter montieren Top-Reifen – wie vor wenigen Jahren in dieser Preisklasse noch üblich –, sondern teilweise sehr günstige Pneus (siehe Ausstattungsliste bei jedem Testbericht).

Vielfalt der Möglichkeiten

So uniform sich die Testräder in Sachen Komponentengruppe geben, so unterschiedlich sind sie in ihrer charakterlichen Ausprägung. Vom knallharten Sportler (Radon Spire Carbon) über Tourer jedweder Couleur bis hin zum Komfortwunder à la Specialized Roubaix Comp ist im Testfeld alles zu finden.

Schön, denn so findet jeder das zum eigenen Anspruch passende Rennrad. Die jeweiligen Eigenheiten und die bevorzugten Einsatzbereiche der Testräder sind ausführlich in den zugehörigen Testberichten beschrieben.

Die Bewertung der Testräder im Detail

Aus umfangreichen Einzelwertungen in Labor und Praxis errechnet sich bei RoadBIKE die Endnote – hier die wichtigsten Wertungen im Überblick.

 

RoadBIKE 0417 Carbon-Bestseller Bewertung
Foto: RoadBIKE Die Punkte sind nur innerhalb eines Testfelds vergleichbar und abhängig vom Testfeld/der Preisklasse. Die jeweilige Gesamtpunktzahl führt zu folgenden Noten. 100–91: überragend; 90–71: sehr gut; 70–51: gut; 50–31: befriedigend; 30–1: schwach. * Punkteabzug gibt es beispielsweise für Montagemängel oder schlecht zentrierte Laufräder.

10.04.2017
Autor: Felix Böhlken
© RoadBIKE
Ausgabe 4/2017