Im Test: 12 Carbon-Rennräder bis 2000 Euro

Preisklasse bis 2000 Euro: 12 Carbon-Rennräder im RoadBIKE-Test


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Carbon-Rennräder unter 2000 Euro im Test
Foto: Christian Lampe

 

Carbon-Rennräder unter 2000 Euro im Test auf roadbike.de
Foto: Benjamin Hahn

 

Carbon-Rennräder unter 2000 Euro im Test auf roadbike.de
Foto: Benjamin Hahn

 

Carbon-Rennräder unter 2000 Euro im Test auf roadbike.de
Foto: Benjamin Hahn

 

Carbon-Rennräder unter 2000 Euro im Test auf roadbike.de
Foto: Benjamin Hahn
In der Preisklasse ab 1500 Euro bieten mittlerweile nahezu alle Hersteller Carbon-Renner an – Preiskracher oder doch nur billiger Kompromiss?
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Wie schnell sich Dinge doch ändern: Noch vor 5 Jahren nannte RoadBIKE Carbon-Renner um 2300 Euro „Preisknüller“, 2013 fragte RoadBIKE in der Preisklasse unter 2000 Euro: „Was ist besser – Carbon oder Alu?“ Heute gibt der Markt die Antwort: Renner ab 1599 Euro kommen ganz selbstverständlich mit Carbon-Rahmen. „Kohlefaser“ ist klarer Kundenwunsch und das Neukaufargument Nummer 1. Das bestätigen alle Hersteller unisono im Gespräch mit RoadBIKE.

Die Verlockung, zu der relativ teuren Kohlefaser zu greifen, ist auch für Entwickler groß: Bietet sie doch die Möglichkeit, leichte, steife und gleichzeitig gut federnde Rahmen zu konstruieren. Doch lassen sich diese theoretischen Vorzüge an so günstigen Rädern überhaupt umsetzen? Oder gibt es hier Carbon um jeden Preis – mit Abstrichen bei der Ausstattung?

Wer bietet was?

3 Räder aus dem Versandhandel und 9 Modelle von Fachhandelsmarken (die wegen unterschiedlichem Vertriebsweg getrennt benotet werden) zeigen in diesem Test, wie gut Carbon-Renner bis 2000 Euro wirklich sind. Übrigens hatte RoadBIKE weitere Modelle zum Test eingeladen, die aber bereits ausverkauft waren. Auch das zeugt vom Reiz bezahlbaren Carbons ...

Schon beim ersten Blick über das Testfeld tauchen erhebliche Unterschiede in der Ausstattung auf: Während beim Bergamont Prime LTD, Bulls Night Hawk 2, Carver Evolution Carbon 120, Cube Agree GTC SL, Giant Propel Advanced 1 LTD und dem Stevens Izoard Pro eine noble Ultegra-Gruppe montiert ist, gibt es beim Canyon Ultimate CF SL 7.0 und dem Rose Xeon CRS-2000 die günstigere Shimano 105. Die schaltet ohne allzu große spürbare Abstriche und ebenfalls mit 11 Ritzeln. In Sachen Anmutung und beim Gewicht zeigen sich dagegen Unterschiede – etwa 200 Gramm trennen die 105 von der 350 Euro teureren Ultegra.

Drastischer sind die Sparmaßnahmen, zu denen beim Cannondale Synapse Carbon 105 6, Focus Cayo 6.0, Merida Scultura 5000 und dem Specialized Tarmac Sport gegriffen wurde, um diese bezahlbar zu machen: Hier wurden deutlich günstigere Kurbelsätze montiert – Mehrgewicht, das sich an den Komplettgewichten der Testräder ablesen lässt. Zudem sind günstigere Bremsen an den Rädern verbaut: Die funktionieren zwar sicher, ihr weicherer und weniger präziser Druckpunkt ist aber deutlich spürbar. Bremsen „auf den Punkt“ ist sehr viel schwieriger.

Bei den Laufrädern herrscht dagegen Gleichstand: In der Preisklasse kommt solide Ware à la Mavic Aksium zum Einsatz. Mit leichteren Modellen (wie sie nur Rose montiert) wären die Carbon-Renner leichtfüßiger – hier bleibt Luft zum späteren Nachrüsten. Worum man den Händler dagegen schon beim Kauf eines günstigen Renners bitten sollte: Rundlauf und Mittigkeit der montierten Laufräder zu prüfen und, wenn nötig, zu korrigieren. An folgenden Rädern im Test, fielen bei den Messungen doch einige schlecht gebaute Laufräder auf: Canyon Ultimate CF SL 7.0, Giant Propel Advanced 1 LTD und Specialized Tarmac Sport.

Die inneren Werte

Wie die Laufräder zeigen auch die Rahmen-Gabel-Sets erst im RoadBike-Prüflabor, was sie an „inneren Werten“ zu bieten haben – die Gretchenfrage bei so günstigem Carbon. Noch vor 3 Jahren erreichte in dieser Preisklasse nur je ein Rahmen-Gabel-Set die RoadBIKE-Note „sehr gut“ bzw. „überragend“ – jetzt sind 2 der Sets „sehr gut“ und gleich 3 „überragend“ (siehe „Rahmen-Note“ in den Testberichten).

Vor allem leichter geworden sind die Sets: 5 Stück wiegen um 1500 Gramm oder weniger. Zudem bietet fast die Hälfte der Probanden wirksamen Federungskomfort. Eine bemerkenswerte Entwicklung: So gut war der Carbon-Einstieg noch nie! Auch auf der Straße überzeugen die meisten der Testräder uneingeschränkt – Fahreindruck und Charakter sind in den Testberichten zu den jeweiligen Rädern beschrieben.

Überrascht und angetan waren die Tester, wie viele der Räder sich als ausgeprägte Sportler zeigten – und teilweise voll renntauglich! Bei den Schlusslichtern im Test sind die Ausstattungsabstriche zugunsten des teuren Rahmens allerdings deutlich erfahrbar.


22.05.2015
Autor: Felix Böhlken
© RoadBIKE