Im Test: 11 Aluminium-Rennräder ab 999 Euro

Preisklasse ab 999 Euro: 11 Alu-Rennräder im RoadBIKE-Test


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RoadBIKE 0615 Test Einsteiger Rennrad günstig
Foto: Christian Lampe

 

Einsteiger Rennräder im Test 2015
Foto: Benjamin Hahn

 

Einsteiger Rennräder im Test 2015
Foto: Benjamin Hahn

 

Einsteiger Rennräder im Test 2015
Foto: Benjamin Hahn

 

Einsteiger Rennräder im Test 2015
Foto: Benjamin Hahn
Preishammer mit Spaßgarantie oder doch nur Sparpaket? RoadBIKE hat getestet, was günstige Alu-Renner aktuell leisten.
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Gut und günstig – diesem Ideal aller Schnäppchenjäger sollen Rennräder um 1000 Euro entsprechen. Eine höchst undankbare Aufgabe für jeden Produktmanager.

Entsprechend lässt sich der Preisdruck mal mehr, mal weniger an den verbauten Teilen oder schweren Rahmen erkennen. Andererseits gilt: Die Innovationen der letzten Jahre – 11 Ritzel, funktionalere Bauteile, hochwertigere Alu-Rahmen – sind im Segment der bezahlbaren Räder angekommen.

Und: 2016 sollen die Räder spürbar teurer werden – im Gespräch mit RoadBIKE kündigten die meisten Hersteller Preissteigerungen um 10 Prozent fürs kommende Modelljahr an.

Lohnt es sich also gerade jetzt, solch einen Preisbrecher zu kaufen?

11 Rennräder zwischen 999 und 1399 Euro treten in diesem Test an, um zu beweisen, dass sie alles mitbringen, was es braucht, um auch den Ansprüchen ambitionierter Fahrer gerecht zu werden.

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Gute Gruppen

Bei der Schaltung setzen in dieser Preisklasse alle Räder im Test auf Shimano: Die bewährten Bauteile der Japaner stehen für Zuverlässigkeit, ein technisch wie qualitativ hohes Niveau und gute Ersatzteilversorgung. Bereits die 105er-Gruppe, bis 1500 Euro am häufigsten verbaut, bietet 11 Ritzel. Die für die Preisklasse noble Ultegra (Bulls Desert Falcon, Fuji Roubaix 1.1 und Giant Defy 0 LTD) natürlich ebenfalls.

In den vergangenen Jahren haben die Produktmanager besonders bei den Bremsen und Kurbeln den Rotstift angesetzt, was bei den Bremsen meist spürbar schlechtere Funktion, bei den Kurbeln Mehrgewicht bedeutet. An den aktuellen Testrädern finden sich diese Sparmaßnahmen kaum – nur am Felt F75 sind Bremsen unter 105-Niveau montiert. Die funktionierten im Praxistest aber gut. Bei folgenden Rennrädern wurde am Kurbelsatz gespart: Bulls Desert Falcon, Corratec Corrones 105, Fuji Roubaix 1.1 und Stevens Stelvio. Dies bringt funktional keine Nachteile, macht sich aber auf der Waage deutlich.

Langsame Laufräder

Bei den Laufrädern, neben dem Rahmen die wichtigsten Bauteile am Rennrad, steht Mavics solides Aksium für den Standard in der Preisklasse. An folgenden Rennrädern ist dieser Satz montiert, der samt Bereifung ca. 2900 Gramm auf die Waage bringt: Bulls Desert Falcon, Canyon Endurace AL 6.0, Radon R1 4.0, Rose Pro SL-2000 und Votec VR Comp. Die Laufräder des Focus Cullebro SL 1.0 wiegen etwa 450 Gramm mehr, Ballast, der deutlich zu spüren ist: Das Rad beschleunigt verhaltener, wirkt weniger spritzig.

Generell gilt: Wer seinem Renner Beine machen will, dem bietet sich hier Tuningpotenzial. Ein guter Mittelklasse-Laufradsatz um 400 Euro wirkt hier wie ein Turbo, angesichts der fairen Preise der Testräder kann man darüber später durchaus nachdenken.

Renntaugliche Rahmen

Die Rahmen-Gabel-Sets der Räder stellen dafür in den meisten Fällen die solide Basis. Das zeigen die RoadBIKE-Messwerte: Am Canyon Endurace AL 6.0, dem Fuji Roubaix 1.1, Radon R1 4.0 und dem Rose Pro SL-2000, befinden sich schicke moderne Alu-Rahmen mit leichten Carbon-Gabeln, die samt Steuersatz nur ca. 1800 Gramm wiegen. So viel wiegt auch ein einfaches Carbon-Rahmen-Set (Test in RB 05/2015).

Erfreulich ist, wie vielfältig die günstigen Räder daherkommen: Vom ausgeprägten Dauerläufer à la Giant Defy 0 LTD bis hin zur sportlichen Rennmaschine Corratec Corrones 105 gibt es alles, wie auch die Beschreibungen in den Testbriefen zeigen.


25.06.2015
Autor: Felix Böhlken
© RoadBIKE