Im RoadBIKE-Test: 9 Carbon-Rennräder für die Saison 2014

9 Carbon-Rennräder unter 2000 Euro im Test


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RoadBIKE-Test: Carbon-Rennräder unter 2000 Euro
Foto: Christian Lampe

 

Carbon-Rennräder unter 2000 Euro im Test.
Foto: Benjamin Hahn

 

Carbon-Rennräder unter 2000 Euro im Test.
Foto: Benjamin Hahn

 

Carbon-Rennräder unter 2000 Euro im Test.
Foto: Benjamin Hahn

 

Carbon-Rennräder unter 2000 Euro im Test.
Foto: Benjamin Hahn
Ein Rennrad mit Carbon-Rahmen und Ultegra-Ausstattung für weniger als 2000 Euro kaufen – ein verlockendes Angebot. Aber auch gut? Oder nur günstig?
Zu den getesteten Produkten

Ein Carbon-Rennrad kaufen? Davon träumen die meisten Rennradfahrer! Klar gibt es schöne Rahmen aus Stahl oder Titan, sicher gab es mit der jüngsten Generation von Alu-Rahmen einen Entwicklungssprung (Sieben topmoderne Alu-Rennräder im Test), doch mehrheitlich gekauft werden Carbon-Renner. Zu immer erschwinglicheren Preisen.

Weniger als 2000 Euro kosten etwa die Carbon-Renner mit Ausstattung auf Ultegra-Niveau, die RoadBIKE zum Test versammelt hat. Zwar gibt es auch noch günstigere Modelle (mit Komponenten etwa auf Shimano-105-Niveau), doch da steht die Ausstattung nicht mehr im Verhältnis zum teuren Rahmenmaterial: Wer maximal 1500 Euro investieren kann oder möchte, fährt mit einem Alu-Rahmen in aller Regel besser.

Auch bei den getesteten Rädern der 2000-Euro-Klasse stellt sich die Frage: Gibt es hier schon echte Carbon-Raketen, oder handelt es sich doch eher um Mogelpackungen?

Wie beliebt die günstigen Carbon-Räder sind, wurde schon bei der Bestellung der Testräder deutlich: Einige Hersteller hatten ihre Lagerbestände bereits im April ausverkauft und konnten deshalb kein Testrad mehr liefern.

Neun Räder starteten schließlich in den Test. Alle bestückt mit Schaltgruppen auf Ultegra-Niveau und soliden, aber meist wenig noblen Anbauteilen – vergleichbar den 500 bis 700 Euro teureren Carbon-Bestsellern, die erst kürzlich von RoadBIKE getestet wurden.

Unterschiede zwischen den beiden Preisklassen zeigen sich in erster Linie bei den Laufrädern – unter 2000 Euro gibt’s vor allem solide Einsteigerware: das preiswerte Mavic Aksium dominiert das Testfeld. Ein späteres Upgrade mit einem höherwertigen Laufradsatz lohnt in dieser Klasse besonders.

Ab Werk bessere Laufräder verbauen dagegen die Versender, die als Direktvertreiber hier ihren Preisvorteil besonders deutlich ausspielen können.

 

RoadBIKE Carbon-Rennräder Rahmen-Set Bewertungen
Foto: RoadBIKE Wie gut ist das beste günstige Carbon-Rad im Vergleich zu einem Top-Alu-Rad, das genauso viel kostet, und einem rund 500 Euro teureren Carbon-Renner?

Günstige Carbon-Rennräder: Was können die Rahmen?

Laufradtuning lohnt sich umso mehr, wenn die Rahmen-Gabel-Sets eine gute Basis bieten. Doch genau in diesem Punkt zeigt sich das Testfeld uneinheitlich.

Positiv fällt auf, dass alle Versender in der Klasse bis 2000 Euro die gleichen Rahmen-Gabel-Sets verwenden, wie in der 2500-Euro-Klasse. Einige der Fachhandelsmarken müssen hier dagegen den Rotstift ansetzen und günstigere, deshalb meist auch schwerere Sets auf die Straße schicken.

Im Testfeld heißt das ganz konkret: Die Rennrad-Sets aus Rahmen, Gabel und Steuersatz wiegen im besten Fall rund 1400 Gramm (Canyon, Votec), das schwerste Set von Cube 1885 Gramm – fast 500 Gramm Differenz sind ein buchstäblich gewichtiges Argument. Es lohnt sich also, vor dem Kauf genau zu schauen, was unterm Lack steckt – dieser Test schafft Klarheit.

Auch weitere wesentliche Unterschiede belegen die Messwerte aus dem RB-Prüflabor deutlich – vor allem beim Federungskomfort. Hier leisten die besten Sets im Testfeld Beachtliches: Canyon, Haibike und Rose federn sowohl an der Front wie am Heck spürbar – und schonen den Fahrer. Einige Sets patzen dagegen entweder vorn oder hinten.

Ausgeglichener, spürbarer Federungskomfort ist also in dieser Preisklasse längst noch keine Selbstverständlichkeit. Hier offenbart sich, neben dem Gewicht, der größte Unterschied zu teureren Carbon-Rennrädern.

 

RoadBIKE Carbon-Rennräder Bewertungen
Foto: RoadBIKE Aus umfangreichen Einzelwertungen in Labor und Praxis errechnet sich bei RoadBIKE die Endnote – hier die wichtigsten Wertungen im Überblick.

Die Bewertung der Testräder im Detail

So groß die Unterschiede beim Blick auf Daten und Messwerte auch sein mögen – auf der Straße gab es keine dramatischen Ab- und Ausfälle innerhalb des Testfelds. Natürlich fährt sich ein Rad mit ausgeglichen hohem Federungskomfort angenehmer. Und noch offensichtlicher beschleunigen die Probanden mit leichten Laufrädern besser als der Rest: Canyon, Rose und Votec spielen hier ihren Versendervorteil einmal mehr aus und montieren leichte Laufradsätze, die für mitreißenden Vorwärtsdrang sorgen.

Cube, Haibike und, vor allem, Giant verlangen zwar 100 bis 200 Euro weniger für ihre Carbon-Renner – doch dann bleibt keine Luft mehr für hochwertige Laufradsätze: 300 bis 500 Gramm mehr pro Satz sind definitiv spürbar – und bremsen den Vorwärtsdrang.

Erstaunt waren die Tester, wie viele echte Sportskanonen im Testfeld unterwegs sind: Cube, Fuji, Giant, Radon und Rose bringen ihren Fahrer in eine sportlich-kompakte Position mit deutlicher Sattelüberhöhung.

Entspannte Tourer, die eine aufrechtere Körperhaltung erlauben und satte Laufruhe bieten, kommen dagegen von Bulls und Haibike. Mehr Infos zum Charakter der einzelnen Modelle und ihren Stärken und Schwächen liefern die Testbriefe weiter unten.

Carbon-Rennräder unter 2000 Euro: Testfazit

Schon für unter 2000 Euro lässt sich der Traum vom Carbon-Renner erfüllen. Vor allem die Versendermarken, die ihren Preisvorteil nutzen und mit hochwertigen Rahmen und Laufrad-Sets attraktive Pakete schnüren, überzeugen. Canyon verdient sich mit dem Canyon Ultimate CF SL den Testsieg, das auch für 2500 Euro noch ein faires Angebot wäre. Das ebenfalls sehr überzeugende Votec VRC Comp verdient sich einen Kauftipp.


Die Rennräder in diesem Test

21.07.2014
Autor: Felix Böhlken
© RoadBIKE
Ausgabe 7/2014