Im RoadBIKE-Test: 7 hochwertige Alu-Rennräder für die Saison 2014

7 Hightech Alu-Rennräder im Test


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RoadBIKE Super Alu Rennräder
Foto: Christian Lampe

 

Rennrad Test Super Alu-Rennräder BMC Granfondo GF02
Foto: Benjamin Hahn

 

RoadBIKE BMC Granfondo GF02
Foto: Benjamin Hahn

 

RoadBIKE BMC Granfondo GF02
Foto: Benjamin Hahn

 

Rennrad Test Super Alu-Rennräder Cannondale CAAD10 Black Inc.
Foto: Benjamin Hahn
Rennräder mit Aluminium-Rahmen erleben derzeit eine echte Renaissance – RoadBIKE hat die leichtesten Alu-Rennräder getestet.
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Wir leben in einer rückwärts gewandten Zeit. Mode, Musik, Design – überall regiert der Retro-Trend. Da überrascht es kaum, dass auch im Rennrad-Bau der Blick zurückgeht. Vor dem Beginn des Carbon-Zeitalters beherrschte Aluminium den Markt. Und derzeit erleben Rahmen aus Leichtmetall eine erstaunliche Renaissance, die Gewichte purzeln immer weiter.

Den Anfang machte zur Saison 2012 der nicht einmal 1200 Gramm schwere CAAD10-Rahmen von Cannondale. Inzwischen hat die Konkurrenz reagiert: Auch die Rahmen von Canyon, Specialized und Stevens bleiben in diesem Test unter der 1,2-Kilo-Marke, viele Carbon-Rahmen im Mittelklasse-Segment sind nicht leichter. Und so befeuern die neuen Leichtmetaller auch wieder die alte Frage: „Carbon oder Alu?“

 

RoadBIKE Super Alu Rennräder
Foto: RoadBIKE Aus umfangreichen Einzelwertungen in Labor und Praxis errechnet sich bei RoadBIKE die Endnote der Alu-Rennäder – hier die wichtigsten Wertungen im Überblick.

RoadBIKE hat 7 moderne Alu-Sets zu diesem Test eingeladen, um herauszufinden: Wie gut sind die neuen Super-Alu-Renner? Inwieweit können sie Carbon das Wasser reichen? Und wie kam es eigentlich zu diesem „Alu-Retro-Trend“, mitten im Carbon-Zeitalter?

Die Ausstattung der Räder überließ RoadBIKE dabei den Herstellern – auch um die Bandbreite abzubilden, die der Markt hier bietet. Die meisten schickten auf Shimano Ultegra-Niveau bestückte Räder um 2000 Euro in den Test – sicher die interessanteste Preisklasse für so hochwertige Alu-Renner.

Für die Rennräder von Cannondale und Stevens muss der Käufer deutlich tiefer in die Tasche greifen – beide Rahmen sind allerdings in günstigerem Aufbau zu haben. Um die Leistung der Rahmen-Gabel-Sets besser vergleichen zu können, vergibt RB in diesem Test neben der Gesamtnote (siehe „So testet RoadBIKE“ unten) auch eine separate Rahmennote in den Testbriefen.

 

RoadBIKE Super Alu Rennräder
Foto: RoadBIKE Das wiegen die Rahmen-Gabel-Sets der Alu-Rennräder in diesem Test.

Technologischer Fortschritt bei Alu-Rennrädern

Das lateinische Wort „retro“ bedeutet rückwärts. Doch sind Alu-Rennradrahmen wirklich ein Rückschritt im Vergleich zum angesagten Carbon? Im Gespräch mit den Entwicklern der getesteten Alu-Rahmen scheint es fast, als wäre dieses Material der 90er noch einmal neu erfunden worden. „In meinen Augen haben wir Alu-Rahmen viel zu lange vernachlässigt – die meiste Energie wurde in die Entwicklung von Carbon-Rahmen gesteckt“, meint zum Beispiel Chuck Teixeira von Specialized.

Doch jetzt ist wieder Bewegung ins Segment der Leichtmetall-Rahmen gekommen: „Vor allem durch die Weiterentwicklung von Legierungen und Verbesserungen in den thermischen Prozessen konnten wir Gewichtseinsparungen von 80 bis 100 Gramm realisieren“, erklärt Jan Ehrhard von Canyon den Gewichtssprung. Adrian Zahnd von BMC konkretisiert: „Optimierte Schweißverfahren erlauben es, dünnere Rohre miteinander zu verbinden. Tretlager und Steuerrohr konnten dadurch in der Wandstärke reduziert werden und wurden so leichter.“

Die neuen Fertigungsverfahren sieht man den bildhübschen Alu-Rahmen auch an: Ebenmäßige Schweißnähte, durch Hydroforming (mit Hochdruck eingepresstes heißes Öl) organisch geformte Rohre und vielfach mechanisch verformte Sitz- und Kettenstreben sind die klar erkennbaren Merkmale moderner Alu-Baukunst. Eine Eloxal-Beschichtung statt Lack sieht nicht nur edel aus und ist langlebig, sie spart auch weiteres Gewicht ein.

Am weitesten geht dabei Specialized: Die Verbindung von Ober- und Unterrohr mit dem Steuerrohr wurde komplett überdacht. „Wir falten das Ende von Ober- und Unterrohr um – wie bei einer Getränkedose. Dadurch wird das Rohr viel stabiler. Obendrein bilden wir am Steuerrohr per Hydroforming ein passendes Gegenstück.“


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Die Rennräder in diesem Test

21.03.2014
Autor: Felix Böhlken
© RoadBIKE
Ausgabe 03/2014