Im RoadBIKE-Test: 6 neue Top-Rennräder

Spitzengruppe: Top-Renner im Test


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RoadBIKE 0316 Top-Rennrad-Test Canyon Ultimate CF SLX 9.0 LTD und Cannondale Supersix Evo Hi-Mod Team Fahrbild
Foto: Björn Hänssler

 

RoadBIKE Cannondale Supersix Evo Hi-Mod Team
Foto: Benjamin Hahn

 

RoadBIKE Cannondale Supersix Evo Hi-Mod Team Hollowgram-Kurbel
Foto: Benjamin Hahn

 

RoadBIKE Cannondale Supersix Evo Hi-Mod Team eingeschraubtes Alu-Ausfallende
Foto: Benjamin Hahn

 

RoadBIKE Cannondale Supersix Evo Hi-Mod Team Rahmen Unter- und Sitzrohr
Foto: Benjamin Hahn
Leicht, steif, komfortabel, schnell – einen Top-Renner sollte all das auszeichnen. RoadBIKE hat 6 Neuheiten getestet.
Zu den getesteten Produkten

Das Testfeld im Überblick

Hersteller und Modell / Link zum Testbericht Preis Testurteil
Cannondale Supersix Evo Hi-Mod Team (2016) 9999 Euro Sehr gut
Canyon Ultimate CF SLX 9.0 LTD (2016) 5999 Euro Sehr gut (Tipp Preis-Leistung)
Cube Litening C68 SLT (2016) 6999 Euro Ohne Wertung
Fuji SL 1.5 (2016) 4699 Euro Gut
Giant TCR Advanced SL 0 (2016) 7499 Euro Überragend (Testsieger Fachhandel)
Merida Scultura Team (2016) 6599 Euro Sehr gut

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Entscheidend ist auf der Straße! Diese Stammtischweisheit gilt für die Bewertung von Rennrädern ohne jeden Zweifel. Schon der Begriff „Fahrrad“ beschreibt ja in seltener Klarheit, wozu ein Rad eben da ist: zum Fahren.

Die 6 neuen Top-Renner, die in der Spitzengruppe der leichtesten und besten Rahmen der Welt angreifen wollen, zeigen in diesem Test eindrucksvoll, dass ein Fahrrad vor allem gefahren werden will und soll. Um auf der Straße zu zeigen, was es kann.

Auf dem Papier, so viel gleich vorab, können die 6 neuen Rahmen-Gabel-Sets in diesem Test das Gefüge der besten Rahmen-Sets der Welt nicht ins Wanken bringen. Auf der Straße hingegen, im direkten Schlagabtausch, begeisterten die 6 neuen Spitzen-Renner die Testfahrer ausnahmslos. Auch ohne neue Gewichtsrekorde oder Bestwerte auf den Messtischen im Prüflabor.

Teils verblüfften die neuen Top-Renner die Tester: Obwohl diese Boliden gebaut werden, um Rennen zu gewinnen, zeigten sie auf der Straße extrem unterschiedliche Charakterzüge.

Die Wahrheit liegt auf der Straße

Dabei ist die Ausgangslage klar: Bei Gewichten deutlich unter dem UCI-Limit von 6,8 Kilo, edlen Komponenten und leichten Laufrädern (RoadBIKE hat für das Testfeld eine Preisobergrenze von 9999 Euro verordnet – es ginge bei fast allen Anbietern noch teurer und edler)–, ist so ein Top-Renner immer eine nervenaufreibende Adrenalinspritze für seinen Fahrer: Schnell, leichtfüßig, mitreißend.

Im direkten Vergleich auf der Testrunde fackeln die Räder nicht lange – schon beim ersten Antritt zeigt etwa das Cannondale Supersix Evo Hi-Mod Team seinen unbändigen Vorwärtsdrang und beflügelt seinen Fahrer immer wieder zu Sprintattacken oder Antritten am Berg. Das Canyon Ultimate CF SLX 9.0 LTD und das Giant TCR Advanced SL 0 geben sich nur einen Tick verhaltener – motivieren dafür mit ihrem präzisen Handling zu Hetzjagden durch jeden noch so verwinkelten Kurs.

Warum sich diese Räder so unterscheiden, lässt sich vor allem mit der Geometrie erklären: Während Cannondale (Cannondale Supersix Evo Hi-Mod Team) sowohl bei der Positionierung des Fahrers wie auch bei Radstand, Lenkwinkel und Gabelnachlauf die goldene Mitte wählt und damit eine unerreicht vielseitige Plattform schafft, bringen Canyon (Canyon Ultimate CF SLX 9.0 LTD) und Giant (Giant TCR Advanced SL 0) ihren Fahrer in eine etwas gestrecktere Haltung.

Noch kompromissloser wird es beim Cube Litening C68 SLT und dem Merida Scultura Team, die ins sportliche Extrem gehen – und definitiv nicht mehr jedermanns Geschmack treffen. Ähnliches gilt für die Fahreigenschaften des Fuji SL 1.5 und dem Merida Scultura Team: Durch einen extrem kurzen Radstand werden beide Räder bei hohem Tempo schon fast nervös – wer aggressives Handling mag, ist begeistert, wer nicht damit umgehen kann, fühlt sich eher überfordert.


31.03.2016
Autor: Felix Böhlken
© RoadBIKE
Ausgabe 3/2016