Dauertest Rose Xeon CDX Cross

Dauertest Rose Xeon CDX Cross Update 2


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Rose Xeon CDX Cross
Foto: Moritz Pfeiffer

 

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Als vier Räder in einem bewirbt Rose sein Xeon CDX Cross. Ich teste in der Saison 2017, was an den Versprechungen dran ist.

Rose Xeon CDX Cross, Teil 2: Der fiese Kettenfresser

Als im Januar der große Wintereinbruch kommt, bin ich überrascht, wie viel Sicherheit Rad und Reifen auch auf Schnee und Eis vermitteln und wie viel Spaß diese Art des Fahrens macht. Natürlich schwimmt das Rad im Tiefschnee unter mir und muss immer wieder abgefangen werden, wenn es auf glatten Stellen unter mir wegrutscht, und natürlich strengt das Fahren erheblich mehr an, als auf schneefreien Wegen. Aber anders als in vergangenen Jahren, steige ich nicht auf Lauf- oder Schwimmeinheiten um, sondern fahre den ganzen Winter durch und bilde mir ein, auch in punkto Radbeherrschung zu profitieren.

Aus den Wetter- und Straßenverhältnissen resultiert jedoch ein Schaden, der in dieser frühen Testphase am Rad auftritt: Als der Rose-Crosser einmal im Schnee unter mir wegrutscht und ich aus dem Pedal klicke, um mich mit dem Fuß am Boden abzustützen und einen Sturz zu verhindern, fällt die Kette herunter und verhakt sich zwischen Kurbel, Unterrohr und Kettenstrebe.

Zurück bleiben hässliche Löcher im Lack und ein paar Kratzer in der Carbon-Struktur. RB-Techniker Haider Knall gibt nach genauer Untersuchung grünes Licht, der Rahmen ist nicht schwerwiegend beschädigt. Trotzdem bleibt ein Beigeschmack. Eine Kette kann immer mal hinunter fallen, insbesondere beim Crossen, wofür das Xeon CDX Cross dem Namen nach ja hauptsächlich prädestiniert ist. An der Kettenstrebe findet sich zwar ein kleines Schutzblech aus Metall, dieses hat die herunterfallende Kette aber genau verfehlt. Und auf einen Kettenfänger, der – an Sitzrohr oder Umwerfer montiert – den Schaden vielleicht hätte verhindern können, verzichtet Rose beim Aufbau.

Nach drei Monaten und einem insgesamt positiven Fazit beende ich die Cross-Episode. Mit breiteren, aber weniger profilierten Reifen sowie Schutzblechen und Beleuchtung will ich das Rad nun zum Pendeln benutzen. Mal sehen, wie es sich hierbei schlägt…

Rose Xeon CDX Cross, Teil 1: Der Alleskönner für Sparfüchse?

Crossrad, Gravel-Renner, Straßen-Rennrad und Randonneur-/Pendler-/Reiserennrad: All das soll mit einem einzigen Rad möglich sein, sagt Versender Rose aus Bocholt und meint damit sein Modell Xeon CDX Cross. Eine attraktive Idee, wie ich finde, würde so doch ein Zweit-Rad (oder Dritt- oder Viert-Rad) überflüssig, und man spart bares Geld und Platz im Keller.

Aber, so frage ich mich gleichzeitig, funktioniert das Prinzip auch in allen Disziplinen zufrieden stellend? Denn unter dem Versprechen „Ein Rad für alles“ verstehe ich, dass die Geometrie so ausgelegt ist, dass Einsätze auf jedem Terrain gut möglich sind, und ohne allzu aufwändige Umbaumaßnahmen zwischen den einzelnen Einsatzarten hin und her gewechselt werden kann. Nach kurzer Rücksprache mit der Chefredaktion und Hersteller Rose ist im Herbst 2016 klar: Ich werde das Konzept ein Jahr lang für RoadBIKE testen.

Mitte November steht ein Xeon CDX Cross-3000 in der RB-Werkstatt. Insgesamt bietet Rose sechs Ausstattungsvarianten an, Kostenpunkt: zwischen 2099 und 2799 Euro. Basis aller Modelle ist ein wahlweise schwarz-rotes oder grau-grünes Carbon-Rahmenset, das schon mehrfach in RoadBIKE-Tests mit hohen Steifigkeitswerten im Lenkkopf und Tretlager, gutem Federungskomfort sowie einem für Scheibenbremsräder attraktiven Gewicht überzeugte (vgl. RB 10/16 und 03/17).

Das Testrad kommt in der Standardausführung zum Preis von 2499 Euro: mechanische Shimano Ultegra-Schaltung mit hydraulischen Scheibenbremsen, DT Swiss-R 23 Laufrädern, Ritchey WCS-Lenker und -Vorbau, Rose Carbon-Sattelstütze und Ergon-Sattel. Als Übersetzung habe ich im Rose-Konfigurator eine Kompaktkurbel mit Kettenblattkombination 50/34 sowie ein langes Schaltwerk samt kletterfreundlicher 11-32er-Kassette gewählt. Zudem ist per Adapter auch am Hinterrad auf eine 160er Bremsscheibe aufgerüstet worden (serienmäßig verbaut Rose hier 140er Scheiben).

Als erste Einsatzart wähle ich – passend zur Jahreszeit – Cyclocross und bereife das Rad mit Schwalbes X-One Bite, einem 33 Millimeter breiten Crossreifen mit besonders groben Stollen. In den folgenden Wochen wird das Rad mit der Einsamkeit des Waldes, aber auch der schnellen Hatz beim Hobby-Crossrennen konfrontiert: matschige Wiesen, grober Schotter, glatte Waldautobahnen, schmale Trails mit Wurzeln und Steinen, dazu querliegende Hindernisse oder – beim Rennen – enge Spitzkehren und Treppen. Das Rose macht alles klaglos mit.

Der lange Radstand vermittelt Ruhe, zugleich lässt es sich präzise lenken. Die Sitzposition ist sportlich gestreckt, was bei meinen kurzen, aber intensiven Einheiten kein Problem darstellt. Der Gewichtsvorteil gegenüber meinem alten Alu-Crosser macht sich jederzeit positiv bemerkbar. Gut gefällt mir die schlanke Form des Oberrohrs, das sich angenehm greift und im geschulterten Zustand dank der abgeflachten Unterseite nicht drückt oder verrutscht.

Fotostrecke: Dauertest Rose Xeon CDX Cross

8 Bilder
Rose Xeon CDX Cross Foto: Moritz Pfeiffer
Rose Xeon CDX Cross Foto: Moritz Pfeiffer
Rose Xeon CDX Cross Foto: Moritz Pfeiffer
18.04.2017
Autor: Moritz Pfeiffer
© RoadBIKE