Dauertest Giant Propel Advanced 0 LTD

Kampf gegen den Wind: Giant Propel Advanced 0 LTD im Dauerteste

Foto: Sportograf Giant Propel Advanced 0 LTD Dauertest

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Das Giant Propel musste sich im Dauertest nicht nur gegen den Wind behaupten. Der Aero-Renner gefiel auch bei niedrigen Geschwindigkeiten – und in den Alpen.

„Schnell muss es sein!“ Das war eine der wenigen Anforderungen, die RB-Onlineredakteur Sebastian Hohlbaum an sein Dauertestrad hatte. Es sollte sowohl für Triathlon-Wettkämpfe als auch für schnelle Jedermann-Rennen geeignet sein. Die Wahl fiel auf das Giant Propel Advanced 0 LTD mit Shimanos elektronischer Ultegra Di2. 3000 Euro verlangt der Hersteller für den Boliden mit kompletter Ultegra-Gruppe – eine echte Kampfansage in dieser Klasse.

Die Standard-Laufräder von Giant wurden allerdings kurz nach Testbeginn gegen die etwas leichteren SwissSide Hadron 485 getauscht, die mit alltagstauglicher Alu-Bremsflanke und tollem Sound überzeugten. Im aktuellen Propel gibt’s jetzt auch Laufräder mit hoher Felge – zum gleichen Preis! Statt des runden Standardlenkers gab es das Aero-Modell von Giant.

Außerdem wurde an der Sitzposition gefeilt: Die fiel nach Hohlbaums Geschmack bei Rahmengröße ML etwas zu aufrecht aus. Die Gründe dafür: das lange Steuerrohr (172 mm) und die hoch bauende konische Steuersatzkappe (s. Bilder). Mit einer flachen Kappe und längerem Vorbau (–15 Grad) saß der Tester fortan deutlich aggressiver – und aerodynamischer auf dem Rad.

Seine Triathlontauglichkeit bewies das Propel bei Einsätzen in der Baden-Württemberg-Liga. Von Giant gibt es einen zur flachen Bauform des Aero-Lenkers passenden Auflieger – erfreulich für Triathleten. Die Standardsattelstütze ermöglicht zwei Sattelpositionen – die von Hohlbaum favorisierte positioniert den Fahrer weit vorn über dem Tretlager.

In der Praxis gefiel das Propel durch seine Laufruhe, trotzdem war das Fahrverhalten nicht träge. Auch die integrierten Bremsen bewährten sich über den gesamten Testzeitraum. Einziger kleiner Wermutstropfen: Unter dem Bremszug passen nur 23er-Reifen durch. Ein testweise verbauter 25er schmirgelte in Verbindung mit Straßenschmutz am Bremszug. Mittlerweile hat Giant die Bremsen überarbeitet, jetzt passen auch 25-mm-Reifen.

Eher untypisch für einen Aero-Renner, war das Testrad sogar beim Ötztaler Radmarathon im Einsatz. Doch auch hier leistete sich das Propel keine Schwächen und meisterte Kühtai & Co., ohne seinen Fahrer zu malträtieren oder zur Aufgabe zu zwingen. Ebenfalls ohne Tadel: Shimanos Ultegra Di2. Nur einmal, am Anfang, löste sich während eines Rennens ein Stecker am Schaltgriff und setzte das Schaltwerk außer Gefecht. Ärgerlich, aber nur ein Montagefehler.

Auch der Akku hielt so lange, dass die Gefahr, das Laden zu vergessen, das größte Risiko darstellt. Der Verschleiß des Antriebs ging ebenfalls in Ordnung: Während knapp 7500 Testkilometern wurde die Kette einmal getauscht. Eine weitere Kette und eine Kassette wären in Kürze fällig.

Fazit: Das Propel war auf allen Strecken ein zuverlässiger Begleiter. Am wohlsten fühlt es sich jedoch auf schnellen, eher flachen oder welligen Strecken.

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29.03.2017
Autor: Sebastian Hohlbaum
© RoadBIKE