Rennrad-Reifen im Test: 7 Modelle für 2017

Im RoadBIKE-Test: 7 Top-Rennradreifen


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RoadBIKE 1116 Reifen-Test Fahrbild
Foto: Benjamin Hahn

 

RoadBIKE Continental Grand Prix 4000 S II
Foto: Benjamin Hahn

 

RoadBIKE Continental Grand Prix 4000 S II Praxisbewertung
Foto: RoadBIKE

 

RoadBIKE Hutchinson Fusion 5 Galactik
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RoadBIKE Hutchinson Fusion 5 Galactik Praxisbewertung
Foto: RoadBIKE
Hoch beansprucht, vielfach unterschätzt: Reifen sind die Kontaktfläche Nummer 1 zwischen Rennradfahrer und Straße.
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Welchen Rennrad-Reifen man fährt, ist doch eigentlich egal, oder? Unterschiede? Spürt man doch eh nicht. Gehören Sie auch zu den Menschen, die so denken? Dann sollten Sie sich einmal die Mühe machen, zwei unterschiedliche Paar Reifen im direkten Vergleich Probe zu fahren. Sie werden erstaunt sein!

Denn selbst für Rennrad-Neulinge ist im Wortsinn erfahrbar, ob ein Reifen satt auf der Straße liegt oder springt, ob er nervös in die Kurve zieht oder gutmütig kleinere Fahrfehler verzeiht, ob er Unebenheiten glatt bügelt oder ungefiltert weitergibt.

Ein neuer Satz Reifen bietet so die einfache Möglichkeit, die Charakteristik des eigenen Renners zu verändern – für relativ kleines Geld.

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Top-Rennradreifen im Vergleich

Um Ihnen bei der Suche nach dem zu Ihren Bedürfnissen und Vorlieben passenden Reifen Hilfestellung zu leisten, hat RoadBIKE die aktuellen Top-Modelle von 7 Herstellern in ausgiebigen Praxis- und Labortests untersucht und verglichen.

Unterschiede bei Reifen lassen sich nicht nur erfahren, sondern auch konkret messen. Die Werte für Rollwiderstand und Pannenschutz ermittelte RoadBIKE, wie bereits in den vergangenen Jahren, auf Prüfständen der deutschen Hersteller Continental und Schwalbe, die Ergebnisse beider Messreihen wurden gemittelt. In die Bewertung flossen darüber hinaus standardisierte Fahrtests, Gewichte und die Montage der Pneus ein (siehe auch unten „So testet RoadBIKE“).

Neben Continental (Continental Grand Prix 4000 S II) und Schwalbe (Schwalbe One) sind die französischen Hersteller Hutchinson (Hutchinson Fusion 5 Galactik), Mavic (Mavic Yksion Pro) und Michelin (Michelin Power Competition), die USA mit Specialized (Specialized S-Works Turbo Cotton 24 mm) und die italienische Marke Vittoria (Vittoria Corsa G+) im Testfeld vertreten. Während Continental mit seinem Dauerbrenner Grand Prix 4000 S II den Sieger des letzten RoadBIKEReifentests stellt, wartet die Konkurrenz mit neuen Gummimischungen auf – oder gar kompletten Neuentwicklungen.

Neue Reifenbreite

Erstmals testet RoadBIKE bei einem Vergleich von Top-Reifen Modelle mit 25 Millimeter Breite. Aus gutem Grund: Die überwältigende Mehrheit der Kompletträder ist mittlerweile mit dieser Breite bestückt, und auch die Laufradhersteller empfehlen für ihre zunehmend breiteren Felgen meist 25er-Pneus. Messwerte hat RoadBIKE jedoch auch für die noch weit verbreiteten 23- und die immer beliebteren 28-Millimeter-Reifen ermittelt. Mehr zum Für und Wider der verschieden Breiten lesen Sie ab S. 80.

Spezialisten vs. Allrounder

Analysiert man die Testergebnisse, fällt auf: Nur wenige Hersteller schaffen es, in allen Disziplinen überzeugende Ergebnisse zu liefern.

Der Hutchinson Fusion 5 Galactik etwa ist mit 189 Gramm konkurrenzlos leicht, schwächelt aber beim Pannenschutz. Der Specialized S-Works Turbo Cotton 24 mm läuft so leicht wie kein anderer Reifen, erkauft sich diesen Vorsprung aber ebenfalls mit unterdurchschnittlichem Pannenschutz. Beim Sticheltest mit 1,5 Millimeter breiter Nadel zeigte sich kein Modell so resistent wie der Mavic Yksion Pro, doch auch kein anderes Modell liefert schwächere Rollwiderstandswerte.

Als guter Allrounder mit sehr guten Werten in allen Labor- und Praxistests zeigt sich einmal mehr der Continental Grand Prix 4000 S II, der seinen Titel als Testsieger verteidigt.

Doch der Abstand zur Konkurrenz schrumpft: Im Vergleich zum letzten RB-Reifentest konnte Schwalbe beim Pannenschutz deutlich aufholen, beim Rollwiderstand schafft es die neue Gummimischung des Schwalbe One, den vormals klaren Rückstand zum Continental Grand Prix 4000 S II sogar in einen kleinen Vorsprung zu verwandeln. Auch ist der Schwalbe One etwas günstiger zu haben als der Testsieger, zumal Conti bereits angekündigt hat, zum 1. Januar 2017 den Preis für seinen Top-Reifen anzuheben.

Als gelungener Allrounder präsentiert sich auch der Michelin Power Competition. Gegenüber dem letzten RoadBIKE-Test gefällt er mit deutlich verbesserten Werten in Sachen Rollwiderstand und Pannenschutz.

Der direkte Vergleich

Welches Reifenmodell liegt in welcher Disziplin vorne? Die Tabelle liefert die Antworten. Der Rollwiderstand wurde jeweils mit 7,5 Bar gemessen.

 

RoadBIKE 1116 Reifen-Test Vergleichstabelle
Foto: RoadBIKE

Alle Ergebnisse des Tests:

25.11.2016
Autor: Moritz Pfeiffer
© RoadBIKE
Ausgabe 11/2016