Die neue Shimano Dura-Ace im Praxis-Test

Im Paxis-Test: die neue Shimano Dura-Ace

Radprofi, RoadBIKE-Redakteur, Hobbysportler: Das halten Dura-Ace erprobte Rennradfahrer von den neuen Shimano-Gruppen.

Fotostrecke: Die Parts der neuen Shimano Dura-Ace im Einzelnen

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Shimano Dura-Ace 2013 Foto: Studio Nordbahnhof
Shimano Dura-Ace 2013 Foto: Studio Nordbahnhof
Shimano Dura-Ace 2013 Foto: Studio Nordbahnhof

Testfahrer für die neue Shmano Dura-Ace Di2 gesucht - jetzt bewerben!

So bahnbrechend eine neue Entwicklung im Radsport auch klingen mag: Was sie wirklich wert ist, zeigt erst der Einsatz auf der Straße. Deshalb hat RoadBIKE sich bei Rennradfahrern umgehört, die bereits Erfahrungen mit den neuen Dura-Ace-Gruppen sammeln konnten.

Der wohl bekannteste unter ihnen ist Radprofi John Degenkolb. In seinem ProTeam Argos-Shimano wurden bereits die ersten Prototypen der neuen Di2 getestet. Und auf der zweiten Etappe der Vuelta a España 2012 bescherte das deutsche Sprint-Ass der brandneuen Elektronik-Gruppe ihren ersten Profi-Sieg überhaupt. Insgesamt gewann Degenkolb mit der neuen Di2 sogar 5 Etappen der Spanien-Rundfahrt.

Und er zeigt sich begeistert von der zweiten Elektronik-Generation. "Die Schaltvorgänge fühlen sich noch schneller und präziser an. Drückt man den Knopf, reagiert sie sofort", schwärmt Degenkolb. Doch nicht nur die schnellen Gangwechsel haben es ihm angetan. Auch der neue, in die Sattelstütze integrierte Akku überzeugt ihn: "Das ist ein großer Fortschritt. Zusammen mit den innen verlegten Kabeln sorgt er für eine bessere Aerodynamik – und das Rad sieht einfach schicker aus."

Den vielleicht größten Vorteil der neuen Dura-Ace sieht er allerdings in der Bremsleistung: "Die Bremsen packen bei gleicher Fingerkraft deutlich bissiger zu. Und sie lassen sich noch präziser dosieren." Das ist speziell in hektischen Rennsituationen sehr wichtig.

RoadBIKE-Redakteur Flieshardt: "Die Brems-/Schalthebel liegen deutlich angenehmer in der Hand"

Auch RoadBIKE-Redakteur Nils Flieshardt hat schon viele Kilometer auf der neuen Di2 abgespult. Er lobt vor allem die sogenannte Multishift-Funktion: "Hält man die Taste gedrückt, kann man mehrere Gänge auf einmal durchschalten. Tippt man sie nur kurz an, schaltet man, wie gehabt, nur einen Gang weiter."

Passend zur neuen Funktion gefallen ihm auch die Hebel der Di2: "Sie liegen noch besser in der Hand als bei der Vorgängerin." Zudem seien die Tasten nun aus Bremsgriffhaltung leichter zu erreichen. "Und sie unterscheiden sich so deutlich voneinander, dass man sie auch mit dicken Handschuhen problemlos trifft."

Doch nicht nur mit der elektronischen Di2 sammelte Flieshardt Kilometer, auch die neue Mechanik-Variante konnte er bereits fahren. Dabei fielen ihm vor allem zwei Aspekte auf. Erstens: Die neuen Brems-/Schalthebel liegen deutlich angenehmer in der Hand, als bei älteren Versionen der mechanischen Dura-Ace. "Bei der Ergonomie der Hebel hatte Shimano noch echtes Verbesserungspotenzial. Das haben sie genutzt", erklärt er. So greifen sich die schma­leren Hebel nun fast so angenehm wie die der elektronischen Version.

Zweitens zeigt sich Flieshardt von der Schaltgeschwindigkeit des Umwerfers beeindruckt: "Gefühlt liegt die Kette schon auf dem großen Blatt, bevor ich den Schalthebel überhaupt komplett durchgedrückt habe. Das ist fast schon Di2-Niveau."

Hobbysportler Öhlenbach lobt Schaltgeschwindigkeit

Profis und Redakteure kann die neue Top-Schaltgruppe also überzeugen. Aber wie sieht es bei dem Endkunden aus? Bei qua­litätsbewussten Hobby­sportlern, die viel Geld in ihr Material stecken, dafür aber auch perfekte Leistungen erwarten? "Ganz ehrlich, bei einer so hochwertigen Gruppe wie der Dura-Ace kann man eigentlich nichts falsch machen", ist sich RoadBIKE-Leser Martin Öhlenbach sicher.

Privat fährt er eine Vorgänger-Version der neuen Dura-Ace, für RoadBIKE schwang er sich nun zu einer Probefahrt mit der aktuellen Gruppe aufs Rad. Sein erster Eindruck: "Trotz der vielen Neuerungen wirkt die Schaltung schon nach wenigen Metern vertraut. An der Schalt­systematik hat sich ja nichts verändert." Sehr wohl verändert habe sich allerdings die Schaltgeschwindigkeit: "Der Umwerfer hebt die Kette blitzschnell aufs große Blatt. Selbst unter Belastung schaltet die Gruppe sehr sauber. Und das bei auffällig geringen Schaltkräften", berichtet Öhlenbach.

Auch die Bremse packe sehr gut zu. Nur einen Kritikpunkt bringt der Hobbysportler an: "Ganz ehrlich, rein optisch gefällt mir der eher klassische Look der alten Dura-Ace 7800 besser. Die sieht irgendwie graziler aus." Und doch erklärt er: "Wenn ich mir ein neues Rad zulege, dann wohl wieder mit einer Dura-Ace. Wahrscheinlich mit einer mechanischen."

23.03.2013
© RoadBIKE