Campagnolo, Shimano, Sram: 12 Schaltgruppen im Vergleich

Kampf der Giganten: Campagnolo vs. Shimano vs. Sram

Nie war die Gruppenauswahl größer. Mit der RoadBIKE-Kaufberatung finden Sie die passende Schaltung, Bremse oder Kurbel für Ihr Rennrad.

Fototstrecken mit Infos, Preisen und Gewichten zu allen 12 Schaltgruppen:

Campagnolo Super Record - Campagnolo Record - Campagnolo Chorus - Campagnolo Athena - Shimano Di2 - Shimano Dura-Ace - Shimano Ultegra - Shimano 105 - Sram Red - Sram Force - Sram Rival - Sram Apex

 

Shimano Dura-Ace
Foto: Studio Nordbahnhof Das Schaltwerk aus der Di2-Gruppe von Shimano.

Es könnte keinen besseren Zeitpunkt geben, sich nach einer neuen Schalt­gruppe umzuschauen: Campagnolo, Shimano und Sram haben in den vergangenen Jahren ihre kompletten Produktpaletten von oben nach unten renoviert.

Und mit der Einführung der neuen Shimano 105 und der Sram Apex sind nun alle relevanten Modelle – von den Top-Gruppen bis zu den brandneuen Einsteiger-Ensembles – auf dem neuesten Stand der jeweiligen herstellereigenen Schaltungstechnik. Grund genug für RoadBIKE, sich die unterschiedlichen Funktionsweisen und Modelle genau anzuschauen und zu vergleichen.

Eine Frage der Technik

Drei Anbieter, drei völlig eigene Charaktere: Campagnolo, die italienische Traditionsmarke, Shimano, der Weltmarkt­führer aus Japan, und Sram, der interessante "Neuein­steiger" aus den USA, der im Profi-Sport zunehmend große Siege feiert.

Auch wenn sich fast jeder Rennradfahrer automatisch zu einer Marke hingezogen fühlt, die Entscheidung für einen Hersteller sollte nicht vorschnell fallen. Lieber in voller Fahrt! Denn: Nur beim ausführlichen Probefahren lässt sich feststellen, ob Schaltprinzip und Ergonomie zu den eigenen Händen – und Vorlieben – passen.

Zwar setzen inzwischen alle Hersteller auf Konstruktionen, die Schalt- und Bremshebel vereinen, die Art des Schaltens unterscheidet sich bei allen jedoch grundlegend.

Shimanos STI-Einheiten haben jeweils zwei bewegliche Hebel, die nach innen geschwenkt werden, beim Double-Tap-System von Sram wird ausschließlich mit den kleinen Hebeln hinter den Bremshebeln geschaltet, und Campagnolo setzt bei seinem Ergopower-System rechts wie links auf jeweils einen Schwenk- und einen Daumenhebel.

Eine weitere Alternative stellt Shimanos Top-Gruppe Di2 dar, bei der – mit Tasten elektronisch – aber nach demselben Grundprinzip geschaltet wird wie bei den mechanischen Shimano-Gruppen. Da die Di2 die einzige elektronische Gruppe am Markt ist und deshalb nicht nur beim Schaltverhalten in einer anderen Liga spielt – ihre Präzision und Geschwindigkeit sind unerreicht –, sondern auch preislich, lässt sie sich kaum mit den anderen Gruppen vergleichen.

Unterschiede beim Schaltverhalten

Werden die prinzipiellen Unterschiede zwischen den einzelnen Herstellern schon auf dem Papier deutlich, zeigt sich erst im praktischen Gebrauch, ob ein System wirklich "passt": Shimano-Kombinationen etwa schalten butterweich, erfreulich schnell und sehr präzise, dafür haben sie den Nachteil, dass beim Schalten in leichtere Gänge nur zwei Gänge auf einmal geschaltet werden können.

Die Griffkörper haben kleinere Höcker als ältere STI-Modelle und ähneln den Double-Tap-Hebeln, die als Erste diese ergonomische, gut zu greifende Form aufwiesen.

Sram bietet mit Abstand das knackigste Schaltverhalten, viele Rennfahrer mögen die exakt definierten, deutlich hör- und spürbaren Gangwechsel. Zu den Nachteilen zählt, dass beim Schalten auf größere Ritzel mit Schwung über den Auslösepunkt hinweggedrückt werden muss.

Dadurch wird der Weg recht lang – bei zögerlichem Schalten passiert es schon mal, dass die Kette in die falsche Richtung wandert. Zudem stört Fahrer, die viel auf dem kleinen Blatt fahren, dass sich der Umwerfer hier nicht fein justieren (trimmen) lässt.

Campagnolos Ergopower-Hebel haben nach Meinung aller RoadBIKE-Tester die ergonomischsten Griffkörper, und auch die stark gebogenen Bremshebel liegen ausgezeichnet in der Hand. Die Schaltung funktioniert schnell, präzise und geschmeidig und bietet keinen Anlass zu Kritik.

Nur am Daumenschalter scheiden sich seit jeher die Geister: Während seine Fans die einzigartige Möglichkeit preisen, damit bis zu fünf Gänge in einem Rutsch zu schalten, bemängeln seine Gegner die Position am Griffkörper, die aus einigen Griffpositionen ein Verdrehen der Hand erfordert, um ihn zu erreichen. Zudem sind die Wege der schwenkbaren Hebel bei Campa lang, die Griffweite ist nicht stufenlos einstellbar.