Dauertest Campagnolo Potenza

Campagnolo Potenza im Dauertest

Campagnolo Potenza Dauertest
Foto: Christian Brunker
RoadBIKE-Redakteur Christian Brunker testet die neue Campagnolo Potenza Gruppe.

Eine kleine Auffälligkeit an der Kurbel: Seit der Montage meiner Speedplay-Pedale hatte ich ein leichtes Eiern beim Treten, es fühlte sich an als hätte das Achslager des Pedals etwas Spiel, was sich immer nahe des oberen Totpunkts spürbar machte.

Doch beim ersten Check zeigte sich: Die Achslager sind in Ordnung. Nur hatte sich das Pedalgewinde etwas gelöst. Nachdem ich beide Pedale noch einmal ordentlich festgezogen hatte, war das Problem vorerst beseitigt.

Doch nach einem erneuten Wechsel auf SPD-SL-Shimano-Pedale für einen Schuhtest (die Cleats lassen sich einfach leichter Wechseln) trat das Gefühl wieder auf, diesmal noch etwas stärker, fast so, als würde das Gewinde durchrutschen.

Bei einer detaillierten Untersuchung stieß ich auf eine konusförmige Unterlegscheibe, die auf der Kurbelseite außen auf dem Pedalgewinde saß und locker war (siehe oben). Möglicherweise hatte sich Dreck oder Fett vom Pedalgewinde darunter gesammelt und die Scheibe saß nicht ganz sauber in ihrer Fassung.

Ich habe die U-Scheibe und die Fassung jetzt gereinigt und die Pedale neu eingesetzt. Jetzt bin ich gespannt, ob das Problem jetzt gelöst ist.

Eine Info am Rande: Weder in der Campa Bedienungsanleitung noch im technischen Handbuch ist die Unterleg-Scheibe erwähnt.

 

Dauertest campagnolo Potenza
Foto: Björn Hänssler Mit der 2016 eher überraschend präsentierten neue Gruppe will Campagnolo der dominierenden Ultegra von Shimano Marktanteile abjagen, aus meiner Wahrnehmung aber bislang mit eher überschaubarem Erfolg.

Teil 1: die ersten 2000 km mit der Campagnolo Potenza

Knapp 2000 km hat die neue Potenza von Campagnolo auf meinem Canyon Ultimate CF nun schon hinter sich – die Gruppe ist also gerade gut eingefahren.

Mit der 2016 eher überraschend präsentierten neue Gruppe will Campagnolo der dominierenden Ultegra von Shimano Marktanteile abjagen, aus meiner Wahrnehmung aber bislang mit eher überschaubarem Erfolg.

Zumindest habe ich noch kein anderes Rad mit der Potenza in freier Wildbahn gesehen, und auch die Zahl der Kompletträder mit Campagnolo Potenza ist übersichtlich, bspw Bianchi oder Colnago statten einzelne Modelle mit der Potenza aus. Preislich ist sie aktuell für rund 650 Euro zu haben, beim Gewicht wiegt sie mit rund 2300 g ein paar Gramm weniger als die Ultegra.

So bin ich aber bislang eher ein Exot auf der Straße, und ich muss zugeben, dass mir die Rolle gefällt – zumal auch die Potenza bislang sehr zu überzeugen weiß. Korrekt eingestellt schaltet sie sehr geschmeidig und arbeitet absolut geräuschlos ohne Rasseln oder ähnliches.

Ich liebe die extrem gut greifbaren Schalthebel und möchte auch die Daumenhebel nicht mehr missen, die Campa-Schaltlogik gehört für mich zum Besten auf dem Markt. Gleiches gilt für die Bremsen, die mit den Bremsflanken auf den Shamal von Campagnolo sehr gut harmonieren und jederzeit ein sehr gutes und sicheres Gefühl vermitteln.

26.05.2017
Autor: Christian Brunker
© RoadBIKE