11 Carbon-Sattelstützen im RoadBIKE-Test

Test: 11 Carbon-Sattelstützen

Wie viel Komfort am Rennrad bringt ­eine gute Sattelstütze aus Carbon? Die Antwort liefert der große RoadBIKE-Check.

Fotostrecke: 11 Carbon-Sattelstützen im RoadBIKE-Test

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11 Carbon-Sattelstützen im Test Foto: Benjamin Hahn
11 Carbon-Sattelstützen im Test Foto: Benjamin Hahn
11 Carbon-Sattelstützen im Test Foto: Benjamin Hahn

Leicht und steif: Nur das musste ein Renn­rad noch vor wenigen Jahren sein, um als Top-Rad tituliert zu werden. Doch diese Zeiten sind endgültig vorbei: Mittlerweile ist Komfort erklärtes Entwicklungsziel – als dritte, gleichberechtigte Eigenschaft neben geringem Gewicht und hoher Verwindungssteifigkeit.

Für das Komfortplus sind zum einen die Rahmen-Gabel-Sets verantwortlich. Darüber hinaus sorgen auch die Anbauteile für ein angenehmeres Fahrverhalten. Maßgeblich daran beteiligt: die Sattelstütze.

Sie soll unter Last leicht einfedern, wenn es zum Beispiel durch fiese Schlaglöcher oder über ruppiges Pflaster geht. Und die Sattelstütze soll Vibrationen spürbar dämpfen, wie sie auf rauem Straßenbelag häufig entstehen.

Um herauszufinden, wie gut aktuelle Carbon-Modelle diesen Job erledigen, hat RoadBIKE die wichtigsten Sattelstützen-Anbieter zum Komfort-Check gebeten. 11 Hersteller folgten der Einladung und schickten ihre Top-Kandidaten zu Preisen zwischen 84 und 269 Euro in den großen Laborvergleich.

Die Klügere gibt nach

"Aber warum ist der Komfort beim Rennrad eigentlich plötzlich so wichtig?", fragen sich vor allem Rennfahrer alter Schule. Die Antwort liefert die Trainingswissenschaft: Mittlerweile weiß man, dass der Körper eine nicht zu vernachlässigende Menge an Energie aufbringen muss, um sich in Radposition zu halten.

Diese Energiemenge steigt weiter, wenn die Muskeln, etwa durch erhöhte Körperspannung, auf schlechten Straßen als "Stoßdämpfer" fungieren müssen. Deshalb sollten Stöße und Vibrationen so gut es geht vom Fahrer ferngehalten werden.

Die einfache Regel lautet: Je mehr das Rad "schluckt", desto weniger Haltearbeit müssen die Muskeln leisten. So bleibt mehr Kraft für zusätzliche Kilometer, Antritte am Berg oder Sprints in Richtung Ortsschild. Kurz und knapp: ­Komfort macht schneller!

Als Indiz für den Komfort eines Rades misst Road­BIKE im Labor die vertikale Nachgiebigkeit des Sets aus Rahmen, Gabel und Sattelstütze. Im Abgleich mit unzähligen Testfahrten haben sich Werte von unter 350 N/mm als ausreichend komfortabel erwiesen – bis zu diesem Punkt erstreckt sich der "Grüne Bereich", in dem moderne Stützen idealerweise liegen sollten.

Autor:
© RoadBIKE
Ausgabe 05/2012